Ein Dorfjunge hält die Predigt

Eitzendorfer feiern 150-jähriges Bestehen ihrer Kirche

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Eitzendorfs ehemaliger Pastor Hartwig Helfritz hat in jahrelanger Arbeit eine Chronik der Kirche erstellt.

Eitzendorf - Von Uwe Campe. Vor 150 Jahren wurde am dritten Advent, dem 15. Dezember 1867, die neu errichtete St.-Georgs-Kirche in Eitzendorf eingeweiht. Fast auf den Tag genau 150 Jahre später nahm die Kirchengemeinde Eitzendorf am Sonntag dieses Jubiläum zum Anlass, zu einem Festgottesdienst einzuladen. Es kamen zahlreiche Gäste aus nah und fern.

Die alte Kirche

Wie Pastorin Friederike Werber in einführenden Worten erläuterte, hatte der 1496 errichtete Vorgängerbau Mitte des 19. Jahrhunderts schon seit längerer Zeit nicht mehr den räumlichen Anforderungen der Gemeinde entsprochen, sodass sie sich entschloss, 1866/67 einen kompletten Neubau zu errichten. Nach dem Abbruch der alten Kirche, mit dem nach Ostern 1866 begonnen wurde, wurde schließlich der nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase gestaltete Neubau im Herbst 1867 weitgehend fertiggestellt. Hase (1818 bis 1902) war Konsistorialbaumeister der Hannoverschen Landeskirche.

Das neue Gotteshaus

Wie der frühere Pastor Soltmann in seinem 1905 erschienenen Werk „Die Geschichte des Kirchspiels Eitzendorf“ betonte, war das neue Gotteshaus ein im neugotischen Stil gehaltener zwar einfacher, aber doch außergewöhnlich mächtiger und schöner Backsteinbau mit einem Hauptschiff und zwei schmaleren Seitenschiffen. Soltmann bedauerte allerdings, dass der Turm keine dem übrigen Gebäude voll entsprechende Gestalt erhalten habe, wohl um nicht noch mehr über den ohnehin überschrittenen Kostenvoranschlag von 9.000 Talern hinausgehen zu müssen.

Gemeindemitglieder haben diesen Drachen gebaut, denn die vor 150 Jahren fertiggesellte Eitzendorfer Kirche ist – wie ihr Vorgängerbau – nach dem Heiligen Georg benannt, der auch als „Drachentöter“ bekannt ist und im dritten Jahrhundert wirkte.

Wie bereits ihre Vorgängerin wurde die neue Kirche dem auch als „Drachentöter“ bekannten Heiligen Georg († um 303) geweiht. Wie ein von Georg angeblich getöteter Drache ausgesehen haben könnte, erfuhren die Kirchenbesucher anhand eines vor dem Kirchenportal aufgebauten Modells, gebaut von Gemeindemitgliedern.

In dem anschließenden Gottesdienst, der musikalisch von den „Piepenköppen“ sowie Gaby Baum an der Orgel begleitet wurde, freute sich Pastorin Friederike Werber gemeinsam mit den Besuchern über eine Taufe, wobei der Täufling passenderweise den Vornamen Georg erhielt.

Die Festpredigt

Die Festpredigt hielt Landessuperintendent im Ruhestand Dieter Zinßer aus Hannover, dem es eine große Freude war, an diesem Tag und an diesem Ort auf der Kanzel stehen zu dürfen, zumal er in Eitzendorf, woher seine Mutter stammte, aufgewachsen ist. Auch er betonte noch einmal die Schönheiten der Kirche, die er als Kleinod – innen und außen – und als ein Ausrufezeichen im Ort bezeichnete. Sie sei in besonderer Weise geeignet, Begegnungen mit Gott zu vermitteln und eine Haltestelle des Heiligen Geistes. Er schloss seine Predigt mit Worten des Schweizer Theologen und Dichters Kurt Marti: „Wie kommst Du Gott gerade auf mich …“.

Der Kirchenkreis Syke-Hoya überbrachte durch den stellvertretenden Superintendenten, Pastor Albert Gerling-Jacobi, Grußworte. Passend ausgerüstet mit einem gelben Schutzhelm nahm er die Worte aus dem 1. Petrusbrief auf („Und auch ihr als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Haus …“) und wies darauf hin, dass Kirchen Dauerbaustellen Gottes seien, deren Betreten, im Gegensatz zu anderen Baustellen, ausdrücklich erlaubt und erwünscht sei.

Die Chronik

Der frühere Eitzendorfer Pastor Hartwig Helfritz (Hannover) kam dann noch einmal auf die von ihm zusammengestellte und jetzt erschienene Chronik über die St.-Georgs-Kirche zurück. Er zeigte sich erfreut und stolz, dieses Werk, für das er in den vergangenen Jahren etliche Male nach Eitzendorf gekommen sei, rechtzeitig zum Kirchenjubiläum fertiggestellt zu haben. In dem sehr gelungenen Buch beschreibt er auf 64 Seiten in vielen sehr interessanten Einzelheiten die Geschichte der Eitzendorfer Kirche von den Anfängen bis zur Gegenwart. Das Buch war nach dem Gottesdienst zusammen mit weiteren Geschenkartikeln im Büro der Kirchengemeinde zu erwerben.

Das Drumherum

An den Festgottesdienst schloss sich ein Sektempfang im Gemeindehaus an, bei dem viele Gespräche geführt und Gedanken und Erinnerungen ausgetauscht wurden. Die sehr schöne Festveranstaltung rundete der vom Dörpsverein auf dem Burbrink ausgerichtete Weihnachtsmarkt ab (siehe Seite „Tipps und Termine“).

Quelle: kreiszeitung.de

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