Prozess nach Entführung im August 2016 

Erdloch nahe Bücken geschaufelt: Geisel hatte Todesangst

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Ab Dienstag steht Bogdan K. vor dem Verdener Landgericht.

Duddenhausen - Von Johanna Müller.  Um eine Geiselnahme, während der der Geschädigte bis zum Kopf eingegraben wurde, geht es ab Dienstag in einem Prozess am Landgericht in Verden.

Das Erdloch für die Folter musste der Geschädigte selbst in einem Waldstück nahe Duddenhausen , einem Dorf bei Bücken graben. Das berichtet das Landgericht in einer Pressemitteilung.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Bogdan K. vor, am 1. August 2016 gemeinsam mit zwei unbekannten Mittätern in ein Haus in Asendorf eingedrungen zu sein. Dort trafen sie auf den Geschädigten und wollten diesen zur Heruasgabe von Bargeld bewegen. Der Angeklagten ist davon ausgegangen, dass der Geschädigte ihm das Geld zuvor endwendet hatte. 

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, soll Bogdan K. den Asendorfer geschlagen haben. Schließlich sollen der Angeklagte und seine Begleiter den Geschädigten mit Klebeband an Händen und Füßen gefesselt haben und mit ihm in ein Waldgebiet nahe Duddenhausen gefahren sein. Dort angekommen, soll der Geschädigte auf Aufforderung des Angeklagten und seiner Begleiter, ein etwa 70 Zentimeter tiefes und einen Meter langes Erdloch gegraben haben, in das der Geschädigte sich nach Fertigstellung hineinsetzen musste.

Bis zum Kopf zugeschüttet

Im Anschluss soll der Geschädigte bis zum Kopf mit Erde zugeschüttet und sein Mund mit Klebeband zugeklebt worden sein. Der Asendorfer hat bei der Staatsanwaltschaft angegeben, in diesem Moment Todesangst verspürt zu haben. 

Einer der unbekannt gebliebenen Mittäter soll den Geschädigten, der etwa eine halbe Stunde in dem Erdloch ausharren musste, mehrfach in den Nacken getreten haben. Außerdem soll Bogdan K. den Geschädigten erfolglos wiederholt nach dem Verbleib des Bargeldes gefragt haben, das dem Angeklagten entwendet wurde.

Bei Nienburg freigelassen 

Schließlich sollen der Angeklagte und seine Begleiter den Geschädigten aus dem Erdloch befreit und mit ihm etwa 40 bis 50 Minuten in Richtung Nienburg gefahren sein, wo der Geschädigte schließlich freigelassen wurde.

Der Prozess beginnt am kommenden Dienstag, 14. Mai, um 9 Uhr in Verden. Die Kammer hat insgesamt 10 Verhandlungstage anberaumt, zu denen 19 Zeugen gelanden wurden. Ein Urteil wird nicht vor dem 26. August erwartet.

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