Ein Fuchs war in der Alstadt zu Gast / Jäger meldet erlegtes Tier

Ausflug wohl mit dem Leben bezahlt

+
Schön eingekuschelt: Am Rathaus hatte es sich der Fuchs bequem gemacht.

NIENBURG - Von Nikias Schmidetzki. Hat der Fuchs seinen Besuch in der Nienburger Innenstadt mit dem Leben bezahlt? Nur kurz nachdem er gesichtet worden war, hat ein Jäger einen Fuchs erlegt.

Zunächst ein Wolf ganz in der Nähe besiedelten Gebietes, nun ein Fuchs in der Nienburger Altstadt. „Zurück zur Natur“ heißt es ganz offensichtlich im Landkreis. Einen Fuchs hatten Mitarbeiter des Rathauses am Mittwochnachmittag in der Innenstadt entdeckt. „Erst hat er in der dortigen Tiefgarage geschlafen. Anschließend hat er sein Nachtquartier in den Innenhof des Rathauses verlegt, wo ich ihn fotografiert habe“, teilt der Nienburger Marc Henkel mit. „Laut Aussagen der Rathausmitarbeiter wurde ein Fuchs vor wenigen Tagen beim Überqueren der Weser-Fußgängerbrücke gesehen“, meint Henkel weiter.

Schon vor Weihnachten habe er einen Fuchs – vermutlich dasselbe Tier über die Fußgängerbrücke über die Weser kommen sehen, berichtet Fischer Cord Dobberschütz, der auch als Jäger unterwegs ist. Möglicherweise hatte jemand Futter für Katzen ausgelegt, das der Fuchs dankbar annahm. Er hatte das Tier zuvor mit einem Netz aus dem Rathaus befreit. Daraus war der Gast allerdings geflohen – um es sich im Innenhof des Rathauses gemütlich zu machen. „Er hatte keine Scheu und hat keine Abwehrhaltung gezeigt“, sagt Dobberschütz. Am nächsten Morgen war der Besucher verschwunden, weiß Liane Kulinna aus dem Rathaus.

Möglicherweise hat Reineke seinen Ausflug in die urbane Welt nun noch am selben Abend mit dem Leben bezahlt. Ein Jäger hat sich beim Veterinäramt des Landkreises gemeldet: Er habe einen Fuchs erlegt. Der Leichnam würde nun nach Hannover zur Untersuchung kommen, erklärte Dr. Kay Schimansky, Leiter des Veterinäramtes.

Dass er seine Scheu abgelegt zu haben schien, sei nichts besonderes, meint Dr. Schimansky. „Tiere passen sich an“, sagt er. Vor einiger Zeit habe er sogar in Berlin vorm Reichstag ein Exemplar vorbeilaufen sehen. Und da Füchse zum jagbaren Wild gehören, dürften Jäger sie, wenn ein Tier auffällig ist, erlegen. Das sei bei dem Besucher der Altstadt der Fall gewesen.

Angst vor Tollwut ist übrigens nicht angebracht. „Wir sind seit Jahren tollwutfrei. Den letzten Fall hatten wir Mitte der Neunziger-Jahre“, sagt Dr. Schimansky. Vielmehr geht es allgemein um mögliche Krankheiten und Erreger, auf die der Fuchs nun untersucht werden würde.

Ob es sich tatsächlich um ein und dasselbe Tier gehandelt hat, dass am Mittwochabend zunächst in der Innenstadt geschlafen hatte, und später als erlegt gemeldet wurde, ist nicht sicher, gilt aber als wahrscheinlich. Sollte sich ein weiterer – oder doch derselbe Fuchs erneut Menschen nähern, mahnt Cord Dobberschütz: Wer auf einen Fuchs trifft, sollte ihn auf keinen Fall anfassen. Auch ohne tollwütig zu sein, könne er etwa Parasiten wie den Fuchsbandwurm übertragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Karriere

Wie werde ich Gleisbauer/in?

Wie werde ich Gleisbauer/in?
Formel 1

"Wurm drin": Vettel-Frust bei Neustart - Bottas gewinnt

"Wurm drin": Vettel-Frust bei Neustart - Bottas gewinnt
Mehr Sport

Wolfsburgerinnen nehmen jetzt das Triple ins Visier

Wolfsburgerinnen nehmen jetzt das Triple ins Visier
Welt

Tote und Verwüstungen nach schweren Unwettern in Japan

Tote und Verwüstungen nach schweren Unwettern in Japan

Meistgelesene Artikel

Nienburger Polizei überführt jugendliche Fahrraddiebe

Nienburger Polizei überführt jugendliche Fahrraddiebe

Junge Frau lebend in der Weser versenkt: Polizei sieht Verbindungen zum Rotlichtmilieu - hohe Belohnung ausgesetzt

Junge Frau lebend in der Weser versenkt: Polizei sieht Verbindungen zum Rotlichtmilieu - hohe Belohnung ausgesetzt

Fotosession geht schief: Mercedes landet bei Auto-Selfie in der Weser

Fotosession geht schief: Mercedes landet bei Auto-Selfie in der Weser

Ab jetzt fünf Euro pro 24 Stunden

Ab jetzt fünf Euro pro 24 Stunden

Kommentare