Ein Fest für alle: IG „De ole Schüün“ bereitet Scheunentag vor

Altes Handwerk, alte Trecker, alte Haushaltsgeräte

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Die Interessengemeinschaft „De ole Schüün“ will am 31. August Jung und Alt begeistern.

Magelsen - Von Jana Wohlers. Magelsen steht am Sonntag, 31. August, ganz im Zeichen der früheren Landwirtschaft. Ab 11 Uhr feiert die Interessengemeinschaft (IG) „De ole Schüün“ mit einem Scheunentag ihr zehnjähriges Bestehen. Rund um die Fachwerkscheune dreht sich alles um das Wörtchen „alt“ – vom Traktor übers Handwerk bis hin zur Lebensweise aus vergangenen Jahrhunderten.

Der Rasen wird gepflegt, der Boden gekehrt, die Scheune aufgeräumt: Rund zwei Wochen vor dem landwirtschaftlichen Schautag laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Mitglieder der IG „De ole Schüün“ arbeiten fleißig daran, die Fachwerkscheune für den großen Tag herzurichten.

Dass das alte Gebäude vor einigen Jahren abgerissen werden sollte, weil es verfallen war, ahnt der Betrachter heute nicht mehr. „Uns kam damals die Idee, das Gebäude in Eigenregie zu führen“, erzählt IG-Vorsitzender Hermann Boymann. Nach dem Motto „Was zum Dorf gehört, soll auch im Dorf bleiben“ schlossen sich einige historisch interessierte Bürger zusammen und sanierten die Scheune.

Fortan beherbergte das Gebäude Gegenstände der Heimatvereine Wechold und Hoya. „Es war einige Arbeit, das Grundstück wieder anschaubar zu machen“, sagt Hartmut Westermann von der IG. Zäune mussten gebaut, Gras gesät und der Boden gepflastert werden.

Heute gehören vor allem alte Sammlerstücke zum Inventar der Fachwerkscheune. „Ich habe immer nach einer Beschäftigung gesucht, die ich auch während meiner Rente ausüben kann. Ich brauchte etwas zu tun“, erzählt Boymann. So entdeckte der Vorsitzende seine Leidenschaft für das Sammeln historischer Gegenstände, insbesondere aus der Landwirtschaft. Die vielen Sammlerstücke stammen nicht nur aus Magelsen, sondern auch aus zahlreichen umliegenden Dörfern.

Beim Scheunentag erwartet die Besucher ein buntes Programm: „Die Ausstellungsstücke können nicht nur besichtigt werden. Sie werden auch in ihrer Funktionsweise erklärt und bei Aufführungen vorgeführt“, sagt Sven Koldehofe. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lohne sich ein Besuch ebenso wie für die älteren Generationen. „Der Scheunentag ist ein Fest für alle. Zu wissen, wie alte Maschinen und Geräte funktionieren, ist nicht nur für Zeitzeugen interessant“, sagt Koldehofe.

Auf dem weitläufigen Gelände können am 31. August alte Landmaschinen, altes Handwerk und alte Haushaltsgeräte besichtigt werden. In einem Dreschhalter können die Gäste die Dreschtechnik des vergangenen Jahrhunderts anschauen, bevor in einer alten Mühle Mehl gemahlen wird. Mit alten Treckern, wie einem Gabelwender zum Heuwenden, wird die Feldarbeit vorgeführt. „Wir rechnen zudem mit rund 100 bis 150 Oldtimer-Freunden, die ihre Traktoren ausstellen“, sagt Dietrich Koldehofe.

Der Scheunentag bietet seinen Besuchern einen Einblick in das landwirtschaftliche Leben vergangener Zeiten – und noch mehr: Eine Postkarten-Ausstellung des Sammlers Volkert Wolters aus Blender ist ebenfalls zu sehen. Kurt Hustedt präsentiert alte Melktechniken. An einem Kunsteuter können sich die Gäste selbst im Melken probieren.

„Schatzsucher“ Kai Jems zeigt frühgeschichtliche Funde, und auch der Heimatverein Wechold plant eine Aktion. Die Interessengemeinschaft „De ole Schüün“ hat zusätzlich eine Ausstellung zum Thema „100 Jahre Strom in Magelsen“ auf die Beine gestellt. Wer noch keine integrierten Steckdosen in Glühbirnen gesehen hat, ist dort genau richtig.

Quelle: kreiszeitung.de

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