"Familienhort" in Nienburg offiziell eröffnet

Begegnung der Generationen

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Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes und der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann lassen sich von der Vorsitzenden des Sprotte-Vereins Tamara Ritter und der Sprotte-Geschäftsführerin Barbara Weissenborn (v.l.) durch den Garten des "Familienhorts" führen

Nienburg -Von Leif Rullhusen. Im Bauerngarten wächst das Obst und Gemüse. Eine bunte Bank lädt zum Ausruhen ein und eine Handvoll Hühner scharrt in der Erde. Es ist ein idyllisches Plätzchen mitten in Nienburg. Der „Familienhort“ in der Alpheide ist aber noch viel mehr.

Er ist eines von zwei Mehrgenerationenhäusern im gesamten Landkreis.

Gestern hatte der Sprotte-Verein zur offiziellen Eröffnung mit anschließendem Familienfest in die Räume der einstigen Hausmeisterwohnung der Alpheideschule am Dürerring eingeladen.

Der Einladung von Tamara Ritter, der Vorsitzenden des Sprotte-Vereins, und Barbara Weissenborn, der Sprotte-Geschäftsführerin, waren unter anderem der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann und Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes gefolgt. Beide nutzen den offiziellen Anlass, um die Bedeutung des neuen Mehrgenerationenhauses für die Menschen zu betonen und allen daran Beteiligten ausgiebig zu danken. Er habe nicht lange nach Gründen suchen müssen, um sich für die Bewerbung des Sprotte-Vereins um eine Aufnahme in das entsprechende Bundesprogramm einzusetzen, erklärte Beermann. Schließlich kenne er schon das hiesige Vorgängermodell, den „Ort der Integration“. „Bislang haben nur vereinzelte Initiativen den Weg zum inklusiven Gemeinwesen eingeschlagen. Sie setzen mit ihrem Haus neue Maßstäbe und suchen eigene, passende Möglichkeiten“, lobte der Bundestagsabgeordnete. Heute sei es nicht mehr selbstverständlich, dass sich Generationen Hand in Hand aufbauen, ergänzte Onkes. Deshalb sei es eine große Chance, an diesem Ort Kindergarten, Schule und Seniorenheim zusammenzuführen.

Bereits 2012 schuf der Sprotte-Verein aus der ehemaligen Hausmeisterwohnung mit Mitteln des Bundesbauministeriums einen „Ort der Integration“ und war als eines von nur acht Modellen bundesweit ausgewählt worden, um zu forschen, was es braucht, damit Schulen und Quartiere mehr miteinander verbunden werden. Nach dem Auslaufen des ExWoSt- Programmes wurde das erfolgreiche Projekt durch die Stadt zwei Jahre lang weiterfinanziert. Im vergangenen Frühjahr hatte sich der Sprotte-Verein um die Teilnahme am neuen Programm „Mehrgenerationenhäuser“ beworben, um noch mehr als bisher vor allem in den Bereichen „Demographischer Wandel“ und „Integration“ arbeiten zu können.

„Unser großes Glück war, dass wir im Januar 2016 mit Angelika Guss eine neue Kollegin dafür gewinnen konnten, mit der Umstrukturierung des Hauses zu beginnen und aus dem Haus schon mal Defakto ein Mehrgenerationenhaus zu machen“, berichtet Barbara Weissenborn. Seitdem ist Angelika Guss damit beschäftigt, für alle da zu sein, bietet Beratung und Angebote für Familien und Kinder. Ergänzt wird die Arbeit im Haus durch Kollegin Elke Heise, die dort und im Sprotte für die Umsetzung des Projektes „Anlaufstellen für ältere Menschen“ verantwortlich ist. Und nicht zuletzt hatten sich auch zahlreiche Ehrenamtliche und Kooperationspartner wie das Seniorenzentrum in der Alpheide gefunden, die mit zusätzlichen Angeboten die Entwicklung des Hauses unterstützen und deren Erfahrungen und Anregungen im vergangenen Jahr zum Beispiel dazu geführt haben, den Eingangsbereich Barriere arm umzubauen. Mit Geduld, kreativen Ideen und Geld von „Aktion Mensch“ habe der Zugang zum „Familienhort“ ein ganz neues Gesicht bekommen freut sich die Sprotte-Chefin. „Jetzt ist er gut zu sehen und bequem zu erreichen, auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.“ Mit Mitteln aus der Bollmanns- und der Klitzing Stiftung sei zudem die Situation im Haus wesentlich verbessert worden. Weissenborn: „Neue seniorengerechte Stühle und ein Tisch, auf dem man sich beim Aufstehen abstützen kann, hohe Sessel und Verdunklungen für die Räume wurden davon angeschafft.“ Letzter Meilenstein des Umbaus zum Mehrgenerationenhaus war dann der „Umzug“ des alten Schul- und Stadtteilgartens direkt ans neue Haus. Dort ist der „Garten der Generationen“ entstanden zu dem selbstverständlich auch die Hühner weiter gehören. Erst vor einer Woche war das bei den Besuchern beliebte Federvieh in seinen neuen Stall umgezogen.

Viel Unterstützung hatte der Verein bei der Antragstellung schließlich auch durch Maik Beermann erfahren. „Es war nicht so einfach ein zweites Mehrgenerationenhaus in den Landkreis Nienburg zu bekommen, denn es haben sich auch viele Landkreise beworben, die noch gar kein Haus haben“, erinnert sich Barbara Weissenborn.

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