Glückslos für Hilke Köller

Korporälin von „Ohne Ihn“ gibt Amt weiter

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Führungswechsel bei „Ohne Ihn“ (von links): Hilke Köller übergibt die Schärpe der Korporälin nach 20 Jahren an Lena Rauber.

Erichshagen/Wölpe - Von Johanna Müller. Nicht ganz freiwillig ist Hilke Köller die erste Korporälin von „Ohne Ihn“ geworden, doch im Nachhinein kann gesagt werden: Das war ein Glücksgriff. 20 Jahre ist sie beim Schützenfest vorangegangen, jetzt hat sie ihr Amt an Lena Rauber weitergegeben.

Per Losverfahren suchte eine Gruppe Erichshagenerinnen 1998 jemanden, der die neu gegründete Korporalschaft anführen soll. Sie waren sich zwar einig, dass es Zeit für eine Frauentruppe beim Schützenfest war, doch keiner wollte die Verantwortung übernehmen, erinnert sich Hilke Köller.

Mehrfach wurden Zettel gezogen, immer sagte die Auserwählte ab. Bis schließlich Hilke Köller entschied, wer als nächste gezogen wird, ist die Korporälin. „Das war dann ich. Da ich zu meinem Wort stehe, habe ich den Job übernommen – und ich war immer mit Herzblut dabei“, sagt Köller. Schon als Kind hat sie hinter dem Schützenfestzelt gestanden und durch die Plane gespäht. Gerne wollte sie bei den Feiern oder dem Königsfrühstück dabei sein. Das war damals den Männern vorbehalten. Als Erwachsene wollte sie dann nicht mehr nur daneben stehen.

Der Weg für Damenkorporalschaften war frei – doch die bestehende Gruppe recht voll. Am 17. Juli 1998 wurde daher mit 14 Gründungsmitglieder „Ohne Ihn“ ins Leben gerufen, 1999 folgte der erste Ausmarsch. Einiges zu organisieren für die junge Korporälin, die viel selbst erledigte. Immer an ihrer Seite war ihr Mann, der sie stets unterstützte. Der Einsatz zahlte sich aus: Jedes Jahr kamen mehr Frauen hinzu. Neun weitere neue Mitglieder wurden erst kürzlich bei der Jahreshauptversammlung aufgenommen. Damit ist die Korporalschaft auf 75 Mitglieder gewachsen. „Wir haben uns nie unterkriegen lassen und waren immer eine nette Gemeinschaft“, sagt Hilke Köller.

In den vergangenen Monaten fasste sie den Entschluss, zu gehen, wenn es am schönsten ist. Dies teilte sie bei der Versammlung ihrer Korporalschaft mit. Doch sie kam gut vorbereitet. Als Nachfolgerin schlug sie Lena Rauber vor. Wahlleiterin Sonja Bartkowski lies offen über die neue Korporälin entscheiden und sah alle Hände oben. Einstimmig wählte „Ohne Ihn“ Lena Rauber und begrüßte sie mit Applaus im Amt.

In ihrer Ansprache dankte Rauber dem scheidenden Vorstand: „Im Namen der Korporalschaft bedanke ich mich ganz herzlich für die lange Zeit der guten Führung.“ Weiterhin wichtig ist ihr ein guter Zusammenhalt in der Gruppe, zu der auch Hilke Koller künftig gehört. Am Wochenende wird sie sich beim Festumzug erstmals in einer der hinteren Reihen aufstellen. Auch wenn etwas Wehmut dabei sein wird, freut sie sich auf diese neue Erfahrung.

Der neuen Korporälin rät sie, Aufgaben abzugeben. Das habe sie anfangs falsch gemacht. Trotzdem: „Spaß gemacht hat’s immer.“ Jedes Fest sei anders, aber alle schön gewesen. Doch Lena Rauber ist mit ihrer neuen Aufgabe nicht alleine. Die Nachfolge von Ilona Dreppenstedt als stellvertretende Korporälin tritt Nicole Holthaus an. Als Schriftführerin wird Susanna Kühl von Anja Schöpe abgelöst. Als Kassenwartin ist Lena Steinhauer im Amt bestätigt worden, ihre Stellvertreterin bleibt Birgit Fleischer-Zoll. „Das ist ein tolles Gestirn“, findet Hilke Koller, die Lenau Rauber bei Fragen gerne zur Seite steht.

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