Grippe: Antibiotika nur im Notfall / Impfen bei Risiken

Zahlreiche wirkungsvolle Abwehrmechanismen

Landkreis - Von Nikias Schmidetzki. Hier ein Husten, da ein Niesen – wenn es gut läuft ist es „nur“ eine Erkältung, wenn nicht, hat die Grippewelle zugeschlagen. In mehr als einem Viertel, nämlich 26 Prozent, der am Landesgesundheitsamt untersuchten Proben aus Arztpraxen konnten in der vorvergangenen Woche Influenzaviren nachgewiesen werden.

Es sind unterschiedliche Typen, die da für Unwohlsein sorgen, dominant ist in dieser „Saison“ aber laut Landesgesundheitsamt Influenza-Subtyp A H3N2. „Dieser Subtyp ist auch Bestandteil der saisonalen Impfstoffe“, erklärt Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.

„Leider steigt die Zahl der Grippe-Erkrankungen in Niedersachsen deutlich an“, erklärte jüngst Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen war im Kreisgebiet Nienburgs in den vergangenen Wochen allerdings noch vergleichsweise gering. Die Entwicklung fasst das Landesgesundheitsamt in Herbst und Winter wöchentlich zusammen.

Ministerin Rundt betonte in einer Stellungnahme am Mittwoch: „Den besten Schutz gegen eine Influenza-Erkrankung bietet die Impfung.“ Eigentlich sollte diese bereits im Oktober und November erfolgen, aber wer sich bislang noch nicht hat impfen lassen und zu einer Risikogruppe gehört, sollte dies jetzt noch nachholen, appelliert die Ministerin.

Zu eben jener Risikogruppe zählen alle Personen, die älter als 60 Jahre sind, Menschen mit Diabetes, mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane oder des Nervensystems, sowie mit Herz-Kreislauferkrankungen und mit Störungen des Immunsystems. Schwangere sollten sich ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft impfen lassen. Das rät auch das Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg. Nur werden die Impfungen nur „mehr oder weniger angenommen“, sagt dort Uwe Müller.

Ähnlich verhält es sich mit der Einnahme von Antibiotika. Auch dabei scheiden sich die Geister, ob eine solche Behandlung sinnvoll ist oder nicht. Das Gesundheitsministerium Niedersachsens schreibt dazu: „Fast alle Erkältungskrankheiten, auch schwer verlaufende, werden durch Viren ausgelöst. Der Körper verfügt über zahlreiche sehr wirkungsvolle Abwehrmechanismen gegen solche Virusinfektionen. Um diese Abwehrkräfte zu fördern, ist es sinnvoll, sich körperlich zu schonen. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Husten und Fieber zeigen aktive Abwehrreaktionen des Körpers an. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, aber nicht gegen Viren. In den meisten Fällen beeinflussen Antibiotika den Krankheitsverlauf also nicht. Die unnötige Einnahme von Antibiotika begünstigt die Vermehrung von resistenten Bakterien und stört die natürliche Bakterienflora.“

Rubriklistenbild: © dpa

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