Eystruper Bauausschuss kritisiert mangelndes Interesse / Geld für Spielplätze

„Kinder haben halt keine Lobby“

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Der Spielplatz an der Danziger Straße in Eystrup ist besonders erneuerungsbedürftig. Von den vorhandenen Spielgeräten sollen nur Wippe und Schaukel bleiben.

Eystrup - Von Alena Staffhorst. „Es ist schon deprimierend, dass heute kein Einwohner da ist“, sagte Vorsitzender Norbert Grobrügge (SPD) am Donnerstagabend im Eystruper Rathaus und erntete zustimmendes Nicken von den Mitgliedern des Bauausschusses. Die Männer stimmten zwar unisono einer Investition von 96000 Euro in neue Geräte auf den Eystruper Spielplätzen zu, doch ihre Entscheidung hatte einen bitteren Beigeschmack.

„Es wird immer viel gefordert, aber wenn dann mal was passiert, ist das Interesse gleich null“, sagte Grobrügge gleich zu Beginn der Sitzung. Ihm war der Unmut darüber, dass – mal wieder – nicht ein Einwohner anwesend war, deutlich anzumerken. „Fast 100000 Euro, das ist schließlich eine ganz ordentliche Summe für unsere Gemeinde.“ Bürgermeister Manfred Ernst (SPD) gab ihm Recht: „Das Interesse ist immer nur da, wenn man direkt betroffen ist. Kinder haben halt keine Lobby.“

Die Politiker einigten sich darauf, 96000 Euro in die fünf Spielplätze der Gemeinde zu investieren. „Eine Fachfirma hat sich die Spielplätze angeschaut und ein Gutachten erstellt. Darin steht nicht nur, wo Erneuerungsbedarf besteht, sondern auch, welche Spielgeräte sie alternativ vorschlagen“, sagte Bauamtsleiter Rolf Walnsch. „Besonders auf dem Spielplatz an der Danziger Straße sieht die Firma großen Handlungsbedarf.“

Und dem möchte der Bauausschuss auch nachkommen. „Die Wippe und die Schaukel auf dem Spielplatz sind noch in einem guten Zustand, die können bleiben“, sagte Rolf Walnsch. Alle anderen Geräte sollen weg, dafür gibt es einige neue: eine Kletterkombination mit verschiedenen Anbauteilen, ein Bodentrampolin und ein Sandwerk. Auch stimmte der Ausschuss für einen Zaun, ein Sonnensegel und drei neue Bäume. Insgesamt fließen damit rund 35000 Euro in diesen Spielplatz.

Die anderen Spielplätze seien laut Gutachten in einem besseren Zustand, dennoch entschieden sich die Ausschussmitglieder auch dort für die eine oder andere Maßnahme: An der Laubaner Straße soll es zukünftig eine Korbschaukel geben, am Vehrenkamp eine Minischaukel mit Kleinkindersitz. Eine Kletterkombination mit verschiedenen Anbauteilen, eine Standardschaukel und ein Minizoo-Spielgerät sollen Am Moorgraben entstehen, und den Spielplatz Dierksweide sollen zukünftig eine Doppelschaukel mit Kleinkinder- und Standardsitz, eine Kletterkombination, zwei Telefonsäulen, eine Maushütte und ein Zaun schmücken.

„Als nächsten Schritt holen wir uns Angebote ein“, sagte Walnsch. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass die Investitionen nötig sind. „Wir sollten alle Spielplätze zusammen als Gesamtkonzept sehen. Jeder Spielplatz sollte sein eigenes Highlight haben – mehr als nur einen Sandkasten und eine Schaukel“, sagte Grobrügge und schloss das Thema mit den Worten „Heute waren wir die Vertreter der Zwerge“ ab.

Quelle: kreiszeitung.de

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