Spieler des „größten Puppentheaters“ begeistern in Hoya

Sie lassen die Puppen tanzen

+
Nach der Vorführung durften die Kinder die 80 Jahre alten Handpuppen – hier Hexe Wackelzahn – anfassen.

Hoya - Von Vivian Krause. Der Duft von Popcorn liegt in der Luft, im Zelt auf dem Parkplatz am Freibad in Hoya sitzen Kinder und ihre Eltern und ihre Großeltern auf Stühlen und Holzbänken und schauen erwartungsvoll auf einen roten Vorhang. Als er sich öffnet, erscheint dort eine Handpuppe. Es ist der Theaterdirektor im Miniaturformat, der vor allem die Kinder im Puppentheater der Familie Lauenburger willkommen heißt. Was die Kleinen erwartet? Die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz, gespielt mit Handpuppen.

Darin stecken die Hände von Betreiber Hubertus Lauenburger und seiner Frau Manuela. Sie spielen neben dem Theaterdirektor unter anderem den Kasper, die Prinzessin und den Räuber. Mehrere Male während der zweiten von zwei Vorstellungen schließt sich der Vorhang. Danach zeigt sich den Zuschauern ein neues, detailreich gestaltetes Bühnenbild. „Wow, das sieht aus wie ein echter Wald“, bemerkt ein kleiner Zuschauer, als sich der Kasper auf die Suche nach Räuber Hotzenplotz macht. Nicht nur dabei sind ihm die Kids lautstark behilflich.

Auch die Puppenspieler haben viel Spaß.

„Solange es Kinder gibt, wird es auch das Puppentheater geben“, sagt Hubertus Lauenburger. Keine abwegige Vermutung, existiert der Familienbetrieb doch schon seit 1829. Gegründet hat das Theater Hubertus’ Ur-Ur-Großvater Julius Lauenburger. „Wir sind Deutschlands größtes Puppentheater in einem Theaterzelt“, sagt Hubertus Lauenburger. „Und Norddeutschlands ältestes Puppentheater.“ Die Familie kommt aus Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) und fährt in der Spielpause wieder dorthin. Die Saison ist von Mitte März bis Ende Oktober.

Mit ihm unterwegs sind seine Kinder David, der das Theater in sechster Generation übernehmen wird, Yvonne und Jasmin sowie seine Frau Manuela und Mutter Ilse. „Wir kommen da nicht von los“, sagt der 69-jährige Chef. Es sei etwas Besonderes, Kinder zu begeistern. „Von heute auf morgen kann man das nicht lernen.“ Es gehe um die Stimmlagen, die Puppenbewegungen und das Erlernen der verschiedenen Stücke. Insgesamt haben die Lauenburgers 20 auf Lager. Diese wurden teilweise von den Vorfahren geschrieben.

Die spielten früher mit Marionetten. Diese sind ebenso wie rund 100 Puppen, die zum Teil 80 Jahre alt sind, mit auf Reisen. Lediglich Ilse Lauenburger ist mit ihren 91 Jahren älter als die Handpuppen. Geschnitzt wurden diese aus Pappelholz und Linde. Die Liebe zum Detail wird sowohl an der Bemalung als auch an der detailreichen Kleidung deutlich.

In Hoya war die Familie zum sechsten Mal, zuletzt war sie dort vor rund zweieinhalb Jahren gewesen. An zwei Tagen zeigte sie die Vorführung. Wer sie verpasst hat, sieht das Theater am Samstag und Sonntag, 7. und 8. Oktober, in Dörverden gegenüber dem Raiffeisenmarkt. Los geht es jeweils um 15 Uhr.

Das Puppentheater bei Facebook: www.facebook.com/DasGrosstePuppentheater

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Reisen

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise
Leben

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland
Karriere

Wie werde ich Winzer/in?

Wie werde ich Winzer/in?
Wohnen

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Meistgelesene Artikel

67-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Verkehrsunfall

67-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Verkehrsunfall

Wahlplakat brannte in Nienburg

Wahlplakat brannte in Nienburg

30 Rettungskräfte üben Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, THW und ASB

30 Rettungskräfte üben Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, THW und ASB

Blasorchester freut sich auf musikalische Rückkehr ins Kulturzentrum

Blasorchester freut sich auf musikalische Rückkehr ins Kulturzentrum

Kommentare