Wecholder Frank Jester spricht in ausverkauftem Güterschuppen

Kein Raucher offenbarte sich dem Barfuß-Referenten

Barfuß und gestenreich gestaltete Frank Jester seinen lebhaften Vortrag in Eystrup. - Fotos: Horst Friedrichs

Eystrup - Von Horst Friedrichs. Seine nackten Füße verrieten ihn. Richtig spannend wurde es am Sonntagnachmittag im Eystruper Güterschuppen, als es auf 15 Uhr zuging – den Zeitpunkt, an dem Arzt und Buchautor Dr. Frank Jester aus Wechold seinen Vortrag beginnen sollte. „Um 14.45 Uhr war er noch nicht da, und wir wurden allmählich nervös“, sagt Annelore Graue vom veranstaltenden Heimatverein.

Gemeinsam mit den übrigen Verantwortlichen wartete sie auf den Redner, der eine Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn längst für ein volles Haus gesorgt hatte. Und immer noch strömten weitere Zuschauer herbei. Im Güterschuppen mussten Stühle geschleppt werden, um allen Besuchern einen Platz bieten zu können. Und dann kam auch Jester.

„Ich wollte gerade meinen Mann bitten, Dr. Jesters Handynummer ausfindig zu machen“, berichtet Annelore Graue, „da fuhr vor dem Güterschuppen ein Auto vor. Die Wagentür wurde geöffnet, und zwei nackte Füße erschienen. Sofort waren wir erleichtert, denn wir wussten: Er ist da!“ Schließlich waren es äußerst bekannte unbeschuhte Füße, die dort zum Vorschein kamen. Berühmtheit hatten sie erlangt, als sich ihr Eigentümer vor zwei Jahren barfuß auf den Weg vom Hamburger Rathausmarkt zum Bodensee gemacht hatte. Barfuß betrat Frank Jester nun auch die Bühne des Eystruper Güterschuppens und erkundigte sich vorsichtshalber, ob jemand etwas gegen seine unverhüllten Füße einzuwenden habe.

Aus dem mittlerweile restlos besetzten Saal meldete sich niemand auf diese Frage. Auch auf weitere Fragen des Arzts und Zahnarzts gab es keine Wortmeldungen: Unter den Anwesenden war niemand, der sich völlig gesund fühlt, und es gab auch keinen einzigen Raucher im Güterschuppen – jedenfalls keinen, der die Hand gehoben hätte.

Jester pflegte den Dialog mit seinem Publikum auch während des weiteren Verlaufs seines Vortrags. „Vor 20 Jahren gab es noch 20 000 Krankheiten“, erklärte er und verblüffte seine Zuhörer mit der Ergänzung: „Heute kennen wir schon 40 000.“ Die Erklärung dafür lieferte Jester sogleich nach: „Die Diagnosen sind heute wesentlich differenzierter als früher. Damals genügte beispielsweise Herzstillstand als Todesursache. Heute will man es viel genauer wissen, etwa, ob es sich um einen Hinterwand-Infarkt gehandelt hat.“

Barfuß und gestenreich gestaltete Frank Jester seinen lebhaften Vortrag in Eystrup. - Fotos: Horst Friedrichs

Weitreichende Informationen zu Themenkreisen wie Entsäuerung und Darmbakterien, Krebserkrankungen und Stresslösungen, aber auch basische Ernährung und Arginin als natürlicher Kraftstoff für Blut, Kreislauf und Gesundheit lieferte Frank Jester seinen Zuhörern mit humorgewürzten und gut verständlichen Formulierungen.

Seine Ehefrau Marina Jester präsentierte Bücher und Hörbücher ihres Manns, die beim Publikum großes Interesse weckten. „Schenken Sie dieses Buch Ihrem Arzt – und drei Bekannten, die Sie gerne wieder gesund sehen möchten“, empfahl Frank Jester augenzwinkernd sein Werk über Arginin.

Und weiter geht’s im Güterschuppen

In ihrer Begrüßungsansprache hatte Annelore Graue auf weitere Veranstaltungen im Güterschuppen hingewiesen, etwa auf das herausragende Konzertereignis mit Gottfried Böttger und Henning Pertiet (siehe unten). Ein Riesenerfolg, sagte Annelore Graue, sei im vergangenen Jahr das Sommerfest mit der Kultband „The Whities“ gewesen. Auch in diesem Jahr werde es ein Sommerfest geben, wieder wie 2016 mit der Band „Full House“ und abermals mit den „Whities“ als „special guests“. Ein weiteres großes Ereignis kündige sich mit dem Dampfmaschinenfest am 29. und 30. Juli an.

Am Samstag, 3. Juni, spielen ab 20 Uhr die Pianisten Henning Pertiet (Verden) und Gottfried Böttger (Hamburg) Blues, Reggae und Jazz im Güterschuppen. Der Kartenverkauf läuft. Tickets sind zum Preis von 20 Euro bei Koopmann’s Laden und in der Volksbank in Eystrup erhältlich sowie beim Heimatvereinsvorsitzenden Horst Wyss zu reservieren (Telefon 04254/769). An der Abendkasse kosten sie 25 Euro.

Quelle: kreiszeitung.de

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