Standort für Unterkunft umstritten

Brandstiftung an möglichem Standort für Obdachlosenheim

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Nienburg - Unbekannte haben am Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr Feuer nahe einer möglichen Obdachlosenunterkunft in Nienburg gelegt - im sogenannten „Uhrturmgebäude“ einer ehemaligen britischen Kaserne.

Die Ermittler der Polizei gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. In dem Gebäude am Amalie-Thomas-Platz befand sich zuletzt ein Offizierskasino britischer Streitkräfte.

Die Flammen seien schnell unter Kontrolle gebracht worden, teilte die Polizei mit. Der Sachschaden sei gering. Beim Eintreffen des ersten Feuerwehr-Fahrzeuges drang massiver Rauch aus dem Erdgeschoss des Gebäudes, schreibt Marc Henkel, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt in einer Mitteilung. 

Feuerwehr bekämpft mehrere Brandherde

Umgehend machten sich demnach zwei Trupps unter schwerem Atemschutz fertig und drangen in das Gebäude vor. Ein weiterer Trupp musste, um ins Gebäude zu kommen, Sperrgitter von einem Fenster wegflexen. Da nicht auszuschließen war, dass sich noch Personen im Gebäude befinden, wurden weitere Trupps ins Gebäude geschickt. Ihr Auftrag war das Absuchen des gesamten Gebäudes sowie die Brandbekämpfung.

Am Morgen ging die Polizei nicht davon aus, dass Personen zu Schaden kamen. Das Gebäude werde oft von Obdachlosen genutzt, sodass die Einsatzkräfte zuerst nicht sicher waren, ob Menschen vom Feuer betroffen waren.

Während ein Trupp das Feuer im Erdgeschoss bekämpfte, fanden die anderen Trupps noch zwei weitere Brandstellen, berichtete Henkel. Eine befand sich im Kellergeschoss und die dritte Brandstelle in einem Schacht für einen Lastenaufzug.

Insgesamt waren bei dem Einsatz fünf Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr Nienburg, ein Rettungswagen sowie die Polizei vor Ort. Nach rund 90 Minuten konnten die 42 Einsatzkräfte wieder einrücken. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Standort für Obdachlosenheim umstritten

Das stark sanierungsbedürftige Gebäude auf dem früheren Gelände der britischen Garnison sei als mögliche Obdachlosenunterkunft in Nienburg im Gespräch, sagte der Sprecher der Polizei. Möglicherweise solle es aber auch abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. In jedem Fall gebe es Einwände gegen den Standort zur Unterbringung Obdachloser.
Aktualisierung: Anders als in der ursprünglichen Pressemitteilung vermeldet, handelte es sich  nicht um ein Gelände, welches in der Auswahl zur Bebauung mit einer Obdachlosenunterkunft infrage käme, brichtet die Polizei am Donnerstagmittag.

Erst in der vergangenen Woche wurde im städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung darüber diskutiert, ob der in diesem Bereich gültige Bebauungsplan dahingehen geändert werden solle, dass in dem Dienstleistungspark auch Wohnraum geschaffen werden könnte. Der Stadt liegen derzeit zwei Anträge auf Änderung des Bebauungsplans mit der Nummer 115 „Dienstleistungspark im Meerbachbogen“ vor. 

Ziel beider Anträge sei die Zulässigkeit von mehr Wohnnutzungen im Geltungsbereich des Bebauungsplans, heißt es im Ratsinformationssystem. Räumlich beziehen diese sich auf die östlich der zentralen Haltestelle für die Integrative-Gesamtschule (IGS) gelegene Innenfläche in der Straße „Im Meerbachbogen“ und um das am Amalie-Thomas-Platz gelegene Grundstück mit dem verfallenen sogenannten Uhrturmgebäude, das nun gebrannt hat.

Entscheidung steht bevor

Im Ausschuss wurde wurde eine Entscheidung über die Änderung des Bauplans verschoben. CDU und SPD sprachen sich dafür aus, Wohnräume in Innenstadtnähe zu schaffen. Der Beschlussvorschlag sei allerdings noch ausbaufähig.

Am Mittwoch, 22. November, entscheidet der Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport darüber, ob der von der Verwaltung favorisierte Standort der neuen Obdachlosenunterkunft am Meerbachbogen entstehen soll. Den Unterlagen zu diesem Termin liegen mehrere Varianten für einen Neubau bei - allerdings auf einem Gelände nahe des Uhrturmgebäudes. Das ehemalige Offizierskasino sei demnach nicht als Unterkunft für Wohnungslose vorgesehen. 

Polizei sucht Zeugen

Mögliche Zeugen, die ab 4 Uhr Beobachtungen in der Nähe des Tatortes gemacht haben, werden von den Beamten der Polizei gebeten, sich unter 05021/97780 ihnen in Verbindung zu setzen.

kom/jom

Quelle: kreiszeitung.de

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