Opfer hatte Verletzung nach angeblicher Erdloch-Folter

Erdloch-Prozess: Widersprüchliche Aussagen bekannt

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Beginn Prozess wegen Geiselnahme

Verden/Duddenhausen - Von Wiebke Bruns. Ende Dezember 2015 wurde auf einem Hof in Asendorf-Hohenmoor (Kreis Diepholz) ein 83 Jahre alter Mann brutal getötet. Ein Mann aus Süstedt wurde deshalb später am Landgericht Verden zu vier Jahren Haft verurteilt. Nicht wegen Mordes oder Totschlag, sondern wegen vorsätzlichen Vollrausches.

Nur sieben Monate später soll auf dem selben Hof wieder eine schwere Tat verübt worden sein. Die Entführung eines Mannes in einen Wald bei Duddenhausen nahe Bücken. Wegen dieser Tat steht aktuell ein 37 Jahre alter Mann aus Polen in Verden vor Gericht.

Am dritten Verhandlungstag wurden diverse Polizeibeamte als Zeugen gehört. Es ging um die Spurensicherung vor Ort und die erste Befragung des heute 32 Jahre alten Opfers und zwei weiterer Männer. Alle stammen aus Polen und lebten damals auf dem Hof in Asendorf. Der Angeklagte lebt in Polen, soll sich aber zum Tatzeitpunkt im Bereich Asendorf aufgehalten haben. Der 32-Jährige soll damals ausgesagt haben, dass drei Männer durch ein Fenster in das Haus gelangt seien, ihn überwältigt und immer wieder nach Geld gefragt hätten. Das gesamte Haus sei durchsucht worden. Dann habe man ihn gefesselt und zu einem dunkelblauen Bulli geschleppt. „In einem Waldstück wurde er gezwungen auszusteigen“, berichtete ein Kriminalhauptkommissar aus der damaligen Aussage des Opfers.

Die Fesselung an den Händen seien dem Opfer gelockert worden. „Ihm wurde ein Spaten in die Hand gedrückt“. Ein Loch habe er buddeln müssen. „Entsprechend seiner Körperlänge“, so der Kommissar. In dieses Loch habe der Mann sich setzen müssen und sei bis zum Hals eingegraben worden. Von Tritten in den Nacken, die dem Angeklagten auch vorgeworfen werden, soll das Opfer nichts berichtet haben. Immer wieder sei er nach dem Geld gefragt worden. Am Ende habe man ihn aus dem Loch gezerrt und weggefahren. Wohin, dazu soll das Opfer im Laufe weiterer Vernehmungen unterschiedliche Angaben gemacht haben.

Kurz darauf meldete sich nicht nur das Opfer bei der Polizei, sondern auch zwei Mitbewohner aus Asendorf. Diese sollen von einem Diebstahl in Polen berichtet haben und dass sich mehrere Personen aus Polen auf den Weg nach Grasdorf gemacht hätten. Genannt wurde laut einer Polizeibeamten damals der Betrag von 250 000. Dieser soll sich später deutlich verringert haben, nicht nur weil es letztlich Zloty gewesen seien sollen. Ob das Geld dem in Polen lebenden 37-Jahre alten Angeklagten gehörten haben soll, blieb gestern offen. Der Angeklagte schweigt bislang in dem Prozess.

Die Entführer des 32-Jährigen sollen gezielt nach diesen beiden Männern gefragt haben. Nach dem Verschwinden ihres Mitbewohners meldeten sich die Zeugen bei der Polizei. Es soll während der Entführung auch einen telefonischen Kontakt gegeben haben. Die Zeugen wurden damals von der Polizei in Schutzgewahrsam genommen.

Bei allen Widersprüchen in den Aussagen des Opfers, steht fest, dass dieser damals diverse Verletzungen hatte. Davon berichtete eine Polizistin. Es wurde versucht Spuren unter seinen Fingernägeln zu sichern. Die Ergebnisse wurden während der Verhandlung noch nicht erörtert.

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