Bach-Querungen sind Thema im nächsten Stadtentwicklungsausschuss

Führse-Brücken in Nienburg: Neue Entwicklung in unendlicher Geschichte

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Besonders breit ist die Führse zwischen Erichshagen und Holtorf nicht. Trotzdem ist ihre Querung Anlass zu zahlreichen Diskussionen.

Nienburg - von Leif Rullhusen. In der unendlichen Geschichte der Führse-Brücken zwischen Holtorf und Erichshagen gibt es eine neue Entwicklung. Die Stadt schlägt jetzt eine statt bislang zwei Querungen vor.

Besonders breit ist die Führse zwischen Erichshagen-Wölpe und Holtorf in Nienburg nicht. Gute fünf Meter von Ufer zu Ufer mögen es sein. Trotzdem stellt die Überquerung des kleinen Bachs Politik und Verwaltung vor höchste Herausforderungen.

Thema im Stadtentwicklungsausschuss

Am kommenden Donnerstag, 28. Mai, wird sich der Stadtentwicklungsausschuss erneut der Frage widmen, ob im Bereich des Holtorfer Freibades zwei Brücken für Radfahrer und Fußgänger nötig sind oder ob nicht eine ausreicht. Eigentlich hatte der Bauausschuss sowohl dem Ersatz einer bereits bestehenden Überquerung sowie einem weiteren Neubau zugestimmt. Der Stadtentwicklungsausschuss kippte diese Entscheidung Anfang März, in dem er den Bebauungsplan für das benachbarte Neubaugebiet „Führse Niederung B“ in die Warteschleife schickte.

Baukosten sind deutlich gestiegen

Klingt kompliziert, ist es auch: Die Volksbank, die das Neubaugebiet vermarktet, hatte sich verpflichtete, sich an den Kosten der neuen Brücke zur Hälfte zu beteiligen. Die wurden mit rund 100 000 Euro veranschlagt, das Kreditinstitut deckelte seinen Beitrag auf maximal 50 000 Euro. Inzwischen sind die voraussichtlichen Baukosten um fast das Doppelte gestiegen. Außerdem muss die Stadt eine marode zweite Brücke rund 400 Meter weiter nördlich durch einen Neubau ersetzen. Auch dieser wird knapp 200 000 Euro kosten.

Ursprünglich waren in diesem Bereich zwei Brücken vorgesehen.
Die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung sieht nun nur noch eine Brücke über die Führse vor.

Bauausschuss hatte zwei Brücken empfohlen

Der Bauausschuss hatte im Februar bereits den Bau beider Bachquerungen dem Stadtrat nach langer Diskussion empfohlen. Weil aber die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses den Sinn von zwei Brücken anzweifeln, vertagten sie eine Empfehlung des Bebauungsplanes „Führse-Niederung B“, in dessen Geltungsbereich die Erweiterung des Erichshagener Neubaugebietes sowie die Brückenanbindung fallen. Kurioserweise stand der Plan überhaupt nur auf der Tagesordnung, weil in einer ursprünglichen Fassung unter anderem diese Anbindung nicht berücksichtigt worden war. Nun vertagte das politische Gremium eine Abstimmung ausgerechnet aufgrund dieser Ergänzung.

Stadtverwaltung hat gezeichnet und gerechnet

Das Resultat der ganzen Entwicklungen: Die Stadtverwaltung hat gezeichnet und gerechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Umwege beim Bau von nur einer Brücke für Radfahrer und Fußgänger sehr gering seien. Je nach Ziel, das die Bewohner der Siedlung Mühlenteichsweg und des Neubaugebietes Führse-Niederung in Holtorf ansteuern, liegt die maximale zusätzliche Wegelänge laut Verwaltung bei maximal 400 Metern – und zwar zwischen dem Neubaugebiet und Vogelers Haus. Dafür muss die Stadt allerdings noch auf der Erichshagener Seite rund 1000 Quadratmeter Grund erwerben und einen 400 Meter langen Weg bauen. „Es ist ersichtlich, dass – sollte eine Verkaufsbereitschaft der Grundeigentümer gegeben sein – auch bei Berücksichtigung dieser Kosten die Ein-Brücken-Variante wahrscheinlich deutlich kostengünstiger ist als die Zwei-Brücken-Variante, da Kosten in Höhe von mindestens 160 000 Euro für eine Brücke eingespart werden können“, erläutert Claas Bigos, Leiter des Sachgebietes Stadtplanung und Umwelt, in der Beschlussvorlage.

Somit wird die Stadtverwaltung dem Fachausschuss nun am Donnerstag vorschlagen, nur eine Brücke zu bauen. Diese befindet sich etwa 100 Meter südlich der bereits bestehenden maroden Führse-Querung.

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