Musik gegen triste Wintertage

Erstes Indoor-Festival Nienburgs im Februar

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Die Veranstalter und Sponsoren des Werksfestivals in Nienburg hängen das große Banner auf. Es ist draußen am Kulturwerk zu sehen.

Nienburg - Von Max Brinkmann. Ein gutes halbes Jahr noch bis zum Altstadtfest, aber das Vergangene ist auch schon fast ein halbes Jahr her. Doch welche größere Veranstaltungen sollen die Nienburger eigentlich in der Zwischenzeit besuchen?

Diese Frage stellten sich auch die vier Kooperationspartner, die jetzt eine neue Veranstaltung für die graue Jahreszeit ins Leben gerufen haben: Das Werksfestival.

Das Nienburger Kulturwerk, Radio Mittelweser, der Arbeitskreis Gedenken und die Rockinitiative Nienburg wollen gemeinsam mit dem Publikum dem tristen Winteralltag entkommen. Radio Mittelweser-Chefredakteur Philipp Keßler erklärt: „Die Idee war ursprünglich, eine Wintervariante des Altstadtfestes zu initiieren. Wie auch bei unserem Konzept für die dortige Radio Mittelweser-Bühne, möchten wir etwas Neues starten, bei dem überwiegend lokale und regionale Bands im Fokus stehen“.

„Nienburg rockt für Freiheit“

Dieses Projekt wird am ersten Februar-Wochenende im Kulturwerk umgesetzt. Dazu Kulturwerk-Chefin Olga Suin de Boutemard: „Mit den Musikern aus der Region können sich Menschen identifizieren und die Vielfalt der Musik verbindet Generationen, ebenso wie unsere Botschaft für Freiheit“.

Über das Motto des Festivals „Nienburg rockt für Freiheit“ kam der Arbeitskreis Gedenken mit ins Boot. Die Veranstalter möchten ein deutliches Zeichen gegen Krieg und Unterdrückung setzen. Das harmoniert gut mit der Veranstaltungsreihe zur Befreiung von Ausschwitz 1945 vom Arbeitskreis Gedenken. Thomas Gatter aus dem Arbeitskreis fasst zusammen: „In der Musik geht es immer auch um Freiheit. Egal ob explizit in den Texten angesprochen oder ob das Thema eher im musikalischen mitschwingt. Deshalb wollten wir das Werksfestival unbedingt unterstützen.“

Der Freitag

Die erste Band des Festivals wird vom Kulturwerk präsentiert. „Erst vor Kurzem haben sie hier ein ,Hutkonzert‘ gegeben“, freut sich Suin de Boutemard über Opas Stube. Die fünf Musiker werden den Freitag mit melodiösem Rock eröffnen.

Für den Rest des Abends ist die Rockinitiative Nienburg verantwortlich – dementsprechend härter wird auch die Musik: Still Awake aus München bringen mit ihrer Frontsängerin Melodic Metal auf die Bühne. Auch wenn die Band aus München kommt, ist die Regionalität gegeben. Eines der Mitglieder kommt aus Nienburg, außerdem dürfte die Band einigen noch vom letzten Burnout-Festival im Gedächtnis geblieben sein. Weiter geht es mit Choose your Path. Das sind vier junge Männer aus Bad Oeynhausen, die seit 2008 ein gemeinsames Ziel verfolgen. Die Musik zu spielen, die ihnen am Herzen liegt: Melodic Hardcore.

Den ersten Abend werden die Mad Monks aus Bremen abschließen. Sie spielen eine Mischung aus Ska und Punk. „Da wird sicherlich viel getanzt“, sind sich die Veranstalter sicher.

Der Samstag

Am Samstag wird es dann richtig lokal und geht eher in Richtung Mainstream. Drei Acts aus dem Landkreis Nienburg treten auf. Den Anfang machen Meilentaucher aus Hoya. Als Schülerband 2013 gegründet, haben sich die vier Jungs mittlerweile professionalisiert und veröffentlichten im vergangenen Jahr ihre erste EP mit deutschem Rock-Pop. An neuer Musik wird bereits gearbeitet.

Im Anschluss wird Der To die Festivalgäste begeistern. Die Band um Sänger und Songwriter Tonja Bitsch spielt deutschsprachige Lieder von ihren bisher drei veröffentlichten Studioalben und eventuell auch neue Songs.

Zum Abschluss des ersten Werksfestivals spielt der Nienburger Frank Wesemann am Samstagabend. Im vergangenen Sommer wurde sein Song „Nie zu spät acht Mal in Folge in die MDR-Hitparade gewählt.

Nicht gewerblich

Zwischen den einzelnen Acts wird der Arbeitskreis Gedenken ein Rahmenprogramm gestalten. Von Gedichtvortägen ist beispielsweise die Rede. Während des Festivals gibt es auch die Möglichkeit, die Ausstellung „Wege des Lebens“ des Nienburger Fotografen Maciej Michalcyk zu begutachten.

Das Festival ist keine gewerbliche Veranstaltung. Alle Einnahmen gehen in das Projekt, denn der Wunsch ist es, jedes Jahr ein Werksfestival finanzieren zu können. Damit so ein kostspieliges Festival auf die Beine gestellt werden kann, braucht es natürlich Sponsoren. Mit dabei sind: die Stiftung der Sparkasse Nienburg, Avacon, die VGH und der Landschaftsverband Weser-Hunte. Alle Sponsoren und Veranstalter sind sich in einer Sache einig: „Es ist besser, für etwas zu sein, als gegen etwas.“ Und da sie der Meinung sind, dass viele das genauso sehen, wird mit bis zu 180 Gästen pro Tag gerechnet.

Karten für das Werksfestival gibt es im Kulturwerk (Mindener Landstraße 20) und bei Radio Mittelweser (Wölper Straße 122). Es sind sowohl Kombi- als auch Tagestickets erhältlich.

Programm 

Freitag, 2. Februar 

18.30 Uhr: Opas Stube 

19.50 Uhr: Still Awake 

21 Uhr: Choose your Path 

22.05 Uhr: Mad Monk 

Samstag, 3. Februar 

18.30 Uhr: Meilentaucher 

20 Uhr: Der To 

21.30 Uhr: Frank Wesemann

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