Goldene Hochzeit

Monika und Heinz Kleist leben in Kanada, feiern aber in Hoyerhagen

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Das Foto zeigt Martin Witt (Cousin), Robert und Brigitte Frayn (Schwiegersohn/Tochter), das Jubiläumspaar Monika und Heinz Kleist, Annelie Mühlenbruch (Tante) und Ordensschwester Radegund (Tante aus Münster).

Hoyerhagen - Von Christel Niemann. Fern der Heimat und doch zu Hause – das trifft auf Monika und Heinz Kleist zu, die nun weit entfernt von ihrem Wohnort Edmonton, Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta, mit 35 ihrer in Deutschland lebenden Verwandten ihre goldene Hochzeit nachgefeiert haben.

Mit einem Dankgottesdienst in der Kirche in Hoyerhagen begann die Feier, bevor es in Thöles Gasthaus in Bücken gesellig weiterging. „Eigentlich hatten wir das alles für vergangenen Februar geplant“, erzählt der Ehejubilar. Doch wenige Tage vor dem Fest ist seine Mutter gestorben, und alles wurde abgesagt.

Dafür geben sich seit Tagen im Haus von Annelie Mühlenbruch in Memsen die Besucher die Klinke in die Hand. Im Mittelpunkt stehen deren Gäste, neben Monika und Heinz Kleist auch deren Tochter Brigitte und Schwiegersohn Robert, die das Goldpaar auf ihrer Reise in die einstige Heimat begleiten. „Wir hoffen, dass die jüngere Generation die verwandtschaftlichen Kontakte in Deutschland in unserem Sinne weiterpflegen wird“, sagen die dreifachen Eltern und fünffachen Großeltern.

Selbst haben sie die Verbindung zur alten Heimat, vor allem auch zu den Tanten und den vielen Cousins und Cousinen, nie aus den Augen verloren. „Es ist wichtig für uns“, sagen die Eheleute, die mit ihren Eltern 1954 beziehungsweise 1960 im Alter von 10 und 14 Jahren ohne jegliche Englisch-Kenntnisse nach Kanada ausgewandert sind. „Der Anfang war schwer und ich wollte so schnell wie möglich nach Deutschland zurück“, erzählt Monika Kleist.

Anders war es bei ihrem Ehemann, der sich schnell mehr als Kanadier denn als Deutscher gefühlt habe. „In der ersten Zeit lebten meine Eltern und ich bei einem Bauern in Winnipeg. Dort gab es einen gleichaltrigen Jungen, mit dem ich schnell Freundschaft geschlossen habe und der mir in den ersten Sommerferien die englische Sprache beigebracht hat.“

Schnelle Anstellung bei der Bank

Gute Leistungen erbrachte Heinz Kleist auch in der Schule, sodass er nach dem Abschluss schnell eine Anstellung bei einer Bank bekam. Bei der Frage, wo es sich kennengelernt hat, schmunzelt das Paar. „Es war beim Schuhplattlertanz während eines deutschen Clubabends in unserem gemeinsamen Wohnort Winnipeg. Heinz war mein Tanzpartner“, erzählt Monika Kleist, die in der Verwaltung eines Versandhauses beschäftigt war. „Ja und dann hat es auch gleich gefunkt, und zwar so richtig“, wirft ihr Mann ein.

Der kanadischen Wahlheimat den Rücken zu kehren und den Ruhestand in Deutschland zu verbringen, kam trotz der regen verwandtschaftlichen Kontakte nach Deutschland für das Paar nie infrage. Insbesondere Heinz Kleist fühlt sich rundum wohl in Kanada, und wenn er dort etwas vermisst dann höchstens deutsches Brot. „In Kanada lebt es sich entspannter. Die Deutschen sind viel leistungsorientierter“, sagt er. Seine Frau nickt, räumt aber ein, dass sie auch noch nach Jahrzehnten eine stete Sehnsucht nach Deutschland begleitet. „Ich leide aber nicht darunter und habe es längst akzeptiert, dass wir für immer in Kanada bleiben werden. Dennoch wird Deutschland immer meine eigentliche Heimat sein.“

Heute wird das Quartett die insgesamt dreiwöchige Verwandtenbesuchstour fortsetzen, die sie bereits bis an die Schweizer Grenze geführt hat. Kommende Woche kommen sie dann nochmals nach Memsen, um erneut ein paar Tage bei den dort wohnenden Verwandten zu verbringen, bis sie am 28. April den Flieger gen Kanada besteigen. Sie kommen aber bestimmt noch mal wieder, versprechen Monika und Heinz Kleist.

Quelle: kreiszeitung.de

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