IGG Dümmer/Hunte/Weser: Novelle der Düngeverordnung könnte Probleme bringen

Grundwasserschutz leidet unter dem Ausnahmesommer

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Die für Beregnung geförderten Wassermengen sind im vergangenen Jahr massiv gestiegen.

Neulohe. Im Prinzip ist die Interessengemeinschaft Grundwasserschutz (IGG) Dümmer/Hunte/Weser auf einem guten Weg: In fast allen Brunnen der Wasserversorger sind die Nitratwerte weiter rückläufig.

Doch es gibt auch Probleme: Unter anderem wirkt der Ausnahmesommer 2018 nach.

In der IGG haben sich Landwirte und Wasserversorger aus den Landkreisen Diepholz und Nienburg zusammengeschlossen, um gemeinsam das Grundwasser zu schützen. Grundlage sind freiwillige Vereinbarungen: Basierend auf der Arbeit der Landwirtschaftskammer wird für jede Fläche jedes Betriebs jedes Jahr festgelegt, wie viel Dünger aufgebracht werden kann, um einerseits die Erträge zu sichern, andererseits Stickstoff-Auswaschungen ins Grundwasser gering zu halten. Im Herbst wird geprüft, wie viel Stickstoff im Boden verblieben ist. Ist das weniger als vorher festgelegt, gibt es Fördermittel.

Im vergangenen Jahr war es sehr schwer für die Betriebe, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen, verdeutlichte Wasserschutzberater Dirk Plate von der Landwirtschaftskammer. Ursache war der Extrem-Sommer. Denn der war, so Plate, nicht nur sehr trocken, sondern auch sehr heiß. In der Folge wuchs kaum etwas, der ausgebrachte Dünger blieb ungenutzt im Boden. Diese Entwicklung habe man nicht vorhersehen und auch nicht korrigieren können. Dennoch sei die Arbeit der IGG erfolgreich: Mittelfristig gesehen, so Plate, gehen die Nitratwerte in fast allen Brunnen der Wasserversorger im IGG-Gebiet zurück.

Gleichwohl sieht der Fachmann neue Herausforderungen auf das „Erfolgsmodell IGG“ zukommen. Hintergrund ist die Novellierung der Düngeverordnung. Die sei zwar noch in der Diskussion; sicher sei aber schon jetzt, dass weitere Auflagen auf die Landwirte zukommen. Das könne dazu führen, dass die Akzeptanz für den freiwilligen Grundwasserschutz verloren gehe.

Nach Einschätzung von Joachim Oltmann, stellvertretender Geschäftsführer des Kreisverbands für Wasserwirtschaft, müsse der regionale Grundwasserschutz unter diesen Voraussetzungen „neu gedacht“ werden. Oltmann mahnte, Landwirte und Wasserversorger sollten ihrem Ansatz, individuelle Lösungen für lokale Herausforderungen zu finden, unbedingt treu bleiben. Er lenkte den Blick vom Nitrat auf beispielsweise Rückstände von Pflanzenbehandlungsmitteln im Grundwasser: Man müsse gemeinsam dafür Sorge tragen, dass solche Metabolite kein flächendeckendes Problem werden. Bezogen auf den Sommer vergangenen Jahres warnte Oltmann vor einem weiteren Konfliktfeld: der künstlichen Bewässerung der Felder. Die Wasserversorger hätten primär die Aufgabe, die Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser in ausreichender Menge zu versorgen. Gleichzeitig sei im vergangenen Jahr die für Beregnung geförderten Wassermengen massiv gestiegen, sagte Oltmann. Noch sei das kein Problem; angesichts des Klimawandels seien hier aber Konflikte absehbar. „Landwirte und Wasserversorger müssen gemeinsam und rechtzeitig an Lösungen arbeiten“, mahnte der Vize-Chef des Kreisverbands.

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