Empfang der Keishandwerkerschaft im Nienburger Wesersaal

„Betriebe arbeiten am Limit“

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MIT DEM NACHWUCHS beziehungsweise seinem Verhalten im Internet beschäftigte sich Gastredner Moritz Becker.

NIENBURG - von Leif Rullhusen. Darf man an einem 10. Januar noch Neujahrswünsche übermitteln? Die Redner auf dem Empfang der Kreishandwerkerschaft zum Jahresbeginn waren unisono der Überzeugung man dürfe – und taten dies. Zuerst Kreishanwerksmeister Thomas Gehre.

NIENBURG - von Leif Rullhusen. Darf man an einem 10. Januar noch Neujahrswünsche übermitteln? Die Redner auf dem Empfang der Kreishandwerkerschaft zum Jahresbeginn waren unisono der Überzeugung man dürfe – und taten dies.

Kreishandwerksmeister Thomas Gehre begrüßt die Gäste.

Zuerst Thomas Gehre. Der Kreishandwerksmeister hatte ebenso erfreuliche wie altbekannte Nachrichten. „Ich darf sie wieder in einer recht guten Wirtschaftslage unserer Betriebe begrüßen“, begann Gehre. Trotz der positiven Entwicklung gebe es aber in den Firmen unterschiedliche Befindlichkeiten. Eine sei die enorm hohe Auftragsauslastung. Die liege aktuell bei 95 Prozent. „Die Betriebe arbeiten am Limit“, verdeutlichte er. Unterschiedlich sei auch die Lage in den einzelnen Branchen. So sei zum Beispiel der Wettbewerbsdruck der Lebensmitteldiscounter für viele Handwerker ruinös. „Der handwerklichen Branche wird durch immer neue Gesetze die Luft zum Atmen genommen“, beklagte Gehre. Dabei wären die Lebensmittelskandale in der Industrie und nicht im Handwerk gewesen. Eine klare Position bezog er gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Die Lohnfindung gehöre in die Hände der Tarifvertragsparteien, forderte er. Landrat Detlef Kohlmeier sah in dem zumeist mit Argwohn beäugten demografischen Wandel auch eine Chance für das lokale Handwerk. Gerade bei den speziellen Bedürfnissen älterer Menschen sei das Handwerk gefragt. Allerdings sei die sich verändernde Altersstruktur ein Problem bezüglich fehlender Nachwuchskräfte. Hier müsse auch weiterhin auf das Duale Ausbildungssystem gesetzt werden. Um veränderte Altersstrukturen und Ausbildung rangten sich ebenfalls die Worte von Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes. So würde es viele Menschen im Rahmen ihrer Lebensabendplanung aus dem ländlichen Raum in Mittelstädte wie Nienburg ziehen. Hier müsse man ein Gleichgewicht finden. Denn nur zusammen seien der ländliche Raum und die entsprechenden Mittelstädte stark. Aufpassen müsse man zudem, dass die Schwächsten in der Gesellschaft, die Kinder, nicht verlieren. Deshalb sei unter anderem ein Schulsystem mit maximal flexiblen Angeboten wichtig. Mit dem Nachwuchs beziehungsweise seinem Verhalten im Internet beschäftigte sich Gastredner Moritz Becker. Der Sozialpädagoge verglich das nicht mehr ganz neue Medium mit einem Hammer. So sei es richtig angewendet ein fantastisches Werkzeug, könne aber auch zu einer Waffe werden. Die jetzigen Eltern ständen vor einer großen Herausforderung, da sie die erste Generation seien, die ihren Kindern etwas vermitteln müsse, das ihnen selbst von ihren Eltern nicht vermittelt worden sei.

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