Grünes Bufett für Bienen & Co.

Rodewalder Start-up Artenglück sucht Paten für Blühstreifen

Üppig und lecker: Bienen und andere Insekten schätzen blühende Wiesen wie diese. Die Aufnahme entstand im Sommer in Rodewald, wo Felix Schulze-Varnholt bereits Saatenmischungen getestet hat.
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Üppig und lecker: Bienen und andere Insekten schätzen blühende Wiesen wie diese. Die Aufnahme entstand im Sommer in Rodewald, wo Felix Schulze-Varnholt bereits Saatenmischungen getestet hat.

Rodewald – Der Wind pfeift, graue Regenwolken ziehen rasch über den Himmel. Felix Schulze-Varnholt steht am Rand eines gedrillten Kartoffelackers an der B 214 in Rodewald. Zu sehen ist nicht viel, nur braune Erde am Feldrand. Das soll sich im Frühling ändern. An möglichst vielen Seitenstreifen und Grünflächen in der Region möchten der Junglandwirt und seine Mitstreiter Christoph Thieße und Lara Boye Blühstreifen anlegen, um heimische Tier- und Pflanzenarten zu retten. Dafür haben sie das Start-up Artenglück gegründet.

„Wir sind die neue Generation und möchten es besser machen“, antwortet Felix Schulze-Varnholt auf die Frage nach dem Warum. Er und Christoph Thieße sind Junglandwirte, kommen beide von Höfen aus Rodewald und kennen die Landwirtschaft von Klein auf. Thieße studiert Landwirtschaft, Schulze-Varnholt Agrarbusiness. Lara Boye, die Dritte im Bunde, stammt aus Langendamm und hat Online-Markting studiert. Sie interessiert sich für Natur und Umweltschutz und bringt das nötige technische Know-how mit.

Die ältere Generation habe Fehler gemacht, findet Felix Schulz-Varnholt. „Aber vieles wusste man damals nicht besser“, ergänzt er. Das Trio möchte die Landwirtschaft wieder ins Gespräch bringen und mit den Menschen in ihrer Region in Kontakt kommen. Zugleich möchte es dazu beitragen, dass die Artenvielfalt in der Region erhalten bleibt.

„Dabei braucht man gar nicht bis in den Regenwald zu schauen, denn viele Tier- und Pflanzenarten sind direkt vor unseren Haustüren hier in Niedersachsen bedroht. Um wieder Lebensräume zu erschaffen, legen wir spezielle Blühfelder in den Regionen Hannover, Nienburg und Heidekreis an“, erläutert Schulze-Varnholt die Idee.

Doch alleine geht es nicht. Darum sucht das Trio Unterstützer möchte Umweltfreunde, Familien sowie Unternehmen ansprechen und von einer Patenschaft überzeugen. „Wir dachten zum Beispiel an Privatpersonen, die keinen Garten haben, oder an solche, die einen haben und gerne noch etwas für die Artenvielfalt tun möchten“, ergänzt der Junglandwirt. Diese Paten werden zu „Artenhelfern“ oder „Artenstars“, je nach Umfang ihres Engagements. Finanzieren soll sich Artenglück über die Beiträge der Paten. Die Flächen sowie das professionelle Saatgut für die Blühflächen stellt Artenglück. So wollen die Umweltschützer sicherstellen, dass im Saatbeet nahezu das ganze Jahr verschiedene Futterpflanzen für Insekten und andere Kleintiere wachsen.

Für den jeweiligen Beitrag bekommen die Paten ein Zertifikat, Bio-Honig von einem Partnerimker aus Suderbruch sowie Zugang zur Blühfläche. „Neben Saatgut- und Maschinenkosten für die Bodenbearbeitung und Aussaat, entstehen auch Ausgaben für die Pacht der Flächen und der Ernteausfall, den es zu decken gilt“, erklärt Schulze-Varnholt. Hinzu kämen Marketingkosten, um möglichst viele Menschen zu erreichen und so viele Blühwiesen wie möglich anzulegen.

„Wir würden die Flächen gerne breit streuen“, betont Felix Schulze-Varnholt. Daher soll es nicht eine große Blühwiese geben, sondern möglichst unterschiedliche Flächen in den Regionen Nienburg, Heidekreis und Hannover.

So erhofft sich das Team, viele Verstecke und Futterstellen für kleine Tiere zu schaffen. Entsprechend enthalte das Saatgut zum Beispiel beliebte heimische Pflanzen wie Ringel- und Sonnenblumen.

Informationen

www.artenglueck.de

Von Katrin Köster

Sie stehen hinter Artenglück: Felix Schulze-Varnholt (l.), Lara Boye und Christoph Thieße suchen Paten für Blühstreifen in der Region.

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