Im Oktober soll der „Filmpalast am Hafen“ fertig sein

Endspurt auf dem Weg zum neuen Kinoerlebnis

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Kinobetreiber Holger Glandorf und Projektkoordinator Walter Meinders sind jeden Tag auf der Baustelle.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Wenn Holger Glandorf durch den Rohbau seines neuen Kinos in Nienburg geht, läuft seine Fantasie auf Hochtouren.

„Dort werden gemütliche Sitzecken mit Sofas und eine Bar zum entspannen einladen“, erklärt er mit einem Blick in die zukünftige Lounge. „An den Wänden zeigen große Monitore Ausschnitte aus aktuellen Filmen – keine Plakate.“ Für den Betreiber des „Filmpalastes am Hafen“ laufen schon Hollywood-Blockbuster auf den riesigen Leinwänden der sieben hochmodernen Kinosäle, während die Gäste in den bequemen Sesseln Popcorn, Nachos und Cola genießen.

Langsam lässt die Frontansicht des „Filmpalastes am Hafen“ erahnen.

Unbedarften Besuchern dürfte angesichts kahler, grauer Betonwände und -decken von denen hin und wieder Wasser tropft diese Assoziation zur Zeit noch etwas schwerfallen. Besonders die fensterlosen, düsteren Kinosäle wirken wenig einladend. Dort sind Handwerker derzeit damit beschäftigt, die Wände mit schwarzem Dämmmaterial zu verkleiden. In anderen Räumen wird geflext, gehämmert und gebohrt. Im zukünftigen Treppenhaus steht gegenwärtig der Baukran. Wohlfühlatmosphäre ist hier noch meilenweit entfernt.

Überall auf der Großbaustelle sind Handwerker aktiv.

Wer sich von Holger Glandorf die Baustelle zeigen lässt, wird von dessen Begeisterung und Enthusiasmus allerdings jede Sekunde mehr angesteckt. Irgendwann sieht man sich selbst bereits in einem Kinosessel sitzen, während modernste 4-K-Technologie, Dolby-Atmos-Sound und brillante Bilder auf riesigen Leinwänden perfekte Unterhaltung bieten.

Holger Glandorf begutachtet einen der sieben Kinosäle.

Im Oktober sollen Fantasie und Realität übereinstimmen. Dann will Holger Glandorf sein neues Kino an der Brückenstraße eröffnen. Möglichst übergangslos soll der Umzug vom alten „Filmpalast“ an der Filmeckkreuzung in den neuen „Filmpalast am Hafen“ sein. „Wir werden allerdings nicht gleich mit allen sieben Kinosälen starten können, weil ein Teil der Technik mit uns umzieht“, erklärt der Kinobetreiber. Vier Säle werden am Eröffnungstag aber mindestens einsatzbereit sein, versichert er. Auch das großzügige Foyer mit angrenzendem Loungebereich soll in drei Monaten mit modernem und freundlichem Ambiente von Beginn an zu einem einzigartigen Kinoerlebnis einladen.

Ein durchaus sportliches, aber erreichbares Ziel, ist Glandorf überzeugt. „Wichtig ist jetzt, dass die Handwerker der verschiedenen am Bau beteiligten Unternehmen Hand in Hand arbeiten“, erklärt er. Ende August soll das Gebäude komplett geschlossen sein – einschließlich der großen Glasflächen im Foyer.

Blick in das zukünftige Foyer.

Flankiert wird das neue Kinoerlebnis am Nienburger Hafen mit modernster Technik. Ein hochmodernes Theatermanagementsystem steuert die gesamte Technik – von der Online-Buchung der Tickets über die Dimmung der Beleuchtung in den Kinosälen bis zur kompletten Filmvorführung. „Es erkennt sogar, wenn eine Vorführung nicht besucht sein sollte. Dann wird der Film automatisch nach einer Viertelstunde gestoppt“, berichtet Glandorf. Wer seine Kinotickets online kauft, kann sich übrigens auch gleich einen Parkplatz reservieren lassen. Selbstverständlich muss man sich mit einem Online-Ticket an keine Kasse anstellen, sondern kann direkt im entsprechenden Kinosaal Platz nehmen.

Überall auf der Großbaustelle sind Handwerker aktiv.

Nach seiner Fertigstellung wird das neue Kino-Center in den sieben Sälen insgesamt über 700 Besuchern Platz bieten. Der größte Saal hat 200, die beiden kleinsten haben 80 Sitzplätze.

Mit der Schließung des alten Filmpalastes endet an der Filmeck-Kreuzung eine lange Kinotradition. Vor 105 Jahren ursprünglich als Kaufhaus gebaut, übernahm Kinopionier Willi Gehrcke die Immobilie 1937 und eröffnete dort das „Film-Eck“. 860 Besuchern bot der riesige Vorführraum damals Platz. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war mit den Filmvorführungen im „Film-Eck“ zunächst einmal Schluss. Denn von 1945 bis 1955 belegten die englischen Besatzungsmächte das Kino. Als die Engländer abzogen, kehrte Willi Gehrcke zurück. Bis zu seinem Tod führte er Hollywoodstreifen, Heimatfilme oder auch Italo-Western vor. Danach setzte seine Frau Luise sein Werk fort. Im Jahr 1973 übernahm Heike Spannhake das Ruder des „Film-Ecks“ und betrieb es bis 2012.

Noch steht im Treppenhaus der Baukran.

Seit sieben Jahren lenkt nun Holger Glandorf die Geschicke des traditionsreichen Lichtspielhauses. Leerstehen wird die betagte Immobilie allerdings nicht. Bereits im vergangenen Jahr erwarb ein Nienburger Investorentrio das Gebäude, um es langfristig weiter zu nutzen.

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