Landvolk Mittelweser: Extremer Wassermangel und hohe Temperaturen drücken auf Ertrag

Früher Erntestart wegen Hitze

Die große Hitze der vergangenen Wochen fördert die Ernte. Schon bald geht es mit den Dreschern wieder auf die Felder.

Nienburg - NIENBURG (sl) · Die Hitze hat die regionale Landwirtschaft fest im Griff. Sie zwingt die Bauern, frühzeitig mit der Ernte zu beginnen. Die Pflanzen leiden nach Mitteilung des Landvolks Mittelweser unter einem Jahr der Wetterextreme.

Der Verband beruft sich auf die Landwirtschaftskammer- Bezirksstelle Nienburg, die Wetterstationen in Borwede und Wietzen betreibt. Dort wurden nicht nur der kälteste Januar und der kälteste Mai seit 1994 festgestellt, sondern auch die längste Trocken- bzw. Frostperiode verzeichnet. „Die Hitze hat eine beschleunigte Abreife bei Getreide zur Folge. Derzeit sind Symptome wie Aufhellen von Teilflächen oder ganzen Getreidebeständen, als auch Rollen der Blätter auffällig“, erklärte Dr. Joachim Wendt von der Abteilung für Pflanzenschutz und Pflanzenbau.

Dabei sah Mitte Juni noch alles nach einem Spätstart aus. Manfred Kettel, der bei der Landwirtschaftskammer die Wetterstationen betreut, verzeichnete neue Rekordwerte. Seit Beginn seiner Aufzeichnungen 1994 gab es den kältesten Januar (minus 3,1 Grad Celsius in Wietzen) und den kältesten Mai mit 10,3 Grad Celsius im Durchschnitt (Wietzen). Außerdem hat es in Wietzen an neun Tagen und 16 Stunden im Februar ununterbrochen gefroren und elf Tage und drei Stunden keinen Niederschlag gegeben. Die rekordverdächtige Sommer-Trockenperiode hat bereits am 19. Juni begonnen.

„Für Winterweizen und Triticale ist der Trockenstress besonders ertragswirksam, da diese Kulturen erst jetzt reifen und damit die Ertragsbildung behindert ist“, erklärte Dr. Wendt. Die Wintergerste hatte überwiegend schon mit der Korneinlagerung abgeschlossen, so dass dort demnächst die Ernte ansteht. Auch Winterroggen, der vorwiegend auf schwächeren Standorten angebaut wird, büßt durch die zügige Abreife Ertrag ein. In Winterraps ist ebenso ein deutliches Aufhellen der Bestände sichtbar, so dass auch hier von einer Reduktion des Tausendkorngewichts ausgegangen werden kann.

Der Mais, der eigentlich als hitzeresistent gilt, leidet. „Die Blätter rollen sich zusammen. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass Wasser fehlt“, sagte der Pflanzenexperte. Nach den Erfahrungen der Vorjahre geht er davon aus, dass entsprechend dem Wasserhaltevermögen der Böden oder einer möglichen Beregnung die Streuung der Getreideerträge in der Mittelweser-Region sehr groß sein wird.

Quelle: kreiszeitung.de

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