Diese Auswirkungen hat der Erlass des Landes auf den Hagebaumarkt in Hoya

Corona-Krise: „Die Einnahmen gehen gen Null“

Geschützt durch eine Plexiglasscheibe und mit Handschuhen ausgerüstet, dürfen die Mitarbeiter des Hoyaer Hagebaumarkts Waren nur noch an Gewerbekunden verkaufen. Foto: NALA HARRIES
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Geschützt durch eine Plexiglasscheibe und mit Handschuhen ausgerüstet, dürfen die Mitarbeiter des Hoyaer Hagebaumarkts Waren nur noch an Gewerbekunden verkaufen. 

Hoya - Von Nala Harries. Im Hagebaumarkt in Hoya war es vergangene Woche noch brechend voll. Durch die Minimierung des öffentlichen Lebens im Rahmen der Corona-Krise vertrieben viele Menschen ihre Zeit mit kleineren Renovierungen im Haus und Arbeiten rund um den Garten.

Das löste einen regelrechten Ansturm auf die entsprechenden Abteilungen des Hoyaer Baumarkts aus. Doch seit Montag stehen viele Kunden vor verschlossenen Türen. Grund dafür ist der am Sonntag verabschiedete Erlass des Landes Niedersachsen. Darin heißt es: „Betreibern von Baumärkten ist die Abgabe von Waren an nichtgewerbliche Kunden untersagt.“ 

Das bedeutet, nur wer einen Gewerbeschein vorlegen kann, darf eintreten. Privatkunden müssen somit draußen bleiben. Was für Auswirkungen die neue Regelung für den Hagebaumarkt in Hoya hat und wie die Situation dort derzeit aussieht, erzählen Marktleiter Christian Blome und Geschäftsführer Norbert Wisch im Gespräch mit der Kreiszeitung.

„In der vergangenen Woche kamen 50 Prozent mehr Kunden in den Markt als an einem ,normalen‘ Tag im März 2019. Jetzt herrscht jedoch gähnende Leere“, erzählt Wisch. Durch den Ansturm seien Sortimentslücken unter anderem in den Bereichen Gartenholz, Pflastersteine, Pflanzen, Rindenmulch sowie Farben und Tapeten entstanden. „Um diese zu schließen, haben wir natürlich nachbestellt. Jetzt sitzen wir jedoch auf der Ware“, erläutert Blome das Dilemma. Dadurch, dass kein Privatkunde mehr einkaufen dürfe, würden beispielsweise die gerade angelieferten Pflanzen und Blumen eingehen. Auch das Ostergeschäft, welches dem Unternehmen ansonsten zusätzlichen Profit einbringe, falle komplett weg.

Das Hagebau-Team habe zudem bereits alle Werbemaßnahmen gestoppt und so weit es ging, die vorhandenen Warenbestellungen storniert. Zwar würden noch ein paar Gewerbekunden in den Markt kommen, doch „die Einnahmen gehen gen Null, die Kosten laufen allerdings weiter“, sagt der Geschäftsführer und fügt hinzu: „Für uns ist die Regelung sehr bedauerlich. Unsere Kunden waren sehr diszipliniert und haben sich toll an die bis dato eingeführten Maßnahmen gehalten.“ Trotzdem könne er die Entscheidung des Landes verstehen, denn „die Sicherheit von uns allen geht vor“.

Zwar habe das Unternehmen die neue Regelung bereits auf seiner Website sowie in den sozialen Netzwerken veröffentlicht und Schilder aufgehängt, jedoch kamen trotzdem noch Privatkunden vorbei, die dann vor verschlossener Tür standen. „Mein Telefon klingelt den ganzen Tag. Mit Bedauern muss ich den Menschen dann erklären, dass der Markt geschlossen ist“, sagt Blome.

Derzeit würden sich die Mitarbeiter darum kümmern, die Regale wieder aufzufüllen und das aufzuholen, was in den vergangenen Tagen versäumt wurde. Aktuell beschäftige der Markt rund 30 Personen, jedoch müsse die Firma diese Zahl aufgrund der Entwicklungen auf einen Notbetrieb von maximal zehn Mitarbeitern reduzieren. Dafür sollen erst einmal nach und nach Überstunden abgebaut werden, sagt Blome. Wisch fügt hinzu: „Wie bei allen anderen Unternehmen derzeit, ist Kurzarbeit für uns auch ein Thema – jedoch eines, mit dem wir uns sehr schwertun. In den nächsten Tagen entscheiden wir darüber, wie es zukünftig weitergehen soll.“

Bereits jetzt seien die Öffnungszeiten für Gewerbekunden von 8.30 auf 7 Uhr vorgezogen worden, dafür schließt der Markt bereits um 17 statt um 19 Uhr. „Wie es an Samstagen und Sonntagen aussieht, muss noch entschieden werden“, sagt Wisch. Das Land hat beschlossen, dass die Schließung für Privatkunden vorerst bis zum 18. April gelte. „Ich vermute jedoch, dass es eine Verlängerung geben wird“, meint der Geschäftsführer.

Quelle: kreiszeitung.de

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