Schluss mit Elterntaxi

Elternhaltestellen sollen Verkehr vor Nienburger Alpheideschule beruhigen

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Polizei, Schule, Kindergarten und Stadt ziehen an einem Strang und stellen das Konzept der Elternhaltestellen vor : (v.l.n.r.) Monika Wegner-Buchholz (Alpheideschule), Friedhelm Meyer-Leseberg (Stadt), Beate Lindenberg-Bukowski (Kindertagesstätte), Gaby Hasenpusche (Verkehrsobtfrau an der Alpheideschule), Werner Müller (Polizei) und Bianka Röhrig (Stadt)

Nienburg - Von Janina Stosch. Der Hol- und Bringverkehr vor Schulen und Kindergarten werde im Stadtgebiet immer mehr zum Problem, erklärt Bianka Röhrig von der Stadt Nienburg. Auch vor der Alpheideschule in Nienburg würden morgens zum Schulbeginn und nachmittags zum Schulschluss unzählige „Elterntaxis“ den Dürerring verstopfen.

Zusammen mit den Bussen und Taxen, die Kinder mit Beeinträchtigung an der Schule absetzen, sei das Verkehrsaufkommen sehr hoch und sorge für eine unübersichtliche Verkehrssituation vor der Schule. Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen, werden dadurch möglicherweise behindert oder sogar gefährdet.

Einrichtung von Elternhaltestellen 

Um dem vorzubeugen, hat sich die Stadt Nienburg in enger Zusammenarbeit mit der Polizei Nienburg, der Kita „Unterm Regenbogen“ und der Alpheideschule ein Konzept überlegt, das bundesweit bereits an einigen Schulen getestet wurde. Mit der Einrichtung von sogenannten Elternhaltestellen, die enstprechend mit Hinweisschildern gekennzeichnet werden, sollen Durchgangsverkehr und haltende Autos aus dem Nahbereich des Schulgeländes verbannt werden.

Die Elternhaltestellen werden dank dieser Beschilderung klar erkennbar sein. 

Das Halteverbot im Nahbereich der Schule wird von 7 bis 16 Uhr an Schultagen gelten, in der restlichen Zeit seien auch die Parkbuchten in dem Bereich wieder normal nutzbar, erklärt Friedhelm Meyer-Leseberg von der Stadt.

Die Elternhaltestellen, die während der Sommerferien eingerichtet werden, befinden sich in der Straße am Exerzierplatz zwischen der Einmündung Dürerring und der Seniorenwohnanlage sowie in der Straße An der Stadtgrenze hinter der Stadbushaltestelle Reiterweg. Dort können die Eltern kurz halten um die Kinder ein- oder aussteigen zu lassen. Danch sollte zügig weiterfahren werden, um den nachfolgenden Autos Platz zu machen. Der restliche Weg zum Schulgelände wird mit Fußspuren-Symbolen in leuchtendem gelb markiert. „Das ist den Kindern durchaus zuzutrauen und stärkt ihre Selbstständigkeit“, sagt Polizist Werner Müller. „Zudem wird der Fußweg so sicher wie möglich gestaltet.“ Die Polizei wird die Neuerungen, die sich für die Schüler ergeben, zusätzlich mit Verkehrsunterricht begleiten.

Der Fußweg, den die Kinder von den Elternhaltestellen bis zur Schule zurücklegen müssen, wird mit Fuß-Symbolen gekennzeichnet. 

„Verkehrserziehung ist ja schon bei uns im Kindergarten elementar“, sagt Beate Lindenberg-Bukowski von der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“. „Es ist wichtig, dass die Kinder sich mit Gefahren im Verkehrsraum beschäftigen und wissen wie sie diesen angemessen begegnen.“ 

Bedürfnisse der Kinder vorrangig 

„Werden die Kinder immer nur mit dem Auto bis vors Schultor gebracht und kommen selbst nicht mit dem Verkehr in Berührung fehlt vielen einfach das Gespür für eventuelle brenzlige Situationen“, sagt Röhrig.

Auch wenn das Konzept nicht allen gerecht werden könne, seien die Bedürfnisse und die Sicherheit der Kinder vorrangig. Besonders in der Anfangszeit, also unmittelbar nach den Sommerferien, seien auch Mitarbeitder der Polizei oder Stadt vor Ort um die Verkehrssituation regelmäßig zu kontrollieren. Nach einem halben Jahr sei dann die erste Evaluierung geplant, um auszuwerten, wie das neue Konzept funktioniert.

„Einen Versuch ist es wert und es wäre schön, wenn die Eltern uns da unterstützen“, sagt Röhrig.

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