Drei Knackpunkte an Langer Straße

Großer Gesprächsbedarf im Hoyaer Bauausschuss

Für die Gestaltung des Platzes vor der Grundschule schlug Norbert Thoss einen Wettbewerb vor. - Foto: Michael Wendt

Hoya - Von Horst Friedrichs. Bürgerfragen – Verwaltungsantworten. Zwischen diesen beiden Kontrapunkten entwickelten sich am Donnerstagabend im Hoyaer Rathaus angeregte Dialoge.

Ort des Geschehens war das kleine Sitzungszimmer, in dem der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt tagte. Fast erwies sich das kleine Zimmer als zu klein, denn immerhin zehn Zuhörer kamen, und für sie reichten die vorhandenen Besucherstühle gerade aus. Die Beteiligung der Gäste kam in den Einwohnerfragestunden allerdings erst am Sitzungsschluss so richtig in Gang, als es um zwei Punkte von kritischem Interesse ging: die Gestaltung des erweiterten „Zwergenbrunnen-Platzes“ vor der Grundschule und eine Verlängerung der Cafeteria-Terrasse an der Langen Straße.

Zuvor verabschiedete der von Friedrich Gilster (SPD) geleitete Ausschuss jeweils einstimmig Beschlussempfehlungen zu den drei wesentlichen Tagesordnungspunkten:

– Aufstellung eines Bebauungsplans für das ehemalige Krankenhausgelände,

– Ausbau der Promenade zwischen Bücker Straße und Bahnhofstraße,

– Verbesserung des Open-Air-Bereichs und Wegesanierung im Bürgerpark.

Endgültig entscheidet darüber der Stadtrat, der am Montag, 13. März, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses zusammentritt. Die Ratssitzung ist ebenfalls öffentlich, und im Rahmen der Einwohnerfragestunden können Zuhörer auch dann wieder Fragen stellen – und Antworten erhalten.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Anfragen“ lieferte der stellvertretende Stadtdirektor Rolf Walnsch am Donnerstag eine Reihe Informationen aus der Verwaltung. So solle die Ein- und Ausfahrt des ehemaligen „Minimal“-Parkplatzes verbessert werden, unter anderem durch Entfernung von Pollern.

Als „Steine des Anstoßes“ bemängelte Zuhörer Dr. Jens Neinhardt die Pflasterung vor dem Geschäftshaus „Weber und Wohlers“. Wegen der dort verwendeten vier unterschiedlichen Steinsorten sei das ein ausgesprochen unschöner Anblick. Die Stadt könne nichts machen, sagte Gilster, weil es ein Privatgrundstück ist.

Rolf Walnsch beschrieb erste Einzelheiten über den Neubau der Sparkasse an der Ecke Knesestraße und Lange Straße (wir berichteten). Ein Bauantrag liege dafür noch nicht vor.

Weiter ging es mit dem Platz vor der Grundschule an der Langen Straße, der mit dem Abriss des ehemaligen Textilhauses Runge um die frei gewordene Fläche des Grundstücks Nummer 9 vergrößert wurde. Walnsch berichtete über die vorgesehene Neugestaltung der Fläche. Ausschussmitglied Frauke Gieße-Claus (Bürgerforum) bezeichnete die „Möblierung“ des Platzes als besonders wichtig und überdenkenswert. In der anschließenden Einwohnerfragestunde brachte Architekt Norbert Thoss dieses Thema mit einer Anfrage auf den Punkt. Thoss ist Vorsitzender des Arbeitskreises „Bürger gestalten Hoya“ (BGH). „Der Platz vor der Grundschule, vom Zwergenbrunnen bis zur Nummer 9, ist einer der schönsten Plätze in Hoya. Ich schlage für die Gestaltung einen beschränkten Wettbewerb vor. Gerade für diesen Platz wäre eine gute Planung wichtig“, sagte er.

Die Platzgestaltung solle voraussichtlich noch im Frühjahr in Angriff genommen werden, erklärte Walnsch; ein Plan liege bereits vor.

Zwischen ihm und Norbert Thoss entwickelte sich ein Dialog, in dem Thoss immer wieder nachfasste. Thoss: „Umfasst der Plan den gesamten Platz?“ Walnsch: „Nein, es ist ein Anschlussplan. Der Teil des Platzes am Zwergenbrunnen bleibt unverändert.“ Thoss: „Kann man sich den Plan ansehen?“ Walnsch: „Ja.“ Thoss: „Wo? Im Rathaus?“ Walnsch: „Ja, hier im Rathaus.“

Als das geklärt war, berichtete Rolf Walnsch, dass die Pizzeria „Europa“ ihre Sommerterrasse auf der Langen Straße bis vor das benachbarte Grundstück Hüneke verlängern möchte. Im Ausschuss gab es dazu keine Einwände, wohl aber Anregungen. So sollen die vorhandenen Bäume in das Konzept eingebunden und die Anforderungen des Straßenverkehrs berücksichtigt werden. Ausschussmitglied Fritz Groß (CDU) wies darauf hin, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht geparkt werden dürfe. Frauke Gieße-Claus mahnte Rücksichtnahme auf Rollstuhlfahrer und Personen mit Kinderwagen an.

Quelle: kreiszeitung.de

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