Grant Hendrik Tonne zum neuen parlamentarischen Geschäftsführer gewählt

Gymnasien abschaffen? „Unsäglicher Schwachsinn“

+
Grant Hendrik Tonne im Wahllokal. Zwei Tage nach der Landtagswahl wurde er jetzt zum parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion in Hannover gewählt.

Nienburg / Hannover - Von Daniel Wiechert. Was für eine aufregende Woche für Grant Hendrik Tonne. Zunächst verlor er seinen Wahlkreis gegen CDU-Mann Karsten Heineking. Schließlich gab es aber doch Grund zum Jubeln. Erst reichte es für Rot-Grün, dann zog Tonne über die SPD-Liste in den Landtag ein.

Am Dienstag wurde er von seinen Fraktionskollegen zum neuen parlamentarischen Geschäftsführer in Hannover gewählt. Wir sprachen mit ihm über seinen neuen Posten und möglichen Differenzen bei den Koalitionsverhandlung mit den Grünen.

Herr Tonne, Glückwunsch zum neuen Amt als parlamentarischer Geschäftsführer. Könnten Sie kurz erklären, was ein solcher Posten überhaupt mit sich bringt?

Grant Hendrik Tonne:Der parlamentarische Geschäftsführer ist dafür zuständig, die komplette politische Arbeit innerhalb der Partei zu organisieren. Das heißt, darauf zu achten, dass der Laden wirklich läuft und die Mannschaft zusammensteht.

Sie sind damit Nachfolger von Johanne Modder, die am Dienstag zur SPD-Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde.

Tonne:Ja, das ist ein weiterer Punkt, der mich persönlich freut. Denn in diesem Bereich muss man ein enges Vertrauensverhältnis zu der Fraktionsvorsitzenden haben. Und das ist bei Johanne Modder und mir gegeben. Es war auch ihr ausdrücklicher Wunsch, dass ich den Posten übernehme.

Wie sieht nun der weitere Fahrplan bei den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen aus?

Tonne: Der Fahrplan steht soweit: Beide Fraktionen wollen bereits bei ihren jeweiligen Landesparteitagen am 16. Februar den Koalitionsvertrag vereinbaren.

Der zeitliche Ablauf steht also. Könnte es dennoch auf dem Weg zur Regierungsbildung zu Problemen kommen?

Tonne: Also zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich keinerlei Differenzen, nicht eine einzige Sollbruchstelle. Beide Seiten – Rot und Grün – sind wild entschlossen, die Sache anzugehen.

Müssen Lehrer, Schüler und Eltern nach all den Umwälzungen in den vergangenen Jahren nun schon wieder mit einem totalen Cut rechnen?

Tonne:Nein, wir werden das beachten, was die Schulen vor Ort sich wünschen. Dass wir Gymnasien abschaffen wollen – das war doch nur unsäglicher Wahlkampfschwachsinn von Schwarz-Gelb. Was wir machen werden, ist: Grundlagen schaffen, dass wirkliche Chancengleichheit besteht. Und ob am Ende bestimmte Schulstandorte aufgrund der demografischen Entwicklung zusammengelegt werden, müssen die Schulträger vor Ort entscheiden. Diese Arbeit kann ihnen keine Landtagsregierung abnehmen.

Wie ist Ihre Beziehung zum designierten Ministerpräsidenten Stephan Weil? Schließlich hat seine Ehefrau ja Wurzeln im Landkreis Nienburg.

Tonne:Ich kenne das Ehepaar Weil nicht über ihre Wurzeln in Haßbergen. Damals war ich noch gar nicht in der Politik präsent. Allerdings pflege ich mittlerweile einen engen Draht zu Stephan Weil. Und dieser wird mit meinem neuen Posten sicherlich noch ausgeweitet.

Sie sprechen es an: Bringt es Ihr neuer Posten als parlamentarischer Geschäftsführer mit sich, dass Sie künftig verstärkt in Hannover verweilen werden?

Tonne:Die Präsenz in Hannover wird sicherlich erhöht werden. Aber wie sich das dann konkret auswirkt, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Bisher habe ich etwa drei Tage die Woche in Hannover verbracht, vielleicht werden es künftig vier. Das ist für mich aber auch ver- und erträglich.

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Welt

Chinesische Städte wegen Virus abgeriegelt

Chinesische Städte wegen Virus abgeriegelt
Politik

Merkel beklagt "Unversöhnlichkeit" beim Thema Klimawandel

Merkel beklagt "Unversöhnlichkeit" beim Thema Klimawandel
Politik

UN-Gericht: Myanmar muss Rohingya vor Völkermord schützen

UN-Gericht: Myanmar muss Rohingya vor Völkermord schützen
Reisen

Strandwandern und Walfang-Historie auf Borkum

Strandwandern und Walfang-Historie auf Borkum

Meistgelesene Artikel

Nienburg: Polizei schnappt betrunkenen Einbrecher

Nienburg: Polizei schnappt betrunkenen Einbrecher

Bürgermeister tritt nach Angriffen von rechts zurück - und erhält weiter Drohungen

Bürgermeister tritt nach Angriffen von rechts zurück - und erhält weiter Drohungen

Nienburgs Politik „verschiebt“ Brücken

Nienburgs Politik „verschiebt“ Brücken

Audi stößt frontal mit Laster zusammen: Zwei Personen verletzt

Audi stößt frontal mit Laster zusammen: Zwei Personen verletzt

Kommentare