Unternehmensbeteiligung bei Avacon soll langfristig den Haushalt entlasten

Gemeinde Steimbke sichert sich „vorzeigbare Rendite“

Gemeinderatsmitglied Friedrich Leseberg (Mitte) freut sich über den Deal mit (v.l.) Knut Hallmann, Johannes Schlemermeyer, Bernd Heckmann und Rena Hinze (Avacon). Foto: Jhk

Steimbke - Von Jens Heckmann. Mit einer Unternehmensbeteiligung am Netzbetreiber Avacon will die Gemeinde Steimbke langfristig ihren Haushalt entlasten. Daher investiert sie rund 150 000 Euro.

Als die Gemeinde seinerzeit das Gewerbegebiet Am Koppelberg verkaufte, mahnte Verwaltungschef Knut Hallmann eine „kluge Investition“ des Erlöses an: Ein großer Teil der Einnahmen aus dem Verkauf floss in die Verbesserung der Infrastruktur, der Rest in die Rücklage. Dort wird das Geld aber, angesichts dauerhaft niedriger Zinsen, langsam von der Inflation „gefressen“. Als Steimbker Gemeindedirektor hatte Knut Hallmann deshalb nach einer Möglichkeit gesucht, wenigstens einen Teil der Rücklagen so zu investieren, dass sich – ohne hohes Risiko – Erträge generieren lassen.

Im Gespräch mit Bernd Heckmann von der Avacon bot sich eine Lösung: Ein Teil des Unternehmenswerts des Netzbetreibers ist in nicht frei handelbaren Aktien dargestellt. Für diese Investition musste Hallmann im Rat einige Überzeugungsarbeit leisten, berichtete Steimbkes Bürgermeister Friedrich Leseberg: „Aktien haben nicht bei jedem einen guten Ruf. Und wir wollen nicht zocken!“

Doch darum geht es auch nicht, erklärte Knut Hallmann: „Es handelt sich nicht um ein Spekulationsobjekt, sondern um eine langfristige Anlage mit einer vorzeigbaren Rendite. Diese Rendite soll uns jährlich Geld in die Kasse spülen. Wir parken unsere Rücklage also nicht nur, sondern haben sie sinnvoll investiert, bis wir das Geld gegebenenfalls anderweitig benötigen.“ In diesem Fall könne man das Aktienpaket zurückverkaufen.

Dass die Gemeinde Steimbke überhaupt die Möglichkeit zum Kauf bekam, sei, so Hallmann, der „langjährigen guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit“ zu verdanken: „Diese Aktien sind begehrt!“ Gemeinsam mit weiteren 80 Kommunen und Landkreisen hält die Gemeinde nun 38,5 Prozent der Unternehmensanteile. Und die gute Zusammenarbeit allein hätte nicht einmal gereicht. E0s brauchte auch eine Portion Glück: Hätte nämlich eine andere Kommune ihr Paket nicht zurückverkauft, wäre die Gemeinde Steimbke nicht zum Zuge gekommen.

Quelle: kreiszeitung.de

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