Rettungskräfte bringen 13 Bewohner in Sicherheit

Wohnungen in Nienburg durch Großbrand zerstört

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Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand ein Teil des Dachstuhles in Flammen. 

Nienburg - Ein Großbrand in Nienburg hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Wohnungen zerstört. Rettungskräfte brachten 13 Bewohner in Sicherheit. 

Mit der Drehleiter öffnete die Feuerwehr das Dach um an die Glutnester zu kommen. 

Gegen 3.45 Uhr wurde eine Mieterin im ersten Obergeschoss durch lautes Knacken und Knistern wach, heißt es im Bereicht der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Nienburg/Weser. Als die Frau der Sache auf den Grund ging, stellte sie Feuer am Balkon ihrer Wohnung fest. Umgehend alarmierte sie die Feuerwehr. „Als ich gerade die Hausnummer durchgeben wollte, zersprang meine Balkontür und mir fiel das Handy aus der Hand.“ Da die Rettungsleitstelle den Kontakt nicht mehr herstellen konnte, musste man davon ausgehen, dass die Anruferin in ihrer Wohnung gefangen sein musste und ggf. verletzt ist.

Aufgrund der Lagemeldung alarmierte Ortsbrandmeister Harald Ellermann umgehend um 3.50 Uhr alle Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Nienburg, Langendamm und Leeseringen.

Die ersten Kräfte am Einsatzort evakuierten zusammen mit der Polizei die Bewohner des Hauses. Dieses erwies sich als sehr problematisch, da der Großteil der Mieter kein Deutsch verstanden und stark alkoholisiert waren. „Selbst durch lautes Klopfen und Schreien konnten wir die Mieter nicht dazu bewegen das Gebäude zu verlassen, also haben wir die Wohnungstüren aufgebrochen.“ berichtete ein Feuerwehrmann. Dank der Hilfe durch die Polizei ist dieses gut verlaufen, denn manch einer der zu rettenden Personen war durch den alkoholisierten Zustand aggressiv den Einsatzkräften gegenüber. In Summe konnten 13 der 18 Mieter gerettet werden – die restlichen Personen waren zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs nicht im Gebäude.

Immer wieder bahnte sich das Feuer durch das Dach hindurch. 

Während die ersten Kräfte mit der Personenrettung beschäftigt waren, wurde von zwei Seiten aus der Löschangriff vorgetragen. Da das Gebäude sehr weit hinten auf dem Grundstück stand und diverse Fahrzeuge den Hof blockierten, musste etliche Meter Schlauchmaterial verlegt werden. Das Feuer hatte sich vermutlich von einem Anbau aus in das Innere des Gebäudes gefressen und zeitgleich den Balkon der darüber liegenden Wohnung erfasst, so dass sich das Feuer weiter auf das Dach ausbreiten konnte. Da nach und nach klar wurde, dass die vorhandenen Einsatzkräfte nicht ausreichen werden, alarmierte die Einsatzleitung Ort die Ortsfeuerwehr Erichshagen-Wölpe nach. Mit 15 Trupps unter schwerem Atemschutz gelang es schließlich das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Mit Kettensägen und Einreißwerkzeugen öffneten die Einsatzkräfte das Dach sowie die Zwischendecken um die letzten Glutnester zu löschen.

Parallel zu den Löscharbeiten kümmerte sich das Ordnungsamt Nienburg um die Unterbringung der geretteten Personen.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Anwohner der Mindener Landstraße durch Radiodurchsagen aufgefordert ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Neben den 75 Einsatzkräften der Feuerwehr, waren auch ein Großaufgebot der Polizei sowie der Rettungsdienst mit drei Rettungswagen und Notarzt vor Ort.

Trotz aller Bemühungen der Einsatzkräfte konnte das Leben einer Katze nicht mehr gerettet werden – sie ist in einer der Wohnungen erstickt. Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in die Vormittagsstunden hin. Über Schadenshöhe und Brandursache kann derzeit noch keine Auskunft gegeben werden. Die Polizei wird dazu die Ermittlungen aufnehmen. (MH)

Quelle: kreiszeitung.de

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