Mehr als 500 Schützen aus Kirchspiel beim Bücker Bürger- und Bauernschießen / 400 Jahre Tradition

„Eine große Gemeinschaft”

Gemeinsam feierten die Bücker Schützen mit den umliegenden Vereinen. In der Mitte stehen Bürgerkönig Udo Mahlstedt und Bauernkönig Cord Scherber mit ihren Begleitungen. Die 15 Ehrendamen repräsentierten jeweils ein Dorf beziehungsweise einen Ortsteil.

Hoya - BÜCKEN (tje) · Autofahrer mit auswärtigem Kennzeichen staunten am Freitagmorgen, als bereits um 7 Uhr früh Männer und Frauen in schwarzen Anzügen und Röcken, weißen Hemden, einer Rose im Revers sowie einem Holzgewehr über der Schulter durch Bücken zogen. Einheimische wussten natürlich Bescheid: Vom Freitag bis gestern ging im Flecken das Bürger- und Bauernschießen über die Bühne.

Mit einer Mischung aus Party und Folklore lockte die Veranstaltung zahlreiche junge und ältere Besucher aus der Umgebung an. „Die Beteiligung ist überwältigend groß”, freute sich Bückens Bürgermeister Wilhelm Schröder am Freitagnachmittag.

Im Festzelt am Hestern schallte immer wieder: „Auf unseren Bürgerkönig ein dreifaches 'Gut Schuss'!” 300 Schützen feierten die Proklamation des Bauernkönigs Cord Scherber aus Altenbücken sowie des Bücker Bürgerkönigs Udo Mahlstedt. Alle fünf Jahre treffen sich die Schützenvereine der umliegenden Dörfer des Kirchspiels, um ihre Königswürden neu zu vergeben. Der besagte Dresscode ist ebenso festgelegt wie die Berechtigung, einen Schuss abzugeben – dies darf nur, wer im Kirchspiel eine Hofstelle sein Eigen nennt oder in offizieller Vertretung eines Hofbesitzers auftritt. „Nach dem Sichten alter Unterlagen können wir sagen, dass diese Regelung 427 Jahre alt ist“, erklärte Schröder, der das Bürgerhauptmann-Amt inne hat. Ursprünglich sollte so auch das einfache Volk, dem ansonsten der Einsatz von Feuerwaffen in Friedenszeiten verboten war, den Umgang mit dem Gewehr üben.

Obwohl dieses Motiv in den Hintergrund gerückt ist, haben sich viele Rituale erhalten. Dazu gehört der Umzug durch Bücken am Donnerstag mit anschließendem Kommers und großen Zapfenstreich an der Stiftskirche. Schröder betonte dabei besonders die Einigkeit zwischen den 400 Schützen aus Bücken und den anderen Dörfern.

Das war nicht immer so: Erst zum sechsten Mal feiern Bürger und Bauern ihr Schützenfest wieder zusammen. Ein Streit hatte sie 1745 bis 1982 getrennt. Dies sei nun endgültig überwunden, so Schröder, Vorsitzender des Planungskomitees. Zum „sportlichen Wettkampf” traten über 300 Schützen an, von denen etwa 90 scharf mitschossen. Im Anschluss an die Proklamation galt es nicht nur, die Scheiben anzubringen, sondern auch das damit in Zusammenhang stehende Amt neu zu vergeben. Den langjährigen Scheibenmeyer Fritz Stöver (Stendern) löste Alexander Sporleder (Altenbücken) ab.

Am Abend kam es im Zelt zum Generationswechsel. Mit einem DJ-Team feierten Jugendliche aus der Umgebung ganz modern „ihr” Fest. Die Älteren ruhten sich für den Königsball am Sonnabend aus. Gemäß der Tradition erschienen die Altenbücker, aus deren Mitte der Bauernkönig stammt, mit Anzug und Fliege. Zum Essen spielte die Band „Timeless”, die später den Ehrentanz der Königspaare begleitete.

Gestern traten mehr als 500 Schützen zum Festumzug durch Bücken an, darunter knapp 100 Hoyaer Schützen. „Uns verbindet eine enge Freundschaft und die pflegen wir natürlich auch zu diesen Gelegenheiten”, so Schröder. Mehrere Musikgruppen führten den Marsch an. Es folgten das Matjesessen und der Ballabend als „fulminanter Schlusspunkt eines gelungenen, gemeinschaftlichen Schützenfests.“

Quelle: kreiszeitung.de

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