Hohe Geldstrafe für Mann aus Lilienthal

Ohne Führerschein mit 140 Stundenkilometern durch Drakenburg

Der Raser hat bereits zwölf Vorstrafen, davon vier wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Nienburg - von Andreas Wetzel. Mit 140 Stundenkilometern war ein Mann aus Lilienthal in Drakenburg innerhalb geschlossener Ortschaft mit seinem Auto unterwegs. Das hätte ihn seinen Führerschein gekostet – wenn er einen besessen hätte.

Der 25 Jahre alte Raser fiel Ende Oktober 2018 einer Polizeistreife auf, die ihn daraufhin anhielt. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Mann keinen Führerschein besaß. Er wurde nun zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 75 Euro verurteilt. In der Gerichtsverhandlung gab der Angeklagte, der sich durch eine Anwältin vertreten ließ, die Fahrt zu. Er erklärte, dass er zusammen mit einem Freund die Kartbahn in Drakenburg besucht habe. Der habe anschließend Drogen konsumiert, sodass der Freund, der eigentlich mit das Auto fahren sollte, dazu nicht mehr in der Lage gewesen sei. So entschloss sich der Angeklagte, hinter das Steuer zu setzen und nach Bremen zu fahren. Dabei überschritt er in Drakenburg die Geschwindigkeit derart, dass er einer Polizeistreife auffiel, die ihn kontrollierte.

Staatsanwaltschaft beantragt hohe Geldstrafe

Bei der Festlegung des Strafmaßes fiel erschwerend viel ins Gewicht, dass der Mann bereits zwölf Vorstrafen hatte, davon vier wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Die Verteidigerin argumentierte, dass ihr Mandant jetzt zu der Einsicht gelangt sei, sein Leben müsse sich grundlegend verändern. So habe er mittlerweile eine Arbeitsstelle, bei der er gut verdiene. Auch hat er endlich den Erwerb einer Fahrerlaubnis in Angriff genommen. Aufgrund der glaubhaften Schilderung beantragte die Staatsanwaltschaft, die eigentlich eine Freiheitsstrafe für schuldangemessen hielt, eine hohe Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 80 Euro. Darüber hinaus sollte noch eine Führerscheinsperre von einem Jahr verhängt werden. Die Verteidigerin plädierte ebenfalls aufgrund der geänderten persönlichen Verhältnisse und der regelmäßigen Einkünfte auf eine Geldstrafe, legte die Höhe allerdings in das Ermessen des Gerichtes.

Gericht verlängert Führerscheinsperre

Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 75 Euro. Die Höhe des Tagessatzes wurde etwas herabgesetzt, da der Angeklagte Unterhaltsverpflichtungen einem Kind gegenüber hat. Darüber hinaus wurde die von der Staatsanwaltschaft beantragte Führerscheinsperre von einem weiteren Jahr verhängt.

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