Kosten von rund 1,5 Millionen Euro

Endlich geht’s los: Schiffsliegestelle in Hoya wird saniert

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Ein Ponton und ein Kran – derzeit geht es noch verhältnismäßig ruhig am Liegeplatz an der Weser zu. Bis Ende des Jahres soll vor der bestehenden Spundwand eine neue entstehen.

Hoya - Von Vivian Krause. Die Schiffsliegestelle zwischen den Weserbrücken in Hoya wird saniert. „Endlich“, wie Stadtdirektor Detlef Meyer in der jüngsten Sitzung der Stadt Hoya sagte. An dem rund 40 Jahre alten Bauwerk waren vor etwa zwei Jahren zahlreiche gravierende Schäden entdeckt worden.

Dadurch war die Standsicherheit der Anlage nicht mehr gewährleistet. Jetzt lässt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Verden, eine Behörde der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bunds, die Liegestelle für 1,5 Millionen Euro erneuern. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im Dezember abgeschlossen sein.

Im Grunde gibt es noch nicht viel zu sehen an der 165 Meter langen Schiffsliegestelle in Hoya, außer einem Ponton, auf dem sich ein Kran, ein Bagger und mehrere Personen bewegen. Derzeit stehen Kampfmittelsondierungen an, darauf weist ein Schild am Absperrzaun rund um die Liegestelle hin. Das heißt, der Bereich an der Weser wird auf Rückstände von etwaigen Kampfmitteln wie beispielsweise Bomben oder Munition untersucht. Dies sei laut Polier Sven Jürgens eine Standardprozedur.

Im Jahr 2009 war nur wenige Meter weiter in der Weser in Hoya eine englische Bombe gefunden worden. Rund 3 000 Anwohner waren damals evakuiert worden.

Prüfung auf Kampfmittel

An etwa 240 Punkten im Grund der Weser prüfen die Mitarbeiter der Firma Tagu (Tiefbau-GmbH „Unterweser“) mit Sitz in Oldenburg jetzt, ob sich im Boden unter dem Wasser womöglich weitere Kampfmittel befinden. Dafür wird ein Stahlrohr in den Grund der Weser gespült. Durch dieses führen die Mitarbeiter dann eine Sonde. Diese misst eventuelle Strahlungen. 

Bei möglichen Funden muss es sich nicht immer um ein Kampfmittel handeln. Die Sonde ist vergleichbar mit einem Metalldetektor. Pro Tag sind bis zu 50 Messungen möglich, diese werden aber teilweise erschwert. Beispielsweise durch Steine, die den Weg versperren und zunächst beiseite geschafft werden müssen. Die Messungen werden bei Bedarf vom Kampfmittelbeseitigungsdienst überprüft. Sollte tatsächlich etwas entdeckt werden, müssen die entsprechenden Schritte eingeleitet werden.

Derzeit wird der Boden der Weser auf Kampfmittel überprüft, bevor es an den Bau der neuen Spundwand geht.

Doch davon geht in Hoya derzeit niemand aus. Ziel ist es, die Messungen bis Mitte nächster Woche abgeschlossen zu haben. Dann kann der etwas interessantere Teil für Zaungäste, die schon jetzt einen Blick auf die Arbeiten an der Weser werfen, beginnen: der Bau einer neuen Spundwand. 

Die jetzige bleibt bestehen, rund einen Meter davor wird voraussichtlich Ende des Jahres die neue stehen. Eine Spundwand besteht aus einzelnen Spundbohlen, also großen Stahlelementen. In diesem Fall sind es etwa 95 Einzelteile, die in den Grund der Weser gerammt werden. Sie haben eine Länge von 10 bis 19 Metern. Die jetzige, alte Spundwand misst etwa acht Meter.

Verankerung im Erdreich

Wenn die neue Spundwand steht, folgt deren Verankerung im Erdreich. Dies geschieht durch sogenannte Verpresspfähle. Zuvor muss erneut eine Kampfmittelsondierung durchgeführt werden, und zwar in den Bereichen, in denen die Verankerung in den Grund kommen soll.

Ist dieser Schritt erfolgt, fehlen noch Ausrüstungselemente wie Poller und Steigleitern sowie Erd- und Pflasterarbeiten. Am optischen Gesamteindruck der Anlage ändere sich laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt durch die Maßnahme wenig. Lediglich die Pflasterflächen werden geringfügig anders gestaltet und die vorhandene Beleuchtung durch neue Mastleuchten mit LED-Technik ersetzt.

Für den Schiffsverkehr bleibt die Liegestelle während der Bauzeit komplett gesperrt. Die landseitige Fläche zwischen der Weser und der Straße „Am Hafen“ ist für die Dauer der Arbeiten ebenfalls nicht zugänglich. Kurzfristige Einschränkungen beispielsweise durch an- und abfahrende Baufahrzeuge sind nicht ausgeschlossen. Die Lärmbelästigung durch die Bauarbeiten werden laut dem Amt im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben auf ein Minimum reduziert.

Quelle: kreiszeitung.de

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