„Rehburg Raptors“ starten nächste Saison

Football-Boom im Landkreis

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Bevor es richtig mit Football losgeht, muss sich natürlich erstmal aufgewärmt werden.

Rehburg - Von Max Brinkmann. Eigentlich wollten die Footballer von Rot-Weiß Estorf-Leseringen erst 2020 in den Spielbetrieb einsteigen. Durch das „enorme Interesse“ spielen sie nun schon kommendes Jahr in der Liga. Und nicht nur das hat sich geändert.

„Beim ersten Try-Out Anfang Juni waren 60 Leute“, erzählen die Gründer Daniel Bock und Sasa Butric: „Seitdem kommen zu jedem Training zwischen 20 und 40 Football-Begeisterte“. Zudem kommen einige Förderer, die nicht spielen, aber trotzdem den Mitgliedsbeitrag zahlen, um die Mannschaft zu unterstützen. Offiziell angemeldet sind 50 – und zwar jetzt beim RSV Rehburg.

Denn seit November heißt das Football-Team aus dem Landkreis „Rehburg Raptors“. „Wir sind mit Rot-Weiß Estorf-Leseringen im Guten auseinander gegangen. Der Platz war dort nur einfach nicht gegeben“, erklärt Bock. Der Kontakt zum RSV kam über Spieler und Trainer Tim Schoon zustande. Er ist ein Nachbar vom ersten Vorsitzenden des Vereins, Martin Bauerschäfer.

Ein eigener Platz

„Bei den Älteren im Verein musste ich erst etwas Überzeugungsarbeit leisten, aber jetzt finden alle die Idee gut, den Verein breiter aufzustellen“, sagt Bauerschäfer. In Rehburg bekommen die Raptors nun sogar einen eigenen Platz, auf dem nur Football gespielt – dass sei echter Luxus, sagen die Spieler.

Das alte Meerbach-Stadion wird zum Football-Feld umgebaut. Nachdem dort 1977 das einzige DFB-Pokalspiel im Landkreis (RSV Rehburg – Hertha BSC) ausgetragen wurde und der Platz die letzten Jahre brach lag, wird dort 2020 das erste Football-Spiel des jungen Teams stattfinden. Die erste Saison wird noch im Frischli-Sportparkdirekt neben dem Vereinsheim ausgetragen, da der Platz bis zum ersten Heimspiel nicht fertig wird.

Das Feld wird übrigens von Platzwart Oliver Majewski und der Mannschaft selbst umgebaut. Der Vorteil: Die Mannschaft ist so groß, dass nahezu jeder Handwerksberuf vertreten ist. Bis jetzt gab es 6 Arbeitseinsätze bei denen gut 20 Footballer mithalfen. Auch die Stadt Rehburg unterstützt die Footballer.

Beim Platzumbau helfen auch die Spieler mit.

Auf einer Versammlung des RSVs im März wird nun noch eine American Football-Sparte gegründet, die Lizenz beim American Football und Cheerleading Verband Niedersachsen (AFCN) ist bereits angemeldet. Das Team startet 2019 in der fünften Liga und spielt unter anderem gegen die Hannover Grizzlies und Salzgitter Steelers. Gespielt wird nach College-Regeln. Die Saison geht dann von April bis September.

Nach den ersten Trainingseinheiten hat sich schnell ein Teamkern gebildet. Mittlerweile ist jede Position zumindest einmal besetzt. „Wir vereinen alle Typen. Egal ob man vorher noch nie Sport gemacht hat oder durchtrainiert ist: Im Football gibt es für jeden eine Position“, sagt Bock. Die Teammitglieder nehmen teilweise weite Wege auf sich. Ein „Raptor“ stammt sogar aus Paderborn. Er ist Soldat und zurzeit in Langendamm stationiert. Auch aus Sulingen kommen einige Spieler.

Beim Training gibt es immer wieder kleine Theorieeinheiten, um Neuankömmlingen den Sport zu erklären und neue Spielzüge einzustudieren. Mit Tim Schoon trainiert ein erfahrener Spieler als „Headcoach“ die Offensive. Daniel Bock ist Trainer der Defensive und absolviert zusätzlich bald noch einen Schiedsrichter-Lehrgang. „Wir sind schneller gewachsen, als anfangs gedacht“, freuen sich die Gründer.

Die „Rehburg Raptors“ wollen kommendes Jahr in der Liga angreifen.

Doch nicht nur die Mannschaft an sich ist schnell größer geworden, sondern auch das Drumherum: Es gibt bereits ein Logo und Sportshop Hiller unterstützte die Rehburg Raptors bei Kappen und Trikots. Auch das Autohaus am Damm aus Nienburg und das Culinaro aus Steimbke wollen die Raptors sponsern.

Die vier Heimspiele pro Saison sollen richtige Events werden. „Mit Hüpfburgen, Foodtrucks und Halbzeitshow“, plant Bauerschäfer. Firmen, die das Team sponsern wollen, melden sich entweder über die Facebook-Seite der Rehburg Raptors oder direkt beim RSV Rehburg.

Um mehr Werbung für American Football im Landkreis zu machen, möchte das Team künftig bei öffentlichen Veranstaltungen wie Blutspenden mitmachen. Am Sonntag, 3. Februar, soll es außerdem eine Super-Bowl-Party mit Essen vom Culinaro im Vereinsheim Rehburg geben.

Noch Spieler gesucht

Neben Sponsoren werden natürlich auch noch Spieler gesucht. Besonders die „kräftigen Jungs“ werden gebraucht. Wer Lust hat, Football zu spielen, sollte also beim Training der Raptors vorbeischauen. Bevor es wieder nach draußen geht, überwintert das Team zurzeit in der TKW-Halle in Nienburg. „Besonders für Neulinge ist das Hallentraining interessant. Dort wird nochmal auf Basics eingegangen und so der Einstieg erleichtert“, erklärt Bock. Training ist jeden Freitag von 20.30 bis 22 Uhr.

American Football 

Beim American Football versuchen zwei Mannschaften den Spielball in die gegnerische Endzone zu befördern (Touchdown). Das kann durch Laufen oder Passen geschehen. Eine Mannschaft hat vier Versuche um mindestens 10 Yards Raumgewinn zu erlangen. 

Schafft sie dies nicht, wechselt der Ballbesitz. Das gegnerische Team kann den Pass beispielsweise abfangen oder Spieler zu Boden tackeln. Ein Spiel ist in vier Viertel á 15 beziehungsweise 12 Minuten aufgeteilt. 

Auch durch sogenannte Fieldgoals kann die Mannschaft Punkte erzielen – jedoch weniger als beim Touchdown (6). Beim Field Goal muss der Ball über die Torlatte durch die beiden Torstangen gekickt werden. Dafür gibt es drei Punkte. American Football wird als eine Abfolge von Spielzügen gespielt. 

Im Vergleich zu anderen Sportarten ist eine Besonderheit, dass jede Mannschaft unterschiedliche Teams für Defensive und Offensive hat. In Deutschland wird nach den College-Regeln gespielt.

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