„Die Tourismusbranche hat zu kämpfen“

Einbrüche der Übernachtungszahlen im Landkreis Nienburg

Wohnmobile auf dem Wohnmobilstellplatz in Nienburg.
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Der Stellplatz an der Weser in Nienburg durfte nach dem ersten Lockdown relativ schnell wieder öffnen. Allerdings mussten anfangs große Abstände zwischen den Wohnmobilen eingehalten werden.

Die Mittelweser Touristik präsentiert düstere Übernachtungszahlen. Die Tourismusbranche im Landkreis Nienburg muss Einbrüche um fast 50 Prozent verkraften.

Nienburg - von Janna Silinger. Es sind erschreckende Zahlen. Die gesamte Tourismusbranche hat zu kämpfen. Und das schon seit mehr als einem Jahr. „Der Beherbergungsbereich war mit der erste, der schließen musste und wird voraussichtlich der letzte sein, der öffnen darf“, sagt Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik. Es bleibe die Hoffnung, dass weiterhin die Überbrückungshilfen schnell und unbürokratisch fließen, „und wir Schritt für Schritt aus der Pandemie kommen“. Die Branche brauche eine Perspektive, viele Leistungsträger kämpften mit existenziellen Problemen, ergänzt Fahrland. Zum Glück habe bisher im Landkreis Nienburg aber niemand schließen müssen. „Ich denke, das ist eher ein Problem in der Großstadt.“ Im ländlichen Raum gebe es häufiger kleinere, familienbetriebene Hotels oder Restaurants. „Ich glaube, die haben einen anderen Rückhalt.“

Düstere Zahlen für den Landkreis Nienburg

Und trotzdem ist der Zustand durch die Pandemie und die beiden Lockdowns – im vergangenen Frühling und in diesem Winter – kritisch. Das lasse sich auch deutlich an den Übernachtungszahlen erkennen, die das Landesamt für Statistik (LSN) kürzlich veröffentlicht hat. Niedersachsenweit gab es einen Rückgang um 35 Prozent bei den Übernachtungen auf rund 30 Millionen. Die Gästeankünfte gingen um 43,4 Prozent auf rund 8,7 Millionen zurück. Die Zahlen speziell für den Landkreis Nienburg sehen ähnlich düster aus. Mit 162 545 Übernachtungen ist ein Minus von 45,8 Prozent entstanden. Die Gästeankünfte gingen um 40,7 Prozent auf 75 248 zurück.

Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik, hofft auf weitere Überbrückungshilfen.

„Die Gäste sind gekommen und im Schnitt circa zwei Tage geblieben“, erklärt Fahrland. „Privatvermieter tauchen allerdings in der Statistik nicht auf“, fügt er hinzu. Auch Tagestouristen werden nicht mitgezählt.

Besonders hart traf es die Hotellerie

Der Einbruch der Übernachtungszahlen verteilt sich unterschiedlich auf die jeweiligen Beherbergungssegmente, erklärt Fahrland weiter. Besonders hart traf es die Hotellerie. Denn während der Lockdowns waren und sind touristische Übernachtungen verboten, es dürfen nur Geschäftsreisende und Monteure aufgenommen werden. Messen, Tagungen, Kongresse, Veranstaltungen wurden abgesagt und Familienfeiern konnten nicht in dem Maße, wie in den vergangenen Jahren organisiert werden. Der Anteil der Gäste aus dem Ausland brach coronabedingt ebenfalls ein.

Wenig Verständnis für aktuelle Regelung

Anders sah das bei den Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen aus, die nach dem ersten Lockdown früher öffnen durften und in den Sommermonaten gut belegt waren. „Damit rechnen wir auch für den kommenden Sommer.“ Ohnehin ist Martin Fahrland sicher, dass der Tourismus innerhalb des Landes florieren wird – sobald es eben wieder geht. Die aktuelle Regelung empfinde er als wenig verständlich. „Leute dürfen ins Ausland fliegen, aber hier nicht mal eine Ferienwohnung mieten?!“ Zum Glück, meint er, würden das viele nicht in Anspruch nehmen und lieber das Infektionsgeschehen abwarten. „Die Gesundheit geht immer noch vor.“

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