Frauen-Trio kreiert Aktion / Bisher bereits 1678 Euro überreicht

Eine „Kraftquelle“ sprudelt für Flüchtlingskinder

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Geld auf dem Tisch und „Kraftquellen-Karten“ in der Hand: Bianca Meyer von der Verwaltung der Samtgemeinde Grafschaft Hoya (l.) und Nora Römer, eine der Initiatorinnen der Flüchtlingshilfe-Aktion.

Nienburg/Hoya - Von Kurt Henschel. Sieben Flüchtlings-Familien leben aktuell im Bereich der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Es handelt sich dabei um 55 Menschen, von denen 27 Kinder sind. Sie kommen aus dem Kosovo, aus Afghanistan, Syrien, Serbien und Russland sowie anderen Ländern, in denen ein sicheres und behütetes Leben nicht gewährleistet ist. Für alle diese Menschen ist dank großer Unterstützung der Bevölkerung angemessener Wohnraum gefunden worden, berichtet Bianca Meyer von der Verwaltung der Samtgemeinde. „Die Hilfsbereitschaft ist groß“, erklärt sie erfreut.

Bianca Meyer ist als stellvertretende Leiterin des Amtes für Ordnungsverwaltung im Hoyaer Rathaus und zuständig für die Flüchtlinge, die staatliche Hilfen erhalten. In der Samtgemeinde Grafschaft geht die Unterstützung aber darüber hinaus – dank privater und uneigennütziger Initiativen, über die in einem ganz konkreten Fall Bianca Meyer „froh und glücklich“ ist, wie sie erklärt.

Bianca Meyer sitzt am Tisch im Haus von Nora Römer in Magelsen. Vor der Heilpraktikerin und Therapeutin sowie der Verwaltungsangestellten liegen genau 552 Euro. Ein Betrag, der für die Flüchtlingskinder gedacht ist. Es ist die zweite Spende aus dem Erlös einer Aktion, die Nora Römer mit Marion Meyer aus Haßbergen sowie Petra Hoormann aus Werlte im Landkreis Emsland auf den Weg gebracht hat und weiterführen will: Sie haben sogenannte „Kraftquellen-Karten“ entwickelt. Ein Set besteht aus 30 Karten, die das Frauen-Trio im feinen Stoff-Säckchen zum Preis von zwölf Euro verkauft.

„Der Erlös geht eins zu eins an die Flüchtlinge“, erklärt Nora Römer. Sie hat Sprüche entwickelt, die mit den Bildern der Künstlerin Marion Meyer kombiniert wurden, während Grafikerin Petra Hoormann die Sprüche und die Bilder zu kleinen Karten zusammensetzte, mit deren Hilfe sich die Menschen einige Momente aus dem Alltag zurücknehmen könnten, um beispielsweise Ärger oder Stress zu entfliehen. „Die einzelnen Karten fordern dazu auf, das eigene Ich zu reflektieren. Sie haben eine beruhigende Wirkung und liefern neue Kraft für die Aufgaben des Alltags“, ist die Therapeutin überzeugt von dieser „Kraftquelle“.

Und die sprudelt. Die erste Auflage der „Kraftquellen-Karten“ ist ausverkauft und hat 1126 Euro für die Flüchtlinge in die Kasse der Samtgemeinde gespült. Mit der zweiten Auflage soll es weitergehen. „Diese Menschen hatten zuletzt nicht das Glück, in Frieden leben zu können. Uns geht es gut, und wir können und wollen helfen“, so Nora Römer auch im Namen ihrer beiden Mitstreiterinnen.

Bianca Meyer verbucht begeistert die zweite Spende und berichtet, was aus dem zuerst gespendeten Geld geworden ist: „Wir haben für jedes der Flüchtlingskinder einen 45-Euro-Gutschein besorgt, dann alle Familien besucht und sie überreicht. Mit sowas hatten die Familien nicht gerechnet. Sie waren gerührt. Und wir durften in strahlende Kinderaugen blicken“, so die Rathaus-Mitarbeiterin, die sich diese angenehme Aufgabe mit ein paar Kolleginnen geteilt hatte. Ihr Fazit: „Das waren jeweils wunderschöne Begegnungen mit ganz tollen Menschen.“

Und Nora Römer freut sich, dass die Aktion buchstäblich „ankommt“. Dass sich eines der Flüchtlingskinder für den Gutschein „nur“ ein Springseil holen möchte, sei auch ein angenehmes Zeichen für deren Bescheidenheit.

Römer, Meyer und Hoormann wollen mit ihrer Aktion auch ihren Beitrag dazu leisten, dass Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus keine Chance bekommen und sich die Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat nicht nur schnell zurechtfinden, sondern in ihr auch wohlfühlen.

Und sie wünschen sich Nachahmer: „Es gibt sicherlich ganz viele Menschen, die irgendwie helfen könnten, wenn sie denn wollten“, meint Nora Römer. „Es sollten aber Geldspenden sein“, bittet Bianca Meyer im Rathaus in Hoya, in dem es (noch) kein Sonderkonto zur Unterstützung der Flüchtlinge gibt.

Die „Kraftquellen-Karten“ sind im 30er-Set zum Preis von zwölf Euro erhältlich im Haus Römer in Magelsen, im „Kulinarium“ und in der „Hütte“ in Hoya, bei Peter Hess in Schweringen sowie jetzt auch bei Hess-Klangkonzepte in Uenzen.

Weitere Informationen gibt es bei Bianca Meyer im Rathaus in Hoya unter Telefon 04251/81531 oder auch im Internet unter

www.roemer-therapie.de

Quelle: kreiszeitung.de

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