Erfolgreiche „Kreativwerkstatt“ der Nienburger Alzheimer Gesellschaft

„Reise in ein unbekanntes Land“

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Die Stützen der Kreativwerkstatt: Gunhild Sievers, Hans-Jürgen Meyer (Bürgerstiftung), Thorsten Stede (Volksbank Haßbergen), Nicola Roloff-Schindler (Sparkasse), Heidi Knust (Bürgerstiftung) und Marlies Wienert (v.l.).

NIENBURG - von Leif Rullhusen. Sie malen für den Moment, für den Augenblick. Wenn die Teilnehmer des Projektes „Kreativwerkstatt“ das nächste Mal kommen, haben sie höchstwahrscheinlich vergessen, was sie gemalt haben. Wahrscheinlich sogar, dass sie in dem Projekt überhaupt ein Bild gemalt haben.

Wahrscheinlich sogar, dass sie in dem Projekt überhaupt ein Bild gemalt haben. Die „Kreativwerkstatt“ der Nienburger Alzheimer Gesellschaft ist für Menschen gedacht, die an Demenz leiden. Gemeinsam mit ihren Lebenspartnern treffen sie sich alle zwei Wochen in den Räumen der Alzheimergesellschaft in der Ziegelkampstraße, um gemeinsam zu malen. Geleitet wird die Kreativwerkstatt von der Nienburger Künstlerin und Kunsterzieherin Gunhild Sievers. „Irgendwann gehen die Lebenspartner im Verlauf einer solchen Erkrankung nicht mehr auf Augenhöhe miteinander um“, erklärt Marlies Wienert, Leiterin der Nienburger Alzheimer Gesellschaft. „Mit dem Malen haben sie die Möglichkeit, das für den Moment wieder zu machen.“ Die an Demenz erkrankten Menschen gingen sogar mutiger an die künstlerische Umsetzung eines Themas heran. „Sie sind befreiter“, berichtet Wienert. Man könne dementen Menschen aber nicht einfach ein Thema vorgeben, das sie umsetzen. Vielmehr müsse man sie mit Hilfe von Sinneseindrücken darauf einstimmen, die Sinne entsprechend anregen. Deshalb bereitet Gunhild Sievers jedes Treffen individuell vor. Bei dem Thema „Winterkinder“ am Freitagnachmittag griff sie auf musikalische Unterstützung der Sängerin Manuela und ihrem Lied „Schneemann“ zurück. „Jedes Treffen ist eine Reise in ein Abenteuer, eine Reise in ein unbekanntes Land“, beschreibt die Künstlerin die Nachmittage. „Wo sie hinführt, sieht man oft erst am Ende.“ Seit April vergangenen Jahres finden die Treffen statt – mit höchst kreativen Ergebnissen. Zwei Ausstellungen in den Räumen der Nienburger Sparkasse und im Rathaus der Stadt gab es bereits. Sie kamen so gut an, dass die Teilnehmer der Kreativwerkstatt sogar einige Kunstwerke verkaufen haben. Trotzdem ist die Alzheimer Gesellschaft auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die bekam sie im vergangenen Jahr durch die Nienburger Bürgerstiftung, die Nienburger Sparkasse und die Volksbank Haßbergen. Nun sagten alle drei Sponsoren ihre weitere finanzielle Unterstützung für das Projekt zu. Wer sich für die „Kreativwerkstatt“ interessiert, bekommt alle weiteren Auskünfte bei der Alzheimer Gesellschaft Landkreis Nienburg (Tel. 05021/9034181). „Weitere Gäste sind jederzeit willkommen“, betont Marlies Wienert. Derzeit nehmen drei Paare sowie einige Alleinstehende regelmäßig teil. Aus den Treffen sind schon einige private Kontakte, sogar Freundschaften entstanden.

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