Einzelhandelskaufleute-Azubis bei famila in Hoya müssen kontaktfreudig sein

„Wir wissen, dass der Kunde unser Arbeitgeber ist“

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Seine Ausbildung hat Kevin Schumacher in der Obst- und Gemüseabteilung begonnen.

Hoya - Von Charlotte Reinhard. Für die meisten Kunden ist es selbstverständlich, dass sie im Supermarkt bekommen, was sie wollen. Die Regale sind voll, die Produkte ordentlich eingeräumt. Doch hinter jedem gut sortierten Supermarkt steckt die Arbeit von ausgebildeten Einzelhandelskaufmännern und -frauen sowie von Verkäufern.

Famila in Hoya bildet derzeit zwei Einzelhandelskaufleute und einen Verkäufer aus. „90 Prozent ihrer Arbeitszeit beschäftigen sich die Auszubildenden mit der Ware“, erklärt Denis Kronhardt, Warenhausleiter des famila-Supermarkts in Hoya. Das bedeutet konkret: Waren bestellen, sortieren, einräumen, auf Qualität kontrollieren und gegebenenfalls wieder aus den Regalen nehmen.

Hinter den Vorgängen steckt ein ausgeklügeltes System. „Wir arbeiten hier mit einem geschlossenen Warenwirtschaftssystem“, erklärt Kronhardt. Alle Vorgänge, Wareneingänge, Verkäufe und Verluste pflegen die Auszubildenden und Mitarbeiter in ein Computer-System ein, um den Überblick zu behalten. Das erfordert bei den Auszubildenden Zuverlässigkeit und Ordnung.

Doch das sind nicht die einzigen Eigenschaften, die die Bewerber mitbringen sollte, sagt Kronhardt: „Wichtig ist vor allem, dass sie kontaktfreudig sind, auf Menschen zugehen können und im Team funktionieren. Wer schüchtern ist, kommt meistens nicht so gut klar.“

Körperlich sollten die Bewerber einigermaßen fit sein. „Es ist ein anstrengender Beruf“, meint Kronhardt. „Man ist viel auf den Beinen, und auch die Arbeitszeiten sind für viele gewöhnungsbedürftig.“

Die famila-Mitarbeiter arbeiten in Früh-, Mittel- und Spätschichten. Der Supermarkt öffnet morgens um 8 Uhr. Die meisten Mitarbeiter der Frühschicht müssen schon zwei Stunden früher da sein, um Waren zu kontrollieren und einzuräumen. Für die, die der Spätschicht zugeteilt werden, ist nicht vor 21 Uhr Schluss. Die Mitarbeiter wechseln sich mit den Schichten ab. Auch Wochenend-Dienste gehören dazu. Schließlich sei der Samstag der verkaufsstärkste Tag, sagt Kronhardt

„Die Auszubildenden bekommen ihr Gehalt zwar von famila, und ich bin ihr Ausbilder, aber sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass der Kunde das Geld in den Supermarkt bringt. Er ist eigentlich ihr Arbeitgeber“, betont Kronhardt.

Im Kundenkontakt erwartet Kronhardt aus diesem Grund Freundlichkeit: „Die am häufigsten gestellte Frage ist ‚Wo finde ich dies oder jenes?‘. Dann sollten die Azubis mit den Kunden gehen und ihnen zeigen, wo der Artikel steht.“

Die Azubis lernen den Markt schnell kennen. Sie durchlaufen während ihrer Ausbildung alle Abteilungen und wechseln sie alle drei Monate. Vor jedem Wechsel müssen sie in einem Gespräch zeigen, was sie gelernt haben und erhalten ein Feedback zu ihren Fortschritten, Stärken und Schwächen.

Von den Bewerbern erwartet Kronhardt mindestens einen Hauptschulabschluss. Bei den Zeugnissen achtet er weniger auf die Noten als auf die Fehltage. „Viele unentschuldigte Fehltage sind ein Zeichen dafür, dass man die Schule mit wenig Ehrgeiz besucht hat“, meint er. Den engen Bewerberkreis lädt er zum Probearbeiten ein. Manche machen auch zuerst ein Praktikum, bevor sie sich für die Ausbildung entscheiden.

So lief es bei Kevin Schumacher. Der 18-Jährige hat zuerst ein Praktikum im Getränkemarkt gemacht. Am 1. August hat er bei famila seine Ausbildung zum Verkäufer begonnen und arbeitet seitdem in der Obst- und Gemüseabteilung. „Die Arbeit liegt mir und macht mir Spaß“, sagt Schumacher. „Ich habe viel mit Menschen zu tun und komme mit den Kollegen super klar.“

Wer sich für den Beruf des Verkäufers, entscheidet, hat seinen Abschluss nach zwei Jahren in der Tasche. Danach kann er aber noch ein Ausbildungsjahr dranhängen und sich zum Einzelhandelskaufmann ausbilden lassen. Im ersten und zweiten Lehrjahr unterscheiden sich die Inhalte der Ausbildungen nämlich praktisch nicht. Einzelhandelskaufmänner lernen im dritten Jahr allerdings noch Verwaltung, Kassenaufsicht und -annahme sowie Lagerlogistik. Die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann dauert drei Jahre.

„Nach ihrem Ausbildungsende haben alle Lehrlinge die Möglichkeit, sich weiterzubilden“, erklärt Kronhardt. „Wer den Ehrgeiz und den Willen dazu besitzt, kann bis in Führungspositionen aufsteigen. Ich selbst habe auch Einzelhandelskaufmann gelernt“, verrät der Filialleiter.

Quelle: kreiszeitung.de

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