Führungen am „Tag des offenen Denkmals“

Geschichte auf 40 Kilometern

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Mitglieder des Schweringer Heimatvereins präsentieren am Fähranleger Mode vergangener Zeiten. 

Samtgemeinde - Von Uwe Campe. 39 Radfahrer hatten sich zu der aus Anlass des „Tags des offenen Denkmals“ von der Samtgemeinde Hoya in enger Kooperation mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in Nienburg sowie dem Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) organisierten und unter dem Motto „Umbrüche in Kunst und Architektur“ stehenden Radtour angemeldet. Die Teilnehmer versammelten sich am Sonntagmorgen vor dem Portal des zum Teil denkmalgeschützten Hoyaer Rathauses. Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer schickte sie von dort aus, geführt von Mitgliedern des ADFC, auf den etwa 40 Kilometer langen Rundkurs.

Zu oft mussten die Radfahrer nicht in die Pedale treten, lagen doch die ersten Stationen, das Kulturzentrum Martinskirche und das Heimatmuseum Hoya, nur wenige Meter vom Rathaus entfernt. Dort boten die Verantwortlichen im Laufe des Tages – auch für andere Besucher – Führungen zur Straßengeschichte Hoyas und zur bauhistorischen Entwicklung der ehemaligen Grafenkirche an. Darüber hinaus zeigte und erläuterte Kay Jebsens aus Magelsen, ehrenamtlicher Archäologe des Nordkreises, von ihm zwischen Hoya und Bücken gesammelte Fundstücke von der Steinzeit bis in die Neuzeit, darunter Fragmente eines etwa 3 500 Jahre alten Bronzeschwerts, einer der ältesten bearbeiteten Metallfunde Niedersachsens. In Hoya hatte weiterhin die 1865 nach den Plänen des Architekten Adelbert Hotzen, der sich dafür das Rathaus in Hannover zum Vorbild nahm, im neugotischen Stil errichtete Grundschule ihre Pforten für Besucher geöffnet.

Von Hoya führte die Tour weiter nach Eystrup, wo die Männer und Frauen Gelegenheit hatten, in der zwischen 1913 und 1915 gegründeten und seit 2002 als Industriedenkmal ausgewiesenen Senffabrik Leman die größte stationäre Dampfmaschine Norddeutschlands unter Dampf zu erleben sowie sich deren Funktionsweise von Roland Köhr fachmännisch erklären zu lassen.

Da die Eystruper Windmühle „Margarethe“, ein Turmholländer aus dem Jahr 1861, ihre Tore erst am Nachmittag öffnete, fuhren die Teilnehmer direkt weiter in Richtung Gandesbergen. Dort setzten sie ihre Tour quer durch die Marsch zum Fähranleger fort, wo die Gruppe dann mit der Hochseilfähre auf die Schweringer Seite gelangte. Dort konnten sich die Besucher auf dem vom Fährverein und vom Heimatverein neu gestalteten Fährplatz anhand zahlreicher Schautafeln über das Fährwesen informieren und erstmals auch die inzwischen restaurierte, ehemals als Unterschlupf für den Fährmann und zukünftig als kleines Museum dienende „Pünten Buud“ besichtigen. Zudem hatte Elisabeth Korowski, Vorsitzende des Schweringer Heimatvereins, einen Vortrag über die Geschichte des bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden Schweringer Fährwesens zusammengestellt. Sozusagen als „Bonbon“ präsentierte der Heimatverein zudem eine historische Modenschau. Mitglieder des Heimatvereins zeigten bei dieser zahlreiche typische Kleidungsstücke und Arbeitsgeräte der ländlichen Bevölkerung aus früherer Zeiten.

Über Bücken, wo der ehemalige Ortsbrandmeister Wilhelm Schumacher das 1912 in nur wenigen Monaten errichte Spritzenhaus nebst Schlauchturm vorstellte, setzten die Radfahrer die Tour nach Hoyerhagen fort. Auf der Domäne Memsen führte Dr. Henning Kühl, Betriebsleiter des Serumwerks, durch das 1905 nach dem Vorbild eines im Berliner Grunewald stehenden Gebäudes errichtete repräsentative mehrgeschossige Pächterwohnhaus. Auch zu einigen dort aufbewahrten historischen Gerätschaften, etwa einem aus Kupfer angefertigten Schrank für die Anlage von Bakterienkulturen oder eine auch bei kleinsten Mengen noch extrem präzise arbeitende Analysewaage, wusste er Interessantes zu vermitteln.

Die Fahrradtour fand, nachdem die Teilnehmer in Hoyerhagen als letzte Station den als „Hofcafé Bauerngarten“ umgenutzten historischen Resthof aus dem 16. Jahrhundert der Familie Habighorst angefahren hatten, am Startplatz in Hoya wieder ihr endgültiges Ziel.

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www.kreiszeitung.de

Quelle: kreiszeitung.de

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