Versteckspiel der besonderen Art: Autorin bleibt anonym

Erotische Geschichten aus Nienburg

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Unerkannt möchte Melia Manadis bleiben. Nur wenig gibt die Frau von sich Preis, die mit ihrem Mann, den Kindern und Tieren sowie viel Liebe rundherum in Nienburg lebt.

Nienburg - Johanna Müller. Von Mastern und Sklavinnen, Lust und Liebe aber auch Misshandlung und Angst handelt der erste Erotik-Roman einer Nienburgerin, die sich Melia Manadis nennt. Unter diesem Pseudonym hat sie gemeinsam mit dem Parlez Verlag das Buch „Die Villa – Jessica“ veröffentlicht, das bereits als Taschenbuch und E-Book im Handel ist. Zwei weitere „Die Villa“-Teile sollen folgen.

Protagonistin Jessica wird unter mysteriösen Umständen von der Polizei aufgegriffen. Verletzt und verstört wird die Frau gefunden. Sie scheint so schwer misshandelt worden zu sein, dass sie kein Wort über ihre Erlebnisse sprechen kann. Also nehmen sich die Zwillingsbrüder Nick und Tom ihr an. In dem attraktiven Arzt Nick, der sich hingabevoll um sie kümmert, findet Jessica einen Vertrauten. Was sie jedoch nicht weiß: Im Keller der Villa, die ein Zufluchtsort für sie wird, verbirgt sich ein exklusiver SM-Club.

Sehr detailliert beschreibt Manadis die Welt ihrer Protagonisten. Der Leser schlüpft dabei in die verschiedenen Perspektiven der Figuren und ist somit hautnah dabei, wenn aus den Fremden – Jessi und Nick – ein Liebespaar wird, dass auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnte. Durch die wechselnden Sichtweisen bleibt die Geschichten interessant und spannend.

Was war nur mit der misshandelten Frau passiert? Wie reagiert sie auf ihr neues Umfeld? Und welche Geheimnisse wird sie noch in der Villa entdecken? Diese Fragen lassen die Leser das Buch kaum zur Seite legen – auch wenn die ein oder andere Verschnaufpause nach gewissen Kapiteln wohl auch mal nötig ist. Denn nicht nur eine verzwickte Liebesgeschichte, sondern einen Blick in eine Parallelwelt präsentiert Manadis ihrer Leserschaft. In dieser Realität sind Polizist und Arzt ein Teil einer SM-Gruppe, die im verborgenen ihren Sex-Fantasien nachgeht.

Fragen an die Autorin „Melia Manadis“

Frau Manadis, Sie verraten Ihre wahre Identität nicht. Macht Ihnen dieses Versteckspiel Spaß? 

Auf diese Art ein Buch zu veröffentlichen, ist schon etwas Besonderes. Neulich war ich mit einer Freundin in der Buchhandlung Leseberg. Sie hat dort mein Buch bestellt – als Autorin unerkannt dabei zu sein, war schon eine außergewöhnliche Situation.

Warum möchten Sie denn anonym bleiben? 

Ich bin durch meine Recherche im SM-Bereich zwar offener geworden, aber auf der Straße darauf angesprochen werden, möchte ich nicht. Noch bleibt dieser Bereich ein Tabu-Thema. Daher verwenden viele Autorinnen im Erotik-Genre andere Namen. Vielleicht ist es ja auch für die Nienburger ganz interessant, wenn es offen bleibt, wer von hier das Buch geschrieben hat.

„Die Villa“ ist eine Serie mit drei Teilen, von denen mit dem Titel „Jessica“ nun der erste erschienen ist. Woher kommt die Idee dazu?

Ich lese viel und habe Geschichten immer gerne weitergesponnen – daraus ist auch diese Geschichte erstanden. Wenn ich unterwegs bin, schreibe ich mir Ideen und Gedanken auf. Am Computer verfasse ich daraus eigene Erzählungen. Ich wusste auch schon früh, dass es mehrere Bücher geben wird, da die verschiedenen Protagonisten ihren eigenen Teil brauchen. Jessica war als erstes da und während ihrer Geschichte haben sich die anderen Figuren entwickelt. Ihr Buch ist eine eigenständige Erzählung. Zum Ende hin tauchen aber Personen auf, die dann in den folgenden Geschichten eine größere Rolle einnehmen.

Wollten Sie schon länger in diesem Genre ein Buch verfassen? 

Ich habe mir das Genre nicht bewusst ausgesucht, das ist so entstanden. Wie viele Frauen habe ich „Fifty Shades of Grey“ gelesen und bin neugierig geworden. SM steht bei mir aber nicht im Vordergrund, sondern die Lebensgeschichten. Ich sehe mich als Autorin, die im Türrahmen steht und die Situation beobachtet. Was der Leser daraus macht, ist ihm selbst überlassen.


Wie ist es für Sie, nun Ihr Buch in den Händen zu halten?

Das ist schon etwas ganz Besonderes. Ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Und dann das Cover zu sehen, das ich selbst mit zwei mir bekannten, talentierten Grafikern gestalten konnte, ist unbeschreiblich.

War es schwierig, einen Verlag für Ihr Werk zu finden? 

Ja, das ist sehr schwierig. Viele große Verlage haben mittlerweile eine Erotik-Nische, die Programme sind aber oft schon im Voraus fest geplant. Ich hatte Glück und bereits im Vorfeld Kontakt mit dem Verlag, der nun mit meinen Büchern erstmals etwas Erotisches veröffentlicht hat.

Was ist Ihre Motivation zum schreiben? 

Lesen und Schreiben sind meine Leidenschaften. Ich möchte, dass man meine Bücher einfach weglesen kann und einen schönen Abend mit den Figuren verbringt.

Wie geht es nun für Sie weiter? 

Aktuell arbeite ich mit dem Verlag an den zwei Fortsetzungen von „Die Villa“. Außerdem habe ich noch zwei weitere Bücher fertig, für die ich aber noch einen Verlag suche.

Bücher gewinnen 

BlickPunkt-Leser können jetzt mit ein wenig Glück das Buch „Die Villa - Jessica“ gewinnen. Wir verlosen drei Exemplare. Einfach bis Dienstag um 11 Uhr eine Mail senden an gewinnspiel.nienburg@aller-weser-verlag.de und schon nehmen Sie an der Verlosung teil. In der Betreff-Zeile bitte das Stichwort „Villa“ angeben und im Text Ihren Namen, Anschrift und Telefonnummer vermerken. 

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