3,6 Millionen Euro für Effizienz und Klimaschutz

Einsparung in Drakenburger Kläranlage entspricht Stromverbrauch von 100 Haushalten

Das Klärwerk in Drakenburg
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Die ineffektiven und lauten Rührwerke werden jetzt durch am Beckenboden installierte Belüftermatten ersetzt.

Neue Belüfter in der Drakenburger Kläranlage verbrauchen nur noch halb so viel Strom. Nicht nur für deren Einbau nimmt der Wasserverband ordentlich Geld in die Hand.

Drakenburg. Der Wasserverband An der Führse investiert rund 3,6 Millionen Euro in die Kläranlage Drakenburg. Ziele sind ein deutliches Plus an Klimaschutz, Effizienz und Betriebssicherheit.

Belüfter benötigen den meisten Strom

Kläranlagen haben generell einen gewaltigen Energiebedarf. Den meisten Strom benötigen die Belüfter. Sie pumpen Luft in die entsprechenden Becken, damit sich die die dort lebenden Mikroorganismen „wohl fühlen“ und die Schmutzstoffe im Wasser zersetzen können. „Die Kläranlage Drakenburg verbraucht bislang rund 720 000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr“, sagt Axel Brause, Abteilungsleiter Abwasserbeseitigung beim Wasserverband An der Führse. „Drei Viertel davon entfallen auf die Belüfter. Künftig sinkt deren Verbrauch um mehr als 50 Prozent.“

Denn, erklärt Anlagenverantwortlicher Lutz Schier, „bislang wurde der Sauerstoff von oben in die Becken eingerührt. Das ist ineffektiv und sehr laut. Die Rührwerke werden jetzt durch am Beckenboden installierte Belüftermatten ersetzt, die den Sauerstoff bedarfsgerecht einspeisen.“

Einsparungen reichen aus, um 100 Haushalte mit Strom zu versorgen

Der Wasserverband investiert rund 1,35 Millionen Euro in die neue Belüftung. Doch die Investition lohnt sich: Der dadurch eingesparte Strom würde rechnerisch ausreichen, um rund 100 Haushalte mit Strom zu versorgen. Vor diesem Hintergrund wird das Projekt aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Im Spätsommer dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Noch einmal deutlich mehr Geld, nämlich rund 2,25 Millionen Euro, nimmt der Wasserverband in die Hand, um die Anlage insgesamt auf den Stand der Technik zu bringen. „Die Kläranlage stammt aus den 60er Jahren und ist mit der Entwicklung der umliegenden Gemeinden und dem steigenden Bedarf Schritt für Schritt gewachsen“, erläutert Lutz Schier. „Jeder neue Bereich wurde an die vorhandenen angedockt.“ Jetzt wird das gesamte System modernisiert und optimiert.

Alle Arbeiten fanden im laufenden Betrieb statt

Begonnen haben die Arbeiten Anfang 2020; Axel Brause und Lutz Schier rechnen für den Spätsommer dieses Jahres mit dem Abschluss. „Das alles fand natürlich im laufenden Betrieb statt“, betont Lutz Schier. „Wir können ja nicht einfach zwischendurch die Kläranlage abschalten.“ Immerhin kommen – an trockenen Tagen – knapp 2000 Kubikmeter Schmutzwasser in der Anlage an. Bei Regen können es leicht 3500 Kubikmeter werden. Dass das geklärte Abwasser auch in der Bauphase allen Vorgaben entspricht, darüber wachen die eigenen Mitarbeiter und die Fachleute des Landkreises.

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