Das Projekt nimmt Fahrt auf

Forschung zu Geothermie in Nienburg

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Leitungen, Technik, Messgeräte und ein Rohr in die Tiefe: alles bislang zu Forschungszwecken.

NIENBURG - Von Nikias Schmidetzki. Einen ersten Erfolg hat die Forschungsgruppe schon feiern dürfen, da war das Projekt noch gar nicht richtig eingerichtet. Bei den Bohrungen für ihre Geothermieanlage waren sie auf Sole gestoßen – ungeplant. An anderer Stelle nimmt das Projekt nun dafür Fahrt auf.

Auch solche Rohre werden verbaut.

Statt am Ganzjahresbad Wesavi fördern die Mitarbeiter nun auf dem Firmengelände „Auf dem Kampe“ Erdwärme. Dort, wo die Wöltjen-Gruppe ihren Sitz hat, haben Mitarbeiter hunderte Meter tief gebohrt und entsprechende Metallrohre ins Erdreich eingebracht. Die Forschungsarbeiten übernehmen nun das FKW-Forschungszentrum und die Universität Hannover. Wöltjen-Geschäftsführer Dirk Fennekoldt unterdessen strebt eine anschließende und langfristige Nutzung an. Die produzierte Wärme würde den Bedarf für die Betriebsgebäude wohl überschreiten, es könnten noch Anrainer profitieren. 2012 hatten die Vorbereitungen in Nienburg begonnen. Mit der Materie befassen sich die Mitarbeiter des Forschungszentrums schon seit 20 Jahren. Unter anderem am Reichstagsgebäude in Berlin haben sie gebohrt, obgleich damals nur bis zu einer Tiefe von 18 Metern. „Auf dem Kampe“ hat Wöltjen 400 Meter tief gebohrt – zweimal. Zwei unterschiedliche Rohre sollen die Erdwärme fördern, bessere Ergebnisse bringen bisherigen Untersuchungen nach Edelstahlwellrohre.

„Interessant ist die Nutzung für den Bestand“, meint Ulrike Gieger-Grassl von der Klimaschutzagentur des Landkreises. Bei einer Modernisierungsrate von gerademal 0,5 Prozent seien alle Inovationen willkommen, um Häuser auf einen neuen Stand zu bringen. Das lohne sich dann nicht nur wirtschaftlich, das sei auch bedeutsam für den Umweltschutz.

Geothermie

Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann, und zählt zu den regenerativen Energien. Sie kann sowohl direkt genutzt werden, etwa zum Heizen und Kühlen im Wärmemarkt (Wärmepumpenheizung), als auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung. Geothermie bezeichnet sowohl die geowissenschaftliche Untersuchung der thermischen Situation als auch die ingenieurtechnische Nutzung der Erdwärme. Quelle: wikipedia.de

Sinnvoll sei Geothermie im Falle von Privatnutzung vor allem für dichte Bebauung und Mehrfamilienhäuser, sagt Fennekoldt. Ausbaubedarf sieht er noch beim Speichern des erzeugten Stromes. Und dann ist da noch die offene Frage nach den Kosten, die bislang nicht gerade gering sind. Immerhin gibt es Unterstützung eines Weltkonzerns: Vertreter von Volkswagen waren zum Auftakt auf dem Nienburger Betriebsgelände. Auch für solch große Unternehmen kann sich eine Investition in Geothermie lohnen. Um es abzurunden, ließe sich dann die Anlage selbst vielleicht mit einem Windrad betreiben, sagt Fennekoldt. Das Ergebnis wäre zu 100 Prozent aus regenerativen Ressourcen gewonnene Energie.

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