Dienstag erste Vorstellung nach Zwangspause

Filmhof Hoya fiebert Öffnung entgegen

Elke Brümmer und Beate Möller-Dumschat (von links) sind seit Wochen auf die Wiedereröffnung vorbereitet. Im großen Saal sind die Sitzflächen teilweise mit Flatterband abgesperrt, damit die Mindestabstände eingehalten werden. 
Foto: Rebecca Göllner-Martin
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Elke Brümmer und Beate Möller-Dumschat (von links) sind seit Wochen auf die Wiedereröffnung vorbereitet. Im großen Saal sind die Sitzflächen teilweise mit Flatterband abgesperrt, damit die Mindestabstände eingehalten werden. Foto: Rebecca Göllner-Martin

Hoya – Die 14 Wochen andauernde Durststrecke hat am Montag ein Ende. Dann dürfen Niedersachsens Kinos wieder öffnen. Große Freude darüber herrscht auch bei Elke Brümmer und Beate Möller-Dumschat, Betreiberinnen des Filmhofs Hoya.

Das Konzept für die Öffnung besteht schon seit einigen Wochen, erzählen die beiden. Immer wieder hatten sie den Kontakt zur Landesregierung gesucht, um schon früher die Türen des Lichtspielhauses wieder öffnen zu dürfen (wir berichteten). Großes Unverständnis herrschte bei den zwei Frauen dafür, dass die Regelungen von Bundesland zu Bundesland so unterschiedlich waren. So hätten beispielsweise Kinos in Nordrhein-Westfalen oder Bayern längst wieder Gäste empfangen dürfen. „Das war und ist nicht richtig“, findet Beate Möller-Dumschat. Doch nun sei wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Am Dienstag flimmert erstmals wieder ein Film über die Leinwand des Hoyaer Kinos. Es handelt sich dabei um den Streifen „Narziss und Goldmund“ aus der Reihe „Kirche und Film“. Beginn ist um 19 Uhr. „Wir freuen uns, dass auch Pastor Ruh diese Reihe, die er einst ins Leben gerufen hat, weiter begleiten wird, auch wenn er nicht mehr Pastor in Hoya ist“, schildert Möller-Dumschat. Das weitere Programm folge Anfang kommender Woche. Es enthalte unter anderem die deutschen Komödien „Känguru-Chroniken“ und „Nightlife“.

Es gelten Regeln für den Kinobesuch

Die Kartenbestellungen laufen ausschließlich online. Das habe laut den Kinobetreiberinnen zweierlei Vorteile: Zum einen gebe es dann keine Schlangenbildung vor dem Kassenbereich, und zum anderen würden so bereits die personenbezogenen Daten erfasst, die notwendig sind, um eventuell Infektionsketten im Anschluss nachvollziehen zu können.

In der ersten Zeit sei geplant, unter der Woche den letzten Film des Tages um 18 oder 19 Uhr zu zeigen. Mittwochs und am Wochenende seien außerdem Nachmittagsvorstellungen, in erster Linie für Kinder, geplant. „Am Wochenende zeigen wir natürlich wie gewohnt auch um 20 Uhr einen Film“, erklärt Möller-Dumschat.

Zudem sei erst einmal nur der große Saal des Kinos für Besucher geöffnet. Von den 180 Sitzplätzen können 80 reserviert werden. Die restlichen Plätze sind deutlich sichtbar mit Flatterband abgesperrt „Bei uns ist es möglich, den nötigen Abstand von mindestens 1,5 Meter einzuhalten“, meint Beate Möller-Dumschat. Außerdem gebe es separate Eingangs- und Ausgangsbereiche. Popcorn, Nachos und Co. werden ausschließlich am Tisch serviert, die Servicekräfte seien gut gerüstet und geschult, sagen Brümmer und Möller-Dumschat. Ob ein Mund-Nasen-Schutz während des Filmschauens getragen werden muss, bleibt abzuwarten. „Bayern hat diese Regelung nach einer Woche widerrufen“, schildert Möller-Dumschat. „Wir hoffen da auch auf die Vernunft der Politik und der Kinobesucher“, sagt sie weiter. Die Vorstellungen seien so gesetzt, dass nach jedem Film ausreichend Zeit bestehe, die Tische und Armlehnen zu desinfizieren.

Hoffnung auf Normalität

„Es wird natürlich nicht alles gleich so sein wie vor Corona“, sind die Frauen sich bewusst, hoffen aber, dass ihr Angebot angenommen wird. „Man hat ja in der Gastronomie gesehen, dass es zwei bis drei Wochen gedauert hat, bis die Leute sich wieder getraut haben“, meint Brümmer. Ähnliche Reaktionen vermutet sie auch für die Kinobranche.

Das finanzielle Loch, dass der Shutdown in die Kasse des Filmhofs gerissen habe, sei in diesem Jahr wohl nicht mehr zu stopfen, so Möller-Dumschat. Die Kosten für Strom, Pacht, Verwaltung und Mitarbeiter seien schließlich trotz der Schließung weitergelaufen. Brümmer und Möller-Dumschat sind aber zuversichtlich, dass sich das Geschäft im Rahmen der Möglichkeiten wieder normalisiert. „Das wird sich zeigen, es muss sich entwickeln“, meint Brümmer.

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