Ausstellung über Georg Elser eröffnet

Der Einzelne, der gegen Hitler kämpfte

Bei der Ausstellungseröffnung: Redner Dietmar Brandstädter (rechts) und Freimaurer Adam An-tAthair-Siorai. ·
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Bei der Ausstellungseröffnung: Redner Dietmar Brandstädter (rechts) und Freimaurer Adam An-tAthair-Siorai. 

Hoya - Von Jana Wohlers. Widerstandskämpfer, Tyrannenmörder, der „Einzelne“, der es mit Diktator Adolf Hitler aufzunehmen versuchte – in der modernen Geschichtsschreibung wird Johann Georg Elser (1903-1945) eine besondere Rolle bescheinigt.

Die Freimaurerloge „St. Alban zum Æchten Feuer“ eröffnete am Freitagabend zur Erinnerung an Elser eine Ausstellung in Hoya. Mehr als 20 Gäste lauschten zum Auftakt einem Vortrag des Künstlers Dietmar Brandstädter aus Kleinenborstel über Johann Georg Elsers Leben und Wirken.

Johann Georg Elser erblickte im Januar 1903 in Württemberg das Licht der Welt. Er gilt heute als einer der bekanntesten Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Weltweite Bekanntheit erlangte Elser durch das am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller verübte Bomben attentat gegen Hitler und einen Großteil der nationalsozialistischen Führungselite. Weil Hitler 13 Minuten vor der Explosion das Gebäude verließ, scheiterte Elsers Vorhaben jedoch.

„Schon der Zeitpunkt und die Aufmachung dieser Handlung sprechen Elser eine besondere Rolle zu“, kommentierte Dietmar Brandstädter. „Er war der typische Tyrannenmörder, der Einzelne, und einer der Ersten, die einen konsequenten Widerstand leisteten.“ Elsers Bombenattentat datiert knapp zwei Monate, nachdem Hitler mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg eingeläutet hatte – zu einer Zeit, in der es noch kaum Auflehnung im Volk gab.

Die Ausstellung der Freimaurerloge zeigt zwölf Plakate mit Bildern und Dokumentationen über das Leben und Wirken Elsers, seinen Werdegang und die Widerstandshandlungen bis zu seinem Tod 1945 im Konzentrationslager Dachau. Die Besucher erfahren unter anderem, dass Elser als Sonderhäftling Hitlers galt und die NS-Elite dem Widerständler eine Kooperation mit den britischen Streitkräften unterstellte.

Doch nicht nur der Blick in die Vergangenheit ist Teil der Ausstellung: Auch Schnappschüsse des Künstlers Dietmar Brandstädter sind zu sehen. Sie zeigen alltägliche Kriegs- und Flüchtlingssituationen aus der Türkei und aus Syrien. Warum? Das erklärte Brandstädter am Freitag selbst: „Widerstandsrecht und Zivilcourage sind Themen, die vom gesellschaftspolitischen Geschehen in Deutschland und Europa befeuert werden. Man darf Vergangenes nicht vergessen, sondern sollte lernen und versuchen, es besser zu machen.“

Adam An-tAthair-Siorai von der Freimaurerloge erklärte: „Wir wollen mit der Ausstellung einerseits an den fast vergessenen Widerständler Georg Elser erinnern, aber auch zum Nachdenken über Demokratie, Zivilcourage sowie politische und gesellschaftliche Verantwortung anregen.“

Die Ausstellung über Johann Georg Elser ist noch am Freitag, 24. Januar, von 18 bis 20 Uhr und am Sonntag, 26. Januar, von 15 bis 17 Uhr in den Räumen der Freimaurerloge in Hoya (Deichstraße 3) zu sehen.

Quelle: kreiszeitung.de

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