Gemeinderat verabschiedet Förderrichtlinien

Finanziell gesundes Bücken fördert Ärzte und Unternehmer

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Ärzte willkommen! Die Gemeinde Bücken fördert ihre Neuansiedlung mit einem Zuschuss von bis zu 40.000 Euro.

Bücken - Von Michael Wendt. Liebend gerne möchte die Gemeinde Bücken ihr Geld loswerden. Als ein Mittel zum Zweck beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend den Erlass einer Richtlinie zur finanziellen Förderung von Existenzgründern und von Ärzten, die sich in Bücken niederlassen – zum Beispiel auf dem Grundstück der Firma Drescher, die an der Hoyaer Straße derzeit Praxisräume schafft.

Dass sich die Gemeinde die möglichen Ausgaben leisten kann, wurde beim Beschluss der Haushaltssatzung für 2017 deutlich (ausführlicher Bericht folgt). Fünf Zuhörer waren zur Sitzung im Gemeindehaus an der Ostertorstraße gekommen. Der Rat, der komplett aus Vertretern der „Wählergemeinschaft Bücken und umzu“ besteht, fällte alle Beschlüsse einstimmig.

Fraktionssprecher Stefan Meyer sagte: „Ich bin sehr zufrieden, dass der Landkreis seine Förderung für Existenzgründer gerade erhöht hat und wir nun unterstützend noch etwas drauflegen können.“ Die Gemeinde fördert bestimmte Existenzgründer künftig über drei Jahre durch Mietkostenzuschüsse (ein detaillierter Bericht folgt). Mediziner erhalten ab sofort 40.000 Euro für eine neue Niederlassung in Bücken beziehungsweise 20.000 Euro, wenn sie dort eine Zweigstelle eröffnen oder einen Arzt anstellen.

Beim Thema „Ärzteförderung“ bemühten sich Fraktionssprecher Stefan Meyer, Bürgermeister Wilhelm Schröder und Gemeindedirektor Detlef Meyer um eine einheitliche Begründung für das Aufstellen der Förderrichtlinie. Schließlich ging es darum zu begründen, warum nach den Grundzentren Eystrup und Hoya nun auch der Flecken Bücken Ärzte mit finanziellen Zuschüssen lockt, obwohl laut der bundesweiten Raumordnung die Grundzentren für die Grundversorgung der Einwohner aus dem Umland zuständig sind. 

Dort ist laut Raumordnung der Platz für Einrichtungen wie Arztpraxen, Apotheken, Schulen, Sportanlagen, die Verwaltung, Supermärkte, Tankstellen und mehr – eine gute Verkehrsanbindung inklusive.

In der Präambel der Förderrichtlinie steht deshalb: „Im Flecken Bücken weisen die Ortsteile Bücken und Altenbücken eine ähnliche Infrastruktur auf wie die beiden Grundzentren, daher wäre hier eine Ansiedlung eines Haus- beziehungsweise Facharztes verträglich.“ In Bücken gibt es zurzeit einen Zahnarzt, und bis vor Kurzem gab es auch einen Allgemeinmediziner, Gerd Iseler, der jedoch mittlerweile im Ruhestand ist.

Demnächst gibt es im Ort auch moderne Praxisräume, wie Bürgermeister Wilhelm Schröder erklärte: „Dass wir heute diese Richtlinie vorliegen haben, liegt auch an einem konkreten Projekt der Drescher GmbH, die ein Gebäude komplett ausbaut mit acht Behandlungsräumen, 220 Quadratmetern Praxisfläche und darüber in zwei Geschossen barrierefreien Wohnungen.“ Angesichts dieses Projekts und der laufenden Suche eines Nachfolgers für Gerd Iseler müsse die Gemeinde jetzt tätig werden. Die Verabschiedung der Förderrichtlinie sei ein „guter Beschluss“.

Konkrete Bewerber für eine Arztpraxis in Bücken gibt es derweil laut der Kassenärztlichen Vereinigung (KNV) keine. Die KVN ist für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung zuständig – eine in Zeiten von Ärztemangel zunehmend schwieriger werdende Aufgabe, zumal es viele Mediziner laut KVN-Statistik in größere Städte zieht.

Fraktionssprecher Stefan Meyer und Gemeindedirektor Detlef Meyer werteten den Beschluss einer Förderrichtlinie für Bücken als Zeichen der Einigkeit in der Samtgemeinde.

Stefan Meyer sagte: „Wir sind seit 2013 intensiv dran [einen Arzt nach Bücken zu holen]. Aber als kleiner Ort wie Bücken ist man da hilflos. Wir müssen der Kassenärztlichen Vereinigung zeigen, dass wir uns in der Samtgemeinde einig sind.“

Gemeindedirektor Detlef Meyer betonte, dass die KVN für die Sicherung der ärztlichen Versorgung zuständig ist. „Aber die Gemeinden sind aufgefordert, ihren Raum zu bewerben“, sagte er. Es sei wichtig, dass man sich innerhalb der Samtgemeinde einheitlich aufstellt. Das haben Bücken, Eystrup und Hoya nun getan. Die Richtlinien zur Ärzteförderung sind in allen drei Gemeinden identisch.

Quelle: kreiszeitung.de

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