Klassische Philharmonie Nordwest kommt in Hoya gut an 

Das elfte Neujahrskonzert und das erste im Jubiläumsjahr

Martin Kratzsch aus Bremen spielte beim Neujahrskonzert in Hoya zwei Eigenkompositionen an der Klarinette, teilweise unterstützt durch das von Ulrich Semrau (rechts) dirigierte Orchester. - Foto: Horst Friedrichs

Hoya - Von Horst Friedrichs. Vom „Weinberg“ zum „Schuhkarton“: Nach altbewährter Konzerthaus-Tradition formiert, nach dem Prinzip Schuhkarton, gaben die Musiker der Klassischen Philharmonie Nordwest unter der Leitung von Ulrich Semrau am Sonntag ihr traditionelles Neujahrskonzert in Hoya. Es war das zweite Konzert des Orchesters im Ausweichquartier, der Aula der örtlichen Grundschule. Wegen Bauarbeiten hatte das Orchester schon Mitte November vergangenen Jahres nicht im vertrauten Kulturzentrum Martinskirche auftreten können.

In der Grundschul-Aula hatten Veranstalter und Musiker seinerzeit die sogenannte Weinberg-Formation ausprobiert, bei der Orchester und Publikum wie in einem Amphitheater angeordnet sitzen. Nun saßen die Musiker wieder in Front ihrer Zuhörer, auf der Bühne.

In beiden Fällen gab es ein volles Haus und ein rundum begeistertes Publikum.

In diesem Jahr feiert der veranstaltende Kulturkreis Grafschaft Hoya sein 25-jähriges Bestehen, teilte dessen Vorsitzender, Georg Sättler, mit. Deshalb werde am 12. November dieses Jahres ein Jubiläumskonzert stattfinden – mit der Klassischen Philharmonie Nordwest und dann wieder in der Alten Martinskirche.

Alles begann einst in der Grundschul-Aula

Das Kulturzentrum soll dann in neuem Glanz erstrahlen und damit zugleich die 25-jährige Arbeit des Kulturkreises krönen. Letzterer hatte sein Wirken einst auch in einer Aula begonnen, nämlich im obersten Stockwerk der alten Grundschule, genau am Ort des modernen Nachfolgebaus, der am Sonntagabend dem Neujahrskonzert einen festlich-würdigen Rahmen gab.

Von beschwingt bis zum Radetzky-Marsch

In seiner Begrüßungsansprache erklärte Georg Sättler, dass es sich um das elfte Neujahrskonzert mit der Klassischen Philharmonie Nordwest in Hoya handelte. Sättler dankte der Grundschule dafür, dass sie ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Seinen Dank sprach er auch dem Kassenwart des Kulturkreises, Heinz-Dieter Boyer, aus.

Leicht und beschwingt, doch zugleich auch mit den angekündigten schmissigen Elementen, begann das Orchester mit dem österreichischen Marsch „Unter dem Doppeladler“ von Josef Franz Wagner. Es folgte „Tausendundeine Nacht“ von Johann Strauss als Paradebeispiel für den Melodienreichtum seiner Kompositionen im Dreivierteltakt.

Klarinettist spielt Eigenkompositionen

Als Solist trat der Bremer Klarinettist Martin Kratzsch mit seiner Eigenkomposition „Odessa“ auf, die er in Hoya schon einmal vor wenigen Jahren vorgestellt hatte. Kratzsch erklärte dem Publikum die Klezmer-Musik, deren unterschiedliche Stilrichtungen in seinem fünfteiligen Werk zur Geltung kommen. Begeisterter Applaus belohnte den Klarinettisten und Komponisten für die virtuos und mit viel Temperament vorgetragenen Klänge ebenso wie für sein zweites Werk, das er in Hoya vorstellte, nämlich eine Suite aus „Balkan-Sketches“. Deren Stimmung reichte von melancholisch bis zu „mit Pauken und Trompeten“ – wie Solist und Orchestermusiker eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Das Orchester begeisterte überdies mit weiteren Werken von Johann Strauss, wie etwa „Lob der Frauen“ oder „Rosen aus dem Süden“ und nicht minder mit Willi Krulls „Weserlegenden“, Jacob Gades „Jalousie“ oder Franz von Suppés „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“.

Nach bewährter Neujahrskonzerttradition schloss die Klassische Philharmonie Nordwest mit dem Radetzky-Marsch, zu dem das Publikum einen zweiten Teil als Zugabe erklatschte.

Festprogramm: Ein Teil steht schon fest

Für das Festkonzert zum 25-jährigen Bestehen des Kulturkreises, so teilte Georg Sättler mit, sind bereits einige Programm-Highlights vorgesehen – so die Ouvertüre zur Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck und das Violinkonzert von Peter Tschaikowsky mit der Solistin Ksenia Dubrovskaya aus Moskau. Auch die Sinfonie Nr. 5 – „Reformationssinfonie“ – von Felix Mendelssohn-Bartholdy steht auf dem Jubiläumsprogramm – passend zum 500. Jahrestag der Reformation.

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Quelle: kreiszeitung.de

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