Neuer Südring offiziell eröffnet

Freie Fahrt auf Nienburger  Südumgehung

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Die Mitarbeiter des Bauhofs haben am Dienstag um kurz nach 12 Uhr die Barken entfernt – damit wurde der Weg frei für den Verkehr.

Nienburg - „Es ist vollbracht“, verkündet Wilhelm Schlemermeyer am gestrigen Dienstagvormittag. Die Nienburger Südumgehung ist fertig, der Verkehr rollt und alle Beteiligten zeigen sich zufrieden.

Schlemermeyer war nicht nur als Nienburger CDU-Ratsherr und Ortsbürgermeister von Langendamm an dem Projekt beteiligt. Er hat sich auch als Sprecher der Eigentümer eingebracht. 122 Grundstücksbesitzer gab es in einem Flurbereinigungsverfahren zu berücksichtigen. Dass dieses gut geklappt hat, habe auch zum Erfolg des Plans beigetragen, wird bei der Eröffnungsveranstaltung deutlich.

Denn der neue Südring zerschneidet den Bereich zwischen Langendamm und dem Nienburger Süden. Eine Neuordnung war für eine sinnvolle Nutzung nötig. Zudem mussten Flächen für den Bau der Trasse gekauft werden. Das Flurbereinigungsverfahren ist so gut wie fertig. Künftig soll neben landwirtschaftlich genutzten Flächen Gewerbe entstehen. „Und die kommen zu einem guten Zeitpunkt, die Nachfrage ist da“, berichtet Schlemermeyer. 

Das bestätigt Bürgermeister Henning Onkes. Die Nachfrage sei sogar so groß, dass aufgrund der zeitlichen Verzögerung zwei Unternehmen abgesprungen sind. Diese hätten alternative Standorte in Nienburg beziehungsweise nahe der Stadt gefunden. Doch Onkes ist guter Dinge, dass neue Interessenten gefunden werden. Die Gespräche laufen und die Flächen würden ein hohes Potenzial bieten – teilweise auch durch Gleisanschlüsse.

Dass ein solches Projekt kein Selbstläufer sei, betont der Landtagsabgeordnete Frank Schmädeke (CDU). Er dankte allen Beteiligten, die Geld – das auch vom Land in das Projekt floss – sinnvoll genutzt hätten.

Nach den Fahrrädern kommen die Autos

Den erfolgreichen Straßenbau in Nienburg nimmt Frank Schmädeke auch als „Rückenwind“ mit nach Hannover. „Geld fließt dahin, wo Einigkeit herrscht“, erklärt der Landtagsabgeordnete.

Am gestrigen Eröffnungstag sind sich die geladenen Gäste über einen Punkt in jedem Fall einige: Sie sind froh, dass Nienburgs Südumgehung nun für den Verkehr freigegeben ist. Schließlich soll der Südring nicht nur Gewerbeflächen schaffen, sondern auch innerstädtische Straßen entlasten.

Doch bevor Bürgermeister Hennig Onkes feierlich das rote Band durchschnitten hat, haben sich die geladenen Gäste die Straße während einer kurzen Fahrradtour noch einmal genau angesehen. Am Kreisverkehr an der Hannoverschen Straße startet am Vormittag die Erkundungstour. Gemeinsam geht es vorbei an neuen Gewerbegrundstücken, die nun erschlossen werden sollen. Einen Stopp legt die Gruppe auch auf der Brücke über den Meerbach ein. Diese hat das gesamte Projekt etwa ein Jahr länger dauern lassen. Im Sommer 2018 kündigte die Stadt aufgrund von Differenzen den Vertrag mit der beauftragten Baufirma und schrieb den Brückenbau erneut aus. Nun ist auch diese letzte Lücke geschlossen.

Erkundungstour auf neuer Stadtumgehung

Für seinen Einsatz dankt Bürgermeister Onkes an dieser Stelle dem verantwortlichen Ingenieur Michael Pohl. „Sie mussten Nerven behalten und auch die Politik immer wieder neu für sich gewinnen“, erinnert sich der Verwaltungschef. Schließlich sei man gemeinsam in die Maßnahme hineingewachsen.

Nienburger Südumgehung eröffnet

Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet.
Bei der offiziellen Eröffnung wurde der Südring erkundet. © Johanna Müller

Pohl blickt am Dienstagmittag stolz auf die Umgehungsstraße. Immer wieder schaut er auf die Autos, die nun auf dem neuen Südring fahren. „Da vergisst man schon die Hürden, die wir zu nehmen hatten“, sagt der Bauingenieur, der sich selbst bei den am Bau beteiligten Unternehmen für die Zusammenarbeit bedankt.

Doch noch kehrt keine Ruhe am Südring ein. Neben den Arbeiten für den Anschluss der Gewerbeflächen, entsteht dort auch ein neues Radwegenetz.

Technische Herausforderungen gemeistert

Der Weg bis zur Fertigstellung der drei Kilometer langen Trasse, die Langendamm mit dem Schäferhof verbindet, war lang und hürdenreich. Allein die Bauzeit betrug fast vier Jahre. Am 10. Dezember 2015 starteten die Arbeiten höchst offiziell mit dem obligatorischen Spatenstich.

Zweieinhalb Jahre später sollte der Verkehr ursprünglich über den Südring rollen. Doch vor allem der Bau der Brücke über den Steinhuder Meerbach verzögerte die Fertigstellung des Straßenbauprojektes um ein Jahr. Im Sommer 2018 kündigte die Stadt aufgrund von Differenzen den Vertrag mit der beauftragten Baufirma und schrieb den Brückenbau erneut aus.

Eine enorme technische Herausforderung war zudem die Errichtung der Brücke über die viel befahrene Bahnstrecke Nienburg-Minden. Weil sie über die Bahngleise führt, galten für die Arbeiten ganz besondere Anforderungen. Schließlich musste eine Gefährdung des Zugverkehrs ausgeschlossen sein. Bestimmte Arbeiten waren überdies nur während der von der Deutschen Bahn festgelegten Sperrzeiten möglich – also das Zeitfenster, in dem der Zugverkehr ruht und auf den Gleisen gearbeitet werden darf. Die Bahn hatte diese Zeiten auf die Nachtstunden an Wochenenden zusammengestrichen.

Mit einem offiziellen Akt wurde gemeinsam die neue Umgehungsstraße eröffnet: Bürgermeister Henning Onkes (Mitte) hat gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Frank Schmädeke (zweiter von links) das rote Band durchschnitten. Ihnen zur Seite standen etwa Wilhelm Schlemermeyer und Michael Pohl.

Eine Herausforderung sowohl für die Logistik der Baufirma, als auch für die Arbeiter. So legten Spezialisten zum Beispiel in einer einzigen Nacht, von einem Samstag auf einen Sonntag im Januar 2018 in einem Powereinsatz die Oberleitung erfolgreich tiefer. „Wenn wir die originale Höhe beibehalten hätten, wäre der Abstand zwischen Oberleitung und Brückenunterseite zu gering gewesen“, verdeutlicht der bei der Stadt Nienburg für das Bauprojekt verantwortliche Ingenieur Michael Pohl. Perfekt vorbereitet, verlief alles nach Plan.

Besondere Präzision erforderte vor allem die „Hochzeit“ des 55 Meter langen und 15 Meter breiten Überbaus, über den jetzt der Verkehr rollt, mit den Brückenpfeilern und Widerlagern. Spezialisten der Baufirma GP Ingenieurbau aus Hannover senkten den Koloss über Tage Millimeter für Millimeter ab – insgesamt eineinhalb Meter. Notwendig war dieser Aufwand, weil die Brücke nach ihrer Fertigstellung möglichst dicht über die Oberleitungen der Bahnstrecke Nienburg-Minden führen soll.

Ab sofort soll der neue Südring vor allem die hochfrequentierte Hannoversche Straße sowie den Berliner Ring in der Kreisstadt entlasten. Insbesondere der Kreuzungsbereich zwischen den beiden Verkehrsadern war dem Verkehr in der Vergangenheit kaum mehr gewachsen.

jom/ru

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