Nach Streit unter Großfamilien

Mehrere Hundert Polizisten durchsuchen Wohnungen in Nienburg

Nienburg - Mehrere Hundert Polizisten haben am Mittwochmorgen bei einer Razzia in Nienburg mehr als 20 Wohnungen durchsucht. Hintergrund sei ein heftiger Streit zwischen rivalisierenden Großfamilien vor rund drei Wochen, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Polizisten suchten nun unter anderem nach Schusswaffen. Auch die Bundespolizei unterstützte den Einsatz. Geschützt wurden die Beamten dabei von Spezialeinheiten aus fast ganz Deutschland. An einem Samstagabend Ende Juli war ein heftiger Streit zwischen insgesamt mehr als 40 Menschen ausgebrochen

Damals hatte es auch einen Unfall mit zwei Autos gegeben, vermutlich dabei waren zwei der Beteiligten schwer verletzt worden. Anwohner gaben außerdem an, im Verlauf der Auseinandersetzung Schüsse gehört zu haben. Die Streitenden waren Mitglieder zweier Großfamilien aus Nienburg. 

Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt mit der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg gegen 29 Beschuldigte im Alter von 17 bis 61 Jahren, die im Wesentlichen aus dem Raum Nienburg stammen. Es wird unter anderem wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Die Beschuldigten sind größtenteils Angehörige zweier Familien.

Zum Hintergrund der Fehde machten die Behörden keine Angaben. Sicher ist aber, dass es bei der Konfrontation zwei Schwerverletzte gegeben hatte. Die beiden 31 und 41 Jahre waren ins Krankenhaus gebracht werden. Die Verletzungen seien möglicherweise durch einen Zusammenprall mit einem Auto entstanden, hieß es. Anwohner gaben zudem an, sie hätten Schüsse gehört. Die Polizei hatte damals starke Kräfte zusammengezogen, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.

Nienburg: 23 Wohnung durchsucht

Die wochenlang vorbereitete Durchsuchungen von 23 Objekten sollten jetzt vor allem dazu dienen, Waffen und andere Tatwerkzeuge aufzuspüren. An dem Großaufgebot der Polizei waren am frühen Mittwochmorgen gegen 4 Uhr Spezialeinheiten aus 13 Bundesländern und die GSG 9 der Bundespolizei beteiligt. Das teilte Innenminister Boris Pistorius (SPD) mit.

Nach Angaben der für die Polizeiaktion zuständigen Staatsanwaltschaft Verden wurden bei den Durchsuchungen zahlreiche Beweismittel sichergestellt. „Darunter befinden sich auch Gegenstände, nach denen wir gesucht haben“, sagte Sprecher Martin Schanz. Zu Einzelheiten wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © pixabay

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