Dreist und unsozial: Steimbkes Ortsbrandmeister beklagt Fehlwürfe

„Container ist doch keine Müllkippe!“

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Henning Häsemeyer ist sauer: Immer wieder entsorgen Bürger ihren Müll im Altpapiercontainer.

STEIMBKE. Henning Häsemeyer kniet sich buchstäblich rein: Steimbkes Ortsbrandmeister klettert schonmal selbst in den Altpapiercontainer hinterm Feuerwehrgerätehaus, um großvolumige Kartons aufzufalten oder plattzutreten. „Für uns sind die Einnahmen aus dem Altpapier wichtig“, sagt der Feuerwehrmann.

Doch etliche Zeitgenossen scheren sich nicht um das ehrenamtliche Engagement der Wehr und gefährden deren Finanzierung: Sie werfen alles Mögliche, von Plastikfolien bis zu Essensresten, in den Papiercontainer. Das wird jetzt Konsequenzen haben.

Ortsbrandmeister Häsemeyer ist sicher ein umgänglicher Mensch. „Da kann ja immer mal was dazwischen sein, was nicht reingehört. Das kann jedem passieren“, sagt er. Aber hinter dem Container hat er die Fehlwürfe weniger Tage aufgestapelt, und diese Menge ist kein Versehen: Von der Radkappe über den Kühlergrill, von Styroporverpackungen und Plastikfolien bis zu Obstkisten reicht die Palette. „Das müssen wir alles aus dem Altpapier holen, sonst weigert sich der Entsorger, den Container zu leeren. Für uns sind diese Einnahmen aber wichtig!“, sagt der Ortsbrandmeister. Zum unnötigen Gewühle in anderer Leute Altpapier kommt noch die Entsorgung hinzu: „Wir sind Feuerwehrleute, keine Entsorger!“

Hinzu kommt, dass sich das Engagement der Feuerwehr unter diesen Umständen kaum noch rechnet, weiß BAWN-Vorstand Frido Dieckmann: „Die Entsorgungskosten für die Fehlwürfe zehren die Erlöse beinahe auf.“ Bei Ortsbrandmeister Häsemeyer ist der Ärger inzwischen so groß, „dass das so nicht weitergeht. Wenn sich nichts ändert, können wir den Container nicht mehr betreuen“, sagt der Ortsbrandmeister. Mit anderen Worten: „Wir müssen die Altpapiererfassung dann einstellen. Dann gibt’s hier keinen Container mehr.“

Auch beim BAWN ärgert man sich ebenfalls über die Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen. Vorstand Frido Dieckmann: „Wir haben wirklich ein wohnortnahes und komfortables Entsorgungssystem entwickelt, da braucht niemand seine Plastikfolien in den Altpapiercontainer zu werfen. Und wenn dann ausgerechnet das Engagement der Feuerwehren mit Füßen getreten wird, die ja wirklich Dienst am Nächsten leisten, dann ist das unsozial!“ Der BAWN warnt vor drastischen Bußgeldern, die im Falle des Missbrauchs drohen, und auch vor Ort, in Steimbke, nehmen die verantwortlichen Stellen die Fehlwürfe ernst: Die Samtgemeinde hat nach der wiederholten Entsorgung von Grüngut im Altpapiercontainer ein Verfahren gegen den mutmaßlichen Übeltäter eingeleitet, „und für die Polizei ist das auch keine Lappalie. Die Beamten in Steimbke reagieren sofort, wenn wir uns melden“, lobt Henning Häsemeyer die Ordnungshüter. „Der Altpapiercontainer ist keine Restmülltonne. Missbrauch kann richtig teuer werden“, warnt Frido Dieckmann.

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