Erheblich beschädigt

Die Glocke: Der Stand der Dinge

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Schweringen - Das Thema „Glocke“ polarisiert, wie in zahlreichen Leserbriefen deutlich wurde. Unbekannte hatten eigenmächtig das Hakenkreuz und eine Inschrift von der Schweringer Kirchenglocke entfernt. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Verden. Laut dem Pressesprecher, Oberstaatsanwalt Marcus Röske, liegen Strafanzeigen aus verschiedenen Richtungen vor, eine Strafanzeige der Landeskirche sei aber nicht darunter.

Das Gutachten eines Sachverständigen habe ergeben, dass eine weitere Nutzung der Glocke mit großer Wahrscheinlichkeit nicht möglich sei, teilt Pastor Dr. Johannes Neukirch, Pressesprecher der Landeskirche, mit. Der Gutachter stellte Folgendes fest: „Die Oberfläche der Glocke ist durch den Eingriff erheblich beschädigt, das Erscheinungsbild schwer gestört, da das Hakenkreuz und zwei Zeilen der Inschrift weggeschliffen worden sind. Hierbei wurde auch die darunter liegende Zeile tangiert. 

Bei dem Schleifvorgang ist augenscheinlich ein Öl verwendet worden, von dem sich deutliche Reste auf der Oberfläche finden. Beim Entfernen der Inschrift wurden an mehreren – mindestens drei – Stellen im Glockenkörper eigentlich nicht zu erwartende Eiseneinschüsse angeschliffen, die nun offen liegen und durch die erhöhte Temperatur beim Schleifen bereits erheblich korrodiert sind. 

Gefahr einer Rissbildung

Von diesen Stellen geht im jetzigen Zustand die Gefahr einer Rissbildung aus, da der Korrosionsprozess voranschreitet und der Rost durch sein gegenüber dem Eisen größeres Volumen Absprengungen verursachen kann. Zusammenfassend muss ich feststellen, dass die von 1934 stammende Glocke durch den Eingriff in das Schrift- und Ziersystem erheblich beschädigt worden ist.“

Der Kapellenvorstand Schweringen hat schließlich die Entscheidungshoheit über die Glocke an den Kirchenkreisvorstand abgetreten. Laut dem Superintendenten Martin Lechler kam die Frage, ob man die Entscheidung abgeben kann, aus dem Gremium des Kapellenvorstands. In einer Erklärung dazu schreiben die vier Mitglieder des Kapellenvorstands: „Der Druck der Kirchenleitung, der öffentlichen Meinung – vermittelt durch die Presse – und auch der Druck der Gemeinde haben uns dazu bewogen, die Beschlussfassung an das nächsthöhere kirchenleitende Gremium abzugeben.“ Der Vorstand des Kirchenkreises tagt laut Lechler Mitte Mai und berät dann das weitere Vorgehen. 

vik

Quelle: kreiszeitung.de

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