Verwüstung der Insel durch Hurrikane „Irma“ und „Maria“

Familienurlaub auf Puerto Rico wurde zu Katastrophenreise

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Trümmer säumten die Straßen, nachdem Hurrikan "Maria" über Puerto Rico hinweg zog. 

Eystrup - Von Jana Wohlers. Die Insel Puerto Rico – ein Traum aus Palmen und weißen Sandstränden, bewohnt von Menschen mit einer Mentalität, wie sie in Deutschland ihresgleichen sucht. Seit Jahren fliegen Bärbel und Edwin Santiago über den großen Teich in das größte Außengebiet der USA, um dort Familienbesuch und Sommerurlaub miteinander zu verknüpfen. Doch ihre jüngste Reise verlief ganz anders als geplant: Die Hurrikane „Irma“ und „Maria“ fegten währenddessen über die Insel hinweg und hinterließen Zerstörung.

Insgesamt drei Wochen sollte der Besuch bei Edwin Santiagos Vater dauern. Doch der lebt in jener Region Puerto Ricos, die von einem der beiden Hurrikane mit voller Wucht getroffen wurde. Am Ende wollten Bärbel und Edwin Santiago nur noch eins: schnell raus aus dem Katastrophengebiet. Doch das war gar nicht so einfach.

Edwin Santiago kam 1987 als Angehöriger der US Army nach Deutschland. Er war in Barme stationiert. Hier fand er seine große Liebe Bärbel. Seither lebt das Paar in Eystrup und macht regelmäßig Urlaub auf Puerto Rico. Dieses Jahr bot sich ihm dort ein Bild der Verwüstung, erzählt das Ehepaar. Die Gegend sei eigentlich eine Pracht, mit viel Grün und idyllischen Landstrichen. Nach dem Hurrikan war alles nur noch grau und trist, die Landschaft verwüstet und jedes Zeitgefühl verschwunden, erzählt das Paar.

Kein Strom, kein Wasser, wenig Essen und Benzin

Die ersten Tage nach dem Sturm waren für Santiagos die schlimmsten: Es gab keinen Strom, kein fließend Wasser und nur wenig Nahrungsmittel und Benzin. „Wir waren nervlich am Ende“, erzählt Bärbel Santiago. Die Situation könne nur mit einem Wort beschrieben werden: „katastrophal.“

Edwin Santiago beim Wasserholen. Fließend Wasser gab es nach den Hurrikanen nicht mehr.

Bei all der Zerstörung imponierten dem Paar die Menschen und ihre Mentalität. „Trotz der schrecklichen Umstände hat man lächelnde Gesichter gesehen. Die Menschen haben einfach das Beste aus der Situation gemacht“, sagt Bärbel Santiago. Das Ehepaar hatte nach den Stürmen nur einen Wunsch: Möglichst schnell nach Hause kommen und ein Stück Sicherheit wiederfinden. Doch „Maria“ und „Irma“ hatten auch den Insel-Flughafen nicht verschont, erst nach Tagen gingen wieder vereinzelt Flüge aufs Festland – allerdings nur in die USA.

Ohne die engagierte und persönliche Hilfe von Simone Kaup aus der „Eystruper Reisewelt“ wären sie erst ein paar Wochen später wieder auf deutschem Boden gewesen, da sind sich Santiagos sicher. „Sie hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, mit Fluggesellschaften und Botschaften telefoniert und jeden erdenklichen Hebel geschaltet“, sagt Bärbel Santiago und ist voll des Danks. In Hassel lebende Freunde des Ehepaars hatten den ersten Kontakt zum Reisebüro hergestellt. Danach kommunizierten Santiagos und Simone Kaup per Handy – das das Paar wegen des Stromausfalls auf der Insel stets im Auto aufladen musste.

Vater kommt vorerst in Philadelphia unter

Am Ende ging die Rückreise mit drei Flügen über Miami und Lissabon bis nach Hamburg und letztendlich wieder in die Heimat nach Eystrup. „Wir wollten nur noch nach Hause“, sagt das Ehepaar.

Der Vater von Edwin Santiago verlässt die Insel morgen und kommt für ein paar Monate bei seinen Söhnen in Philadelphia unter – bis sich die Lage auf Puerto Rico einigermaßen normalisiert hat. „Sicherlich fliegen auch wir irgendwann wieder auf die Insel“, sagt Bärbel Santiago – „aber nicht mehr in der Hurrikan-Saison!“

Quelle: kreiszeitung.de

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