Gute Stimmung beim Karnevalsumzug in Stolzenau

Von A wie Abhörskandal bis Z wie Zauberer

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Gut besucht wurde de Karnevalsumzug am Sonntagmittag in Stolzenau.

STOLZENAU - von Theresa Hellwig. Fantasievolle Kostüme, gute Stimmung und ein besonders langer Umzug. Der Karnevalsumzug in Stolzenau lockte viele tausende Besucher an die Straßenränder, um den Fußgruppen und den Umzugswagen zuzujubeln und Kamelle zu sammeln.

STOLZENAU - von Theresa Hellwig. Selbst die Ordnungshüter ließen sich am Sonntagmittag auf dem Karnevalsumzug die Stimmung nicht nehmen: Man traf sie beizeiten mit Konfetti oder Luftschlangen dekoriert an. „Es ist sehr viel voller, als letztes Jahr – sogar auf dem Radweg stehen Autos“, bemerkte einer der dekorierten Polizisten freudig bereits vor dem Umzug. 54 Wagen waren zum Umzug angemeldet – einen ganz besonders langen Umzug gab es also dieses Jahr. Gelächter und Gerede, Helaus, Musik und Gejubel waren in ganz Stolzenau zu vernehmen. Clowns, bunte Perücken, Hexen, Bienen, Tiger – die Kostüme waren kunterbunt.

Die Hauptstraße war von fröhlichen Menschen gefüllt. Kinder standen an der Bordsteinkante, die Beutel schon vorsorglich aufhaltend, und warteten auf den Umzug. Dieser begann recht stockend, doch als die Wolken verschwanden, kamen mit den ersten Sonnenstrahlen auch die laute Musik und der Umzug nahm Fahrt auf. Dem Umzug voran fuhr auf altmodischem, lautem Gefährt das Prinzenpaar des Ovenstaedter Karnevalsvereins. Ihnen folgten die Stolzenauer Tanzmäuse, die zunächst ein wenig zu frieren schienen. Dann schwangen sie ihr Tanzbein, ernteten Applaus und die Mienen der Mädchen wandelten sich zu einem Lächeln. Nach dem Spielmannzug kamen die Seebären mit ihrer „Spaßkasse“. Sie ermutigten durch ihr „Scheiß drauf – Karneval ist nur einmal im Jahr“ auch die letzten frierenden Zuschauer und forderten ein dreifaches „Stolzenau – Helau!“ Ihnen folgte ein „echter Sparkassen-Wagen“ mit einem „Rechner“ von 1925 – einer Schreibmaschine. Federn kamen schon angeflogen, bevor die ersten Frauen aus Uchte mit ihren Federboas und roten Kleidchen um die Ecke tanzten. Ihr Motto: „Gestern Rio, heute Stolzenau, morgen?“ Ein erstes politisches Thema kam mit dem Karnevalsclub Stolzenau-Frestorf angerollt. Sie gaben an, Deutschlands Gold retten zu wollen. Ihr Dampfschiff, die Wilde Hilde, kündigte sich mit lautem Martinshorn an. Gesteuert wurde das Schiff von Kapitänin Merkel, umrundet von Piraten. Diese ließen es sich auch nicht nehmen, gegen Piraten in den Zuschauerreihen zu kämpfen. Für die Legalisierung von Hanf warben Hippies mit ihrer Parole „Legal im Regal – Haribo Amsterdam“. Zum Hippie-Ruf passend kamen sie auf einem umweltfreundlichen Tandem angeradelt. Nicht ganz jugendfrei ließe sich das Motto der „Wesermöwen“ deuten: „Stecker sucht Dose“. Verkleidet waren sie als Steckdosen und Windräder.

Karnevalsumzug in Stolzenau

Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Prunksitzung © Theresa Hellwig
Karnevalsumzug © Wolfgang Franz
Karnevalsumzug © Wolfgang Franz
Karnevalsumzug © Wolfgang Franz

Eines der Lieblingsthemen des Umzuges schienen die NSA und der Abhörskandal zu sein. Gleich mehrere Wagen hatten sich dieses Motto zu eigen gemacht und waren verkleidet als Handies oder Ohren. Vom riesigen Raumschiff waren vor allem die Kinder begeistert, der gigantische Berg der König der Löwen mit fliegendem Vogel rief auch bei den älteren Zuschauern einige „Ahs“ und „Ohs“ hervor. Die Schlümpfe, die Gameboys, Aladins Wunderlampen und die Märchenbücher sollten auch vielen Zuschauern in Erinnerung bleiben. Ein bisschen Urlaubsstimmung wurde durch den griechischen Wagen hervorgerufen. Durch lilafarbene Luftballons waren die Karnevalisten zu Weintrauben verkleidet. Abermals für ein bisschen politische Provokation sorgten die „Gelben Engel“ des ADAC, die dann doch recht männlich wirkten. Politisch und zugleich kreativ waren auch die „11 Freunde“, die kurzerhand ein Fußballfeld aufmalten und ein Match lieferten. In rosa gekleidet machten sie auf die Homophobie-Debatte aufmerksam. Den Abschluss des Umzuges bildete der Stolzenauer Karnevalsverein, der abermals mit vielen Bonbons die Kinderaugen glücklicher machte.

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