Mut zur Grimasse, Mut zur Hässlichkeit 

Beatbox-Workshop mit Lukas Teske an der Oberschule Hoya

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Lukas Teske brachte den Schülern der Oberschule Hoya das Beatboxen in einem Workshop näher. 

Hoya - Von Vivian Krause. Tiefer Bass lässt die Wände des Musikraums der Oberschule Hoya vibrieren. Bass, der mit dem Mund erzeugt wird. „

Ihr müsst hier Töne singen, die nicht geschrieben werden können“, erklärt Lukas Teske von der A-cappella-Band Maybebop den Schülern. Töne, die nicht geschrieben werden können – beste Voraussetzungen für einen Artikel über den Beatbox-Workshop.

16 Schüler und Schülerinnen des fünften bis neunten Jahrgangs sitzen in einem Halbkreis im Musikraum und schauen erwartungsvoll auf den Mann, der inmitten der Runde mit einem Mikrofon in der Hand steht. Die Boxen hinter ihm lassen erahnen, dass es um Musik gehen wird. Dann beginnt er zu beatboxen und die Augen der Anwesenden weiten sich erstaunt, die Füße wippen mit und die Lippen verformen sich zu einem anerkennenden Schmollmund, gepaart mit rythmischem Nicken. So, als wollten die Schüler sagen: Der kann was, Respekt!

Mundgemachter Rythmus an der OBS

Der, das ist Lukas Teske, derzeitig als Tenor und Beatboxer mit der A-cappella-Band Maybebop auf Tournee durch ganz Deutschland. Am Freitag stattete er auf Initiative von OBS-Musiklehrerin Sabine Wagner den 16 Beatbox-Interessierten einen Besuch ab. Das Ziel: In 90 Minuten auf spielerische Weise die Grundlagen der sogenannten Vocal Percussion, also dem Erzeugen von Rythmus mit dem Mund, näher zu bringen.

A-cappella-Popmusik soll wie Popmusik klingen. Und die kommt ohne das Schlagzeug nicht aus. Als Taktgeber fungiert im A-cappella-Bereich das mundgemachte Schlagzeug. Die Beatboxing-Anfänger lernen zunächst drei Elemente des Instruments: Bassdrum, Hihat, Snaredrum. „Viele Lieder bestehen nur daraus. Zum Beispiel auch Billy Jean von Michael Jackson“, sagt Teske und demonstriert es direkt im Anschluss. Wieder erntet er anerkennendes Nicken.

Die Schüler beginnen damit, das Element Hihat mit dem Mund zu erzeugen. In etwa soll es wie ein „tza“ klingen – aber eben doch so, dass man es nicht aufschreiben kann.

Beim Beatbox-Workshop an der OBS lernen die Schüler die Elemente Hihat, Bassdrum und Snaredrum mit dem Mund zu erzeugen.

Dass sich der Mund verformen muss, gehöre beim Beatboxen einfach dazu. „Ihr braucht Mut zur Grimasse. Mut zur Hässlichkeit“, sagt Lukas Teske. Er lässt mit Sprüchen wie „ihr müsst das rausdrücken. Das muss ein Gefühl sein, wie auf dem Klo“ oder „hier ist genug Platz, ihr könnt ruhig spucken“ die anfängliche Zurückhaltung schnell verfliegen. Aus alles Ecken des Raumes tönen so Zisch- und Bass-Geräusche. Teske gibt mit Fingerschnipsen das Tempo vor. Nach und nach steigen die Schüler aus. „Was ist das Problem bei dem Tempo?“, fragt Teske. Es ist die Atmung, ist sich die Runde einig. Übungssache. Wie so vieles beim Beatboxen. „Manche 14-Jährige haben das in zwei Jahren richtig drauf“, ermutigt Teske die Schüler. Weiter geht es also mit Bassdrum und Snaredrum. Dabei sagt Teske: „Es gibt Milliarden Arten, sowas zu machen.“ Er zeigt den Anfängern heute nur eine Variante. Zwischendurch geht das Mikrofon durch die Reihe. Jeder spürt, wie der Bass dadurch noch verstärkt wird.

OBS Hoya: Beatbox-Workshop mit Lukas Teske

Dass die Schüler die Grundlagen des Beatboxen vom Profi lernen können, verdanken sie Sabine Wagner. Sie habe via Internet Kontakt zu dem Künstler aufgenommen. „Es ist toll, wenn die Schüler durch so ein Projekt über den musikalischen Tellerrand gucken“, sagt sie, „Profis von außerhalb schaffen eine besondere Atmosphäre.“

Zum Abschluss gibt es dann den Song „Royals“ von „Lorde“ auf die Ohren. Erst im Original, dann in der Version von Lukas Teske und dann heißt es: Selbst den Rythmus mit dem Mund nachmachen. Hier und da hapert es natürlich noch. „Das ist, wie das Üben einer Sprache“, ermutigt Teske die Schüler zum Weitermachen. Dass eine Gruppe so ruhig ist, erlebt Teske nicht so oft: „Die waren echt diszipliniert.“

Quelle: kreiszeitung.de

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