Das Heimatmuseum Hoya erhält einen Förderpreis für das Projekt „Parkentwickler“

Geschichte erleben

Eine Urkunde zur Verleihung des Förderpreises Museumspädagogik 2018 überreichen Werner von Behr (vorne, links), Präsident der Hoya-Diepholz’schen Landschaft, und Frank Roemer (vorne, rechts), Regionaldirektor der VGH-Versicherungen in Nienburg, an Hoyas Museumsleiterin Ulrike Taenzer (vorne, Zweite von rechts). Foto: Horst Friedrichs

Hoya - Von Horst Friedrichs. Ein Park erwacht aus dem Schweigen seiner Geschichte: Der Bürgerpark in Hoya wird quicklebendig. Ein Museum und ein Gymnasium bewirken das. Die Menschen von heute, die hinter diesen Institutionen stehen, rufen das Werk von Menschen der Vergangenheit ins Leben zurück – auf eine hochaktuelle Weise und mit geradezu explosiver Kreativität. Sie nennen sich „Parkentdecker“, sind Gymnasiasten und formierten sich dank eines museumspädagogischen Projekts, das dem Heimatmuseum Grafschaft Hoya jetzt den „Förderpreis Museumspädagogik 2018“ der VGH-Stiftung eintrug.

Freitagnachmittag bei regenfreiem Wetter: Mit blütenweißen Tischdecken, Stehtischen und festlichen Getränke-Arrangements verbreitete sich zur Förderpreis-Verleihung im Museum und im angrenzenden Bürgerpark eine Atmosphäre heutiger Lebensleichtigkeit vor den festen Mauern von Vergangenheitszeugen. Da war die prachtvolle Fassade des einstigen Marstalls der Gutsherren-Familie von Staffhorst, und da war natürlich das Gutshaus selbst, in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist. Zusammen mit dem angrenzenden Park bildete das Gebäude-Arrangement eine treffliche Kulisse für das feierliche Ereignis der Preis-Übergabe.

3 500 Euro Preisgeld

Frank Roemer, Direktor der Nienburger VGH-Regionaldirektion, und Werner von Behr, Präsident der Hoya-Diepholz’schen Landschaft, überreichten den Preis in Form einer gerahmten Urkunde an Ulrike Taenzer, die Leiterin des Hoyaer Museums. Für sie war es die Krönung ihrer Idee, das Projekt Parkentdecker zu verwirklichen. Das Preisgeld in Höhe von 3 500 Euro wird für die Umsetzung des Projekts verwendet. In ihrer Begrüßungsansprache erinnerte Ulrike Taenzer an das vergangene Jahr, als sie Überlegungen anstellte, wie sie den Bürgerpark in das Kinderferienprogramm des Museums einbauen konnte. So entstand die Idee der Parkentdecker, und Ulrike Taenzer holte Frauke Litzkuhn, Lehrerin am Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya mit ins Boot, um die diese weiterzuentwickeln. Und viele Schüler machten mit.

Das Ergebnis ihres geradezu überbordenden Ideenreichtums stellten sie am Freitag im Museum und im Bürgerpark vor. Vor der eigentlichen Förderpreis-Übergabe nutzten deren Gäste die Gelegenheit, die Arbeit der Parkentdecker zu bewundern. An einer Reihe von Informationsständen, drinnen und draußen, zeigten die Gymnasiasten der einzelnen Projektgruppen das vorläufige Ergebnis ihrer Anstrengungen und stießen damit auf ein begeistertes „Feedback“ der Betrachter. Zielgruppe sind Kinder im Grundschulalter.

In den Museumsräumen gab es erste Leseproben eines entstehenden Kinderbuchs mit dem Arbeitstitel „Geschichte Hoyas rund um den Bürgerpark“. Ein bunter Bildband mit gezeichneten Illustrationen und historischen Fotos soll es werden. Die beteiligten Schüler schreiben dazu 52 Geschichten, für jede Woche des Jahres eine. Noch vor Weihnachten soll das Buch erscheinen. Finanziert wird es mithilfe eines Zuschusses der Hoya-Diepholz’schen Landschaft.

Im Museum war außerdem eine Dokumentation über das Projekt zu sehen, und draußen wurden Projekte mit Gestaltungsideen rund um den Bürgerpark vorgestellt. Eine Gruppe befasste sich mit dem Aussehen des Parks selbst, eine zweite hatte sich mit der Beschilderung befasst. Ein weiterer Themenbereich umfasste „Entdecker-Module“ für den Bürgerpark – zum einen mit dem Geocaching, ähnlich einer Schnitzeljagd, unter dem Motto „Rätselhafter Bürgerpark“ und zum anderen mit dem Parkentdecker-Wagen, der den Kindern mit seinen Modulen spannende Möglichkeiten bietet, den Park auf spielerische Art und Weise kennenzulernen.

Neugierde wecken

Als Kooperationspartner bei der Projektentwicklung nannte Ulrike Taenzer neben Frauke Litzkuhn den Natur- und Wildpädagogen Detlef Großmann-Müller, Ute Luginbühl vom BUND Nienburg und Birte Müller von der Akademie für Umwelt aus Bücken. Inhaltliche Unterstützung zum Thema Bürgerpark, so die Museumsleiterin, leisteten Elfriede Hornecker, Henry Meyer und Otto Heidecke. Weitere Unterstützer seien Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner, Mitarbeiter der Stadt, die ehrenamtlichen Helfer des Heimatmuseums und das Team der VGH-Stiftung.

Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner hieß die Gäste der Preisverleihung im Bürgerpark willkommen, den sie als geschichtliches Kleinod zwischen Hoyas Schloss und der alten Grafenkirche bezeichnete. Stellvertretender Vorsitzender Detlev Stark begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung im Namen des Vereins Heimatmuseum. Die Laudatio hielt Geschäftsführer Hans Lochmann vom Museumsverband Niedersachsen und Bremen. Er sagte: „Die Auseinandersetzung der Schüler mit der Vorgeschichte des Parks als Gutsgarten und seiner heutigen Nutzung birgt das Potenzial, den Park auch als Sozialraum für junge Menschen zu erschließen. Bevor er gemeinsam mit Landschafts-Präsident Werner von Behr den Förderpreis übergab, erklärte Regionaldirektor Frank Roemer: „Neugier und Begeisterung für Kultur bei Kindern und Jugendlichen zu wecken, ist ein wichtiges Anliegen der VGH-Stiftung. Auch zukünftige Besucher des Bürgerparks Hoya profitieren von dem ausgearbeiteten museumspädagogischen Konzept.“

Quelle: kreiszeitung.de

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